Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Oberen Schlossweihers ist rot umrandet)

Oberer Schlossweiher

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 20162000 - 2005 und ab 2010 wieder im SOS

Gemeinde Argenbühl, Lk. RV TK 8225

Schutzstatus: FFH, teilweise §-32-Biotop

Eigentümer: Alois Graf von Waldburg-Zeil Pächter: Fischereiverein Wangen

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

60 %

40 %




 

Untersuchungen am Oberen Schlossweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

GWD RV (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

RPTÜ RV

2009

Limnologie

GWD RV

2002

Limnologie

RPTÜ RV

2014

Limnologie

 

Literatur: Konold 1987, LfU 1994, Pfadenhauer 1985, Prinzinger1991/99, Regionalverband 1986


Entstehung/Umgebung: angelegt evtl. im 12. Jahrhundert; Stauweiher der Burgmühle von Burg Ratzenried; lag im 19. Jhd. über längere Zeit trocken; zu ¾ von Wald umgeben; Damm am Nordwest-Ufer


Bewirtschaftung: Angelfischerei; jährlicher Besatz mit Hecht, Zander, Karpfen, Schleie; 1970 letztmals abgelassen und gewintert; angeblich keine stärkere Verlandung und Verschlammung; Verein mit jährlichen Angelerträgen zufrieden (37 kg/ha*a); drei Mönche, jedoch inzwischen alle deffekt; nächstes Ablassen geplant seit 2005 für Mönchneubau und zur Fischbestandskontrolle


Hydrologische Daten: laut Untersuchung 2002 kaum über 2 m tief?

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

97 ha

11,2 ha

4,0 m

2,1 m

237 000 m3

Zulauf hauptsächlich aus Süd(ost)en, kleinere Zuläufe aus NO, SW sowie Quellen im Weihergrund

Ablauf über Bach (200 m) in den Unteren Schlossweiher, Untere Argen

 


Sediment: fast überall fester Grund, in der Mitte des Weihers steinig


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: am Nordufer breites Schilfröhricht; Teichmuschel; viel Edelkrebs;

1987 Chara globularis, Fontinalis antipyretica, Pot. berchtoldii, - lucens, Poly. amphibium, Ranunculus aquatilis; 2001 Pot. lucens, Poly. amphibium, Pot. crispus, - x zizii (Bolender); 2008 Pot. lucens, -berchtholdii, -pectinatus, Poly. amphibium, Fontinalis antipyretica (Bolender); 2014 Potamogeton lucens, -crispus, -pectinatus, Polygonum amphibium, Chara vulgaris, Fontinalis antipyretica (Herz)

Fische: Barsch, Karpfen, Schleie, Rotfeder, Brachse, Rotauge, Döbel, Aal, Hecht, Zander (seit 1997), Wels; 1980 Karpfensterben durch Krankheit (ca. 1 t)

Vögel: wenig Kormorane, aber viele fischende Gänsesäger


2000 TP max (60 µg/l) und Chloro max im September; Sauerstoffsättigung 123 - 42 %; pH bis 8,4

2002 TP max (68 µg/l) und Chloro max im Dezember; Sauerstoffsättigung 110 - 59 %; pH bis 8,2

2009 TP max (62 µg/l) und Chloro max im November; Sauerstoffsättigung 135 - 81 %, meist leichtes Sauerstoffdefizit; pH bis 8,7; im September ab 3 m anaerob; am Grund mäßige Nährstoffanreicherung (1,75 mg NH4-N/l, 14 µg o-PO4-P/l, 106 µg TP/l)

2014 TP max (140 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffsättigung 38 - 181 %; pH bis 9,4; im Sommer am Grund Sauerstoffdefizit bis 21 % und mäßige Nährstoffanreicherung (0,43 mg NH4-N/l, 96 µg o-PO4-P/l, 188 µg TP/l); im Juli/August Algenblüte mit Ceratium hirundinella und C. cornutum, im Oktober mit Planktothrix aghardhii; keine Daphnien


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


2000*

2002

2009

2014

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


0,79

0,53

0,52


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

47

50

54

53

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

12

14

19

19

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

25

45

31

112

eutroph

Sichttiefe (m)

1,6

1,9

1,2

2,3

eutroph

 

* nur 6 Messungen; 2009 einschließlich Tiefenwasser 56 µg TP/l, 2014 53 µg TP/l


Trophiestufe: 2000 eutroph, e2; 2002 eutroph, e1-e2; 2009 und 2014 eutroph, e2

 

Belastungsquellen

– Gehöfte Platz, Knobel und Alperts im EZG; Knobel und Alperts dezentral (Stand 1999)

– Weidewirtschaft auf Niedermoorflächen sowie in Hanglagen

– alle Zuläufe deutlich belastet, v.a. südlicher Zulauf; 2009 Suche nach Quelle, vmtl. aus Biogasbetrieb in Alperts; Abwasserpilz auf 600 m (vom Fahrsilo?); 2011 wieder Abwasserpilz uh Biogasbetrieb; im Nov 2015 weiterhin hohe Belastung in Drainage aus Richtung BGA Alperts (1113 o-PO4-P/l und 1926 µg TP/l bei allerdings nur 0,5 l/sec)

– 2014 Gülledüngung ohne genügenden Abstand (Landwirt Beck); Belastung im gesamten Gebiet durch punktuelle und diffuse Quellen weiterhin hoch

– geringer Badebetrieb


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Kläranlagenanschluss der Teilorte/Gehöfte

– Beseitigung von punktuellen Belastungsquellen

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Renaturierung der Zuflüsse

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Ablassen zur Fischbestandskontrolle; Hecht vermutlich geeigneter als Zander; Mönchneubau

– Uferpflege des Weihers



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– bis 2004 alles angeschlossen außer 6 KKA in Alperts (Stand 2011)

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– 2009 Suche nach der Belastungsquelle für den südlichen Zulauf (Biogasbetrieb); 2011 und 2015 besteht das Problem weiterhin

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

6,1

3.090 DM

2006

5,8

1.610 €

2015

0,2

60 €

2002-03

6,1

1.580 €

2007

1,3

280 €




2004-05

6,4


2008-14

1,3

300 €




 


Renaturierung

– Gemeinde Argenbühl möchte Gewässerentwicklungsplan vergeben

Sonstiges

– 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– 2002 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016