Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Zellerweihers ist rot umrandet)

Zellerweiher

2000 - 2005 und ab 2010 wieder im SOS

Stadt Bad Saulgau, Lk. SIG TK 8022

Schutzstatus: teilweise § 33-Biotop

Eigentümer: Fanny Zirn Pächter: Angelsportverein Bad Saulgau

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

60 %

30 %

10 %



 

Untersuchungen am Zellerweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

Wurm

2009

Limnologie

Wurm

2003

Limnologie

Wurm

2014

Limnologie

 

Entstehung: künstlicher Fischweiher


Bewirtschaftung: ca. 1978 entschlammt; intensive Angelfischerei; jährlicher Besatz mit Cypriniden, v.a. vielen Karpfen (sollen das Wasser eintrüben zur Verminderung der Makrophyten); 1996 teilabgelassen und im Zulaufbereich entschlammt; 2008 abgelassen und gewintert; 2013 abgelassen und gewintert; Mönch


Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

197 ha

1,2 ha

3,4 m

1,9 m

23 100 m3

Zulauf über ehemalige Fischzuchtanlage; jetzt nur noch Absetzbecken

Ablauf über teilw. verdolten Wiesengraben, Stadtbach, Schwarzach, Donau

 


Sediment: 2013 Pges 0,49 mg/g TS, Glühverlust 8 %



Flora und Fauna/ Daten Wasserchemie: Ende der 1990er Zunahme der Makrophyten (früher wenig wg Graskarpfen);

2001 Hippuris vulgaris, Myrio. verticillatum, Pot. lucens, Polygonum amphibium, Alisma;

ab 2001 jährliche „Entkrautung“ mit Stahlseil (negativ wegen starker Nährstofffreisetzung aus Schlamm sowie der dann fehlenden Rückzugsmöglichkeiten für Fische und Fischnährtiere)
2003 Restbestände am nördl. Ufer Ran. circinatus, Hippuris vulgaris, Myrio. verticillatum, Chara sp., Iris pseudacorus (Wurm); 2009 Ran. circinatus, Pot. crispus (Bolender; wenig Makrophyten wg „Entkrautung“); 2012 Algenblüte mit Oscillatoria; 2014 Ranunculus circinatus, Myriophyllum verticillatum, Hippuris vulgaris, Potamogeton pectinatus (Herz)

Fische: Karpfen, Hecht, Barsch, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Regenbogenforelle, Wels, Graskarpfen (2008 die letzten entnommen)


2000 TP max (22 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 155 %; pH bis 8,5; Rhodomonas, Stephanodiscus, Dinobryon; keine Daphnien

2003 TP max (44 µg/l) im Juni, Chloro max im Okt; Sauerstoffübersättigung bis 166 %; pH bis 8,3

2009 TP max (45 µg/l) im Juli, Chloro max im Mai; Sauerstoffübersättigung bis 151 %; pH bis 8,4; am Grund geringes Sauerstoffdefizit (bis 87 %) und leichte Nährstoffanreicherung (80 µg TP/l); v.a. Goldalgen, aber auch etwas Microcystis; keine Daphnien (Fischbestand ?)

2014 nach der Winterung sehr gute Sichttiefe im Frühjahr; TP max (25 µg/l) und Chloro max im Juli; Sauerstoffübersättigung bis 136 %; pH bis 8,3; am Grund weder Sauerstoffdefizit noch Nährstoffanreicherung; vmtl. durch das stärkere Aufkommen von Makrophyten (u. Witterung?) geringere Algenvermehrung; Oscillatoria wuchsen aufgrund der guten Lichtzufuhr am Grund zu Polster, welche durch gebildete Sauerstoffbläschen teilweise abrissen, und an die Oberfläche stiegen (kein Zeichen von schlechtem Zustand): Chrysophyceen (Chrysoflagellaten); keine größeren Daphnien; ob im Juli der leicht erhöhte P-Eintrag über den Zulauf die P-Erhöhung (und vermehrte Algenentwicklung) im Weiher verursachte, oder die zu diesem Zeitpunkt stattfindende Algenvermehrung im Weiher zu dem P-Anstieg führte, ist unklar



Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

2000*

2003

2009

Trophiestufe

2014

Trophiestufe

anorg.Gesamt-Stickstoff (mg/l)


4,99

2,95


5,33


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

19

26

27

mesotroph

18

mesotroph

Chlorophyll a (µg/l)

10

12

12

eutroph

6

mesotroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

18

20

24

meso-/eutroph

9

meso-/eutroph

Sichttiefe (m)

1,7

1,5

1,5

eutroph

2,4

eutroph

 

* nur 5 Messungen


Trophiestufe: 2000, 2003 und 2009 meso- bis eutroph, e1; 2014 mesotroph, m

 

Belastungsquellen

– zahlreiche intensiv genutzte Niedermoorflächen (teilweise Ackerbau) sowie Ackerbau in Hanglage

– Makrophytenmahd mit Stahlseil

– seit 1998 oberhalb gelegener Golfplatz; hierdurch erhöhte Stickstoff-Einträge

– geringer Badebetrieb



Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen und des Golfplatzes

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; vollständiges Ablassen, Abfischen, Wintern; Entnahme der Graskarpfen

– Verzicht auf großflächige Entkrautungsmaßnahmen

– Uferpflege des Weihers

– Renaturierung des Zulaufs



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– Maßnahmen nicht erforderlich, da keine Anwesen im Einzugsgebiet

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

4,6

3.670 DM

2011

10,7


2015

1,7

900 €

2002-06

10,1

4.180 €

2012-13

8,5

2.370 €




2007-10

4,0

670 €

2014

3,5

490 €




 


Renaturierung

– 1999 Gewässerentwicklungsplan (zusammen mit Wagenhauser Weiher; ungenau, da gesamtes Gebiet der Stadt Bad Saulgau überplant wurde) durch Hr. Grom, Altheim

– geplant ist Renaturierung und Wiederanschluss des südlich gelegenen Zulaufbereichs (durch Auffüllung und Dammbau momentan abgetrennt) an den Weiher, und damit deutliche Vergrößerung der Flachwasserzone

Sonstiges

– 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– 2003 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

Letzte redaktionellen Änderungern Mai 2016