Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Schlingsees ist rot umrandet)

Schlingsee

1989 - 2000 und ab 2015 im SOS

Gemeinde Kißlegg, Lk. RV TK 8225

Schutzstatus: Naturdenkmal (seit 1992; 3,9 ha), § 33-Biotop

Eigentümer: Stiftung Waldburg-Zeil‘sche Hospitalverwaltung

Pächter: Hr. Stab (Verwaltungsleiter der Hospitalverwaltung)

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

10 %

45 %

10 %


35 %

 

Untersuchungen des Schlingsees:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Konold

1987

Limnologie

GWD-RV

1998 - 1999

Limnologie

Uni Tüb. (Wurm)

1992

Zu- und Ablauf

RPTÜ RV

2008

Limnologie

FFS (Dehus)

1993

Fischbestand

RPTÜ RV

2015

Limnologie

 

Entstehung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor 16 000 Jahren in einem Toteisloch

Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei und Krebsfang mittels Reusen

Hydrologische Daten: durch Vertiefung des Ablaufgrabens in histor. Zeit vermutlich abgesenkt

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

36 ha

1,9 ha

2,9 m

1,9 m

35 800 m3

Zulauf aus Süden mit meist geringer Wasserführung; starker Grundwasserzustrom

Ablauf über Zellersee in die Wolfegger Ach, Schussen

 


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: kleiner Bestand an Edelkrebs (Astacus astacus) und Galizierkrebs (Pontastacus leptodactylus)

2001 Nymph. alba, Nuphar lutea (Bolender); 2009/2015 Nymphaea alba (Bolender/Herz)

Fische: Rotfeder, Rotauge, Barsch, Brachse, Schleie, Hecht, Karpfen, Wels, Aal


1998 TP max (120 µg/l) und Chloro max im Sept; Sauerstoffübersättigung bis 193 %; pH bis 8,6

1999 TP max (74 µg/l) im August, Chloro max im Okt; Sauerstoffsättigung 115 - 59 %; pH bis 8,2

2008 TP max (68 µg/l) im Juli, Chloro max im September; Sauerstoffsättigung 105 - 73 %, meist Sauerstoffzehrung; pH bis 8,1; am Grund Sauerstoffzehrung (bis 20 %) und leichte Nährstoffanreicherung (98 µg TP/l); keine Algenblüten; viele Daphnien

2015 TP max (69 µg/l) und Chloro max im Oktober; Sauerstoffsättigung 125 - 36 %, meist Sauerstoffzehrung; pH bis 8,4; Algenarten?; keine Daphnien


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

1998

1999

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,29

0,69


0,57


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

79

55

eutroph

54

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

39

19

eutroph

40

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

82

48

eutroph

84

eutroph

Sichttiefe (m)

1,2

1,5

eutroph

1,1

hoch eutroph

 


 


2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,70


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

55

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

22

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

41

eutroph

Sichttiefe (m)

1,2

hoch eutroph

 

Trophiestufe: 1998 eutroph, p1; 1999 eutroph, e1-e2; 2008 eutroph, e2-p1; 2015 eutroph, e2

 

Belastungsquellen

– bis in die 1980er durch Abwässer aus Bärenweiler stark belastet

– ein landwirtschaftliches Anwesen ohne Kläranlagenanschluss

– Landwirtschaft; Acker unmittelbar am See

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen


Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 1996 Anschluss des landwirtschaftlichen Anwesens; damit ist alles angeschlossen

Landwirtschaft

– 1995 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

1994-01

0,7

550 DM

2006-11

0,8

310 €




2002-03

0,7

260 €

2012-13

1,5

530 €




2004-05

0,9


2014-15

1,2

390 €




 


Renaturierung

– die Erstellung eines Gewässerentwicklungsplans ist nicht erforderlich

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016