Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Lautersees ist rot umrandet)

Lautersee

1989 - 2000 im SOS

Gemeinde Kißlegg, Lk. RV TK 8225

Schutzstatus: Naturdenkmal (seit 1994; 2,9 ha), § 33-Biotop

Eigentümer: Haus Waldburg-Wolfegg Pächter: nicht verpachtet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung


80 %

10 %


10 %

 

Untersuchungen des Lautersees:

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Konold

1987

Limnologie

GWD RV

1997 - 99

Limnologie

FFS (Dehus)

1993

Fischbestand

RPTÜ RV

2008

Limnologie

 

Entstehung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor 16 000 Jahren in einem Toteisloch


Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei; im Frühjahr Hechtlaichfischerei mit Trappnetz


Hydrologische Daten: durch Vertiefung des Ablaufgrabens in historisch. Zeit erheblich abgesenkt

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

37 ha

1,5 ha

3,1 m

1,9 m

28 600 m3

Zulauf aus Entwässerungsgräben

Ablauf über Graben in Wolfegger Ach, Schussen, Bodensee

 


Sediment: 1999 Pges 0,6 mg/g TS, Glühverlust 27% (? organischer Anteil)

Fauna und Flora / Daten Wasserchemie: starke Algenblüten; Teichmuschel; größerer Bestand an Galizierkrebs (Pontastacus leptodactylus), etwas Edelkrebs (Astacus astacus);
in den 1980er Nymphaea alba, Nuphar lutea; so auch 2001 und 2009 (Phillipson);

Fische 1993: Rotauge, Rotfeder, Barsch, Brachse, Hecht, Karpfen, Schleie, Zander, Wels, Graskarpfen?


1998 TP max (246 µg/l) und Chloro max im Juli; Sauerstoffübersättigung bis 205 %; pH bis 8,4

1999 TP max (68 µg/l) und Chloro max im Oktober; Sauerstoffübersättigung bis 117 %, Sauerstoffdefizit bis 68 %; pH bis 8,2

2008 bis Mai wenig Phosphor; TP max (82 µg/l) und Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 146 %; pH bis 8,1; am Grund Sauerstoffdefizit bis 33 %, aber keine Nährstoffanreicherung; keine Algenblüten; viele Daphnien


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


1998

Trophiestufe

1999

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,99


1,16

2,11


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

71

eutroph

57

43

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

34

eutroph

27

33

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

188

eu-/hypertroph

56

58

eutroph

Sichttiefe (m)

1,4

eutroph

1,5

1,7

eutroph

 

Trophiestufe: 1998 eutroph, p1 / 1999 und 2008 eutroph, e2

 

Belastungsquellen

– 2 Teilorte (Lautersee, Bärenweiler; 25 Einwohner) ohne Kläranlagenanschluss (Stand 1991)

– als Grünland genutztes entwässertes Niedermoor um den See


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 1998 Anschluss von Bärenweiler

– 1999 Anschluss von Lautersee an eine Pflanzenkläranlage in Ablauf Lautersee

Landwirtschaft

– 1995 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

1995-96

3,7

2.400 DM

2006

1,8

556 €

2012-13

3,0

1.130 €

1997-98

4,4

2.950 DM

2007-08

4,8

1.290 €

2014

5,0

2.110 €

1999-00

3,4

2.230 DM

2009

4,1


2015

5,1

2.320 €

2001-03

5,1

1.590 €

2010

4,4





2004-05

4,7


2011

4,6

1.320 €




 


Renaturierung

– die Erstellung eines Gewässerentwicklungsplanes ist nicht erforderlich

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016