Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Fuchsweihers ist rot umrandet)

Fuchsweiher

seit 2000 im SOS

Gemeinde Rot an der Rot, Lk. BC TK 7926 + 8026

Schutzstatus: teilweise § 33-Biotop

Eigentümer: Gemeinde Rot an der Rot Pächter: Fischereiverein Rot an der Rot

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

70 %

10 %

20 %

 

 

Untersuchungen am Fuchsweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

Fürst

2009

Limnologie

Fürst

2002

Limnologie

Fürst

2014

Limnologie

Fürst

2004

Limnologie

 

 

 

Literatur: LfU 1994

Entstehung/Umgebung: alter Klosterweiher, der früher größer war; im O quelliger Steilhang mit Wald, oberhalb Wiesen; Weiher in großen Bereichen von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben; Damm im NO

Bewirtschaftung: für Gemeinde Badenutzung wichtig; Angelfischerei; jährlich Besatz mit Karpfen, Schleie, Regenbogenforelle; 1993 abgelassen und Mönch gebaut; beim Ablassen 2002 geringer Fischertrag; 2002/03 Winterung u. Sömmerung mit Bau von Abfischkasten und Hälterteich (viel Sediment, nach Abtrocknung überall begehbar); 2003 hoher Karpfenbesatz (600 kg K2, Phillipson empfiehlt max. die Hälfte), um durch deren Wühltätigkeit Eintrübung u. vermindertes Makrophyten- und Rohrkolbenwachstum (bei Sömmerung aufgekommen) zu erreichen; 2005 Wasser ganzjährig trüb (schlecht für Badegäste), keine „Verkrautung“, hoher Karpfen-Fangertrag, im Herbst erneuter Besatz mit Karpfen und Hechten; 2007 Wasser meist trüb; 2007 abgelassen, gewintert; Ertrag 700 kg (400 kg Karpfen, 150 kg Barsch, je 50 kg Zander, Hecht, Rotaugen; keine Graskarpfen); Abfischung gut durchgeführt, aber Abfischkasten zu klein, Schlammaustrag gering; 2010 abgelassen, gewintert; 2013 abgelassen, wg. Biber aber nur kurz gewintert; Biber zog solange an Unterlauf und baute dort (Biberbeaufragter meint: Biber kommt gut mit zeitweiliger Winterung zurecht, und wechselt dann halt);

Hydrologische Daten: Verlandungszone 2,1 ha

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

165 ha

2,8 ha

5,5 m

2,1 m

59 600 m3

Zulauf drei Bäche aus östl. Hang sowie Bach an der Südspitze; das Drainwasser aus W wird seit 2000 über Graben in Auslauf geleitet (bei Starkregen aber überflutet; dann in den Whr)

Ablauf über Mönch in einen Wiesenbach, Rot, Donau

Sediment: teilweise mineralisch, teilw. Faulschlamm; 2003 Pges 0,7 mg/g TS, Glühverlust 11%;

Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: im Westen Verlandungsbereich mit Schilfröhricht, Großseggen, Rohrkolbenröhricht; Teichmuschel; Galizierkrebs (Pontastacus leptodactylus); seit 2011 Biber; 2006 im Zulaufbereich großer Bestand des Riesenbärenklaus festgestellt, der sich bis 2008 noch ausweitete; ab Juni 2008 mechanisch entfernt, aber 2015 weiterhin großes Problem mit Riesenbärenklau-Feld

Teichbodenvegetation 2003: Elatine triandra (RL 1; in Ba.-Wü.seit 1970 nur 2 weitere Orte; dreimänniger Tännel), Carex bohemica, Eleocharis ovata, Rumex aquaticus, - maritimus, Typha an., Leersia oryzoides, Bidens radiatus, Gypsophila muralis (alle RL 3) (Kartierung: H. Herwanger, Bad Waldsee)

vor 1985 Nymph. alba, Hippuris vulgaris, Poly. amphibium, Pot. optusifolius; 2000 Nymph. alba, Pot. optusifolius (Fürst); 2004 Nymph. alba, Poly. amphibium, Potamogeton pectinatus (Fürst); 2009 Nymphaea alba, Polygonum amphibium (Phillipson); 2014 Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Ranunculus trichophyllus (Herz);

Fische: Karpfen, Hecht, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Barsch, Regenbogenforelle 1985 Besatz mit Graskarpfen, welche 1993 wieder entfernt wurden; Biber

2000 TP max (95 µg/l) und Chloro max im März; Sauerstoffübersättigung bis 119 %; pH bis 8,7;

2002 TP max (123 µg/l) und Chloro max im Oktober; Sauerstoffübersättigung bis 142 %; pH bis9,0; am Grund im Juli Sauerstoffdefizit bis 4 %, aber nur geringe Nährstoffanreicherung

2004 TP max (76 µg/l) im August, Chloro max im Oktober; Sauerstoffübersättigung bis 159 %, meist jedoch Sauerstoffdefizit; pH bis 8,5; am Grund im August Sauerstoffdefizit bis 7 % mit deutlicher Nährstoffanreicherung (221 µg TP/l); Algenblüten (Grün- und Goldalgen); keine Daphnien

2009 TP max (75 µg/l) im Oktober, Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 127 %; pH bis 8,7; am Grund im August Sauerstoffdefizit bis 18 % mit Nährstoffanreicherung (126 µg TP/l) (geringer als 2004 wg. Winterung?); P relativ konstant zu hoch, evtl. durch Eintrag von außen bestimmt; Algenblüten (Kieselalgen, Jochalgen, Feueralgen); Daphnien wieder vorhanden

2014 TP max (75 µg/l) im September, Chloro max im November; Sauerstoffübersättigung bis 127 %; pH bis 8,8; am Grund im Juni geringes Sauerstoffdefizit bis 40 % mit leichter Nährstoffanreicherung (62 µg TP/l); Cryptophyceae (Cryptomonas erosa, - ovata, Rhodomonas minuta); in Frühjahr und Sommer Daphnia longispina

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

(P- und N-Mittelwerte wenn möglich einschließlich Tiefenwasser; erfasst besser die Gesamtsituation)

 

2000*

2002

2004

2009

2014

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

 

1,5

0,91

0,79

0,77

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

51

80

61

64

53

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

36

27

15

22

35

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

58

52

32

41

121

eutroph

Sichttiefe (m)

0,8

0,7

1,2

0,8

0,8

hoch eutroph

* nur 6 Messungen, nur Oberflächenwasser

Trophiestufe: 2002 eutroph, e2; 2004 eutroph, e1; 2009 und 2014 eutroph, e2

Phosphorgehalt nur Oberflächenwasser:

 

2000

2002

2004

2009

2014

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

51

78

59

64

53

Belastungsquellen
– Jägerhaus im EZG; Jägerhaus hat geschlossene Grube
– Zulauf deutlich belastet (bei hoher Wasserführung auch hohe P-Konzentration)
– viele intensiv genutzte, drainierte Niedermoorflächen; Gülle bis Ufer; Äcker in Hanglage; 2013 illegaler Grünlandumbruch, der trotz Gerichtsurteil noch nicht rückgängig gemacht wurde (2014)
– zwar wird seit 2004 das Drainwasser aus den westl. gelegene Nutzflächen über Graben in Auslauf geleitet, bei Starkregen jedoch immer noch Belastungen (Überflutung)
– Fischteich im Einzugsgebiet (an Seitenast des Zulaufs)
– Fischerei; zu hoher Fischbesatz nach der Sömmerung
– Badebetrieb; Schlittschuhlaufen

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Renaturierung der Zuläufe; Bau eines Sedimentfangs am Zulauf; Entfernung des Riesenbärenklaus im Zulaufbereich
– 2015 Vorschlag an Gemeinde, die hoch belastete Drainage in einer Umlaufleitung in den Ablauf zu führen
– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; Bewirtschaftungskonzept; regelmäßiges Ablassen und Wintern; alle paar Jahre Sömmern, auch wegen Teichbodenvegetation mit seltenen Arten (z.B. dreimänniger Tännel)
– Uferpflege des Weihers

Umsetzung / Maßnahmen

Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2002-06

8,4

2.690 €

2007-15

0

 

 

 

 

Renaturierung
– 2004 Gewässerentwicklungsplan durch Büro Rau
– 2005 Renaturierungen am Ablauf

Sonstiges
– 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)
– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– während der Sömmerung 2003 Reparatur des Mönchs, Uferpflege, Verbesserung des Badebereichs, Müllentfernung
– 2006 Planung eines Sedimentfangs im Zulauf
– 2007/08 Bäume auf dem Damm entfernt
– 2008 - 2011 Riesenbärenklau am Zulauf mechanisch entfernt; 2012 nach wie vor massenhaft vorhanden
– 2012 Bau eines Sedimentabsetzbeckens im Zulauf (350 m3; 35 000 €)

 

Letzte redaktionelle Änderungen Juli 2016