Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Hengelesweihers ist rot umrandet)

Hengelesweiher

seit 1989 im SOS

Stadt Isny, Lk. RV TK 8326

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Maierhöfen (Bayern)

Schutzstatus: NSG („Hengelesweiher“; seit 1990; 54,4 ha), LSG, FFH, teils § 33-Biotop

Eigentümer: Fürst von Waldburg-Zeil Pächter: Fischereiverein Isny

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016): zum großen Teil in Bayern

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

40 %

45 %

5 %


10 %

 

Untersuchungen des Hengelesweihers:

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Regionalverb. Bodensee - Oberschwaben

1986

Limnologie

RPTÜ RV

2007

Limnologie

GWD RV

1998 - 00

Limnologie

Weyhmüller

2013

Limnologie

 

Entstehung: künstlich, Maierhöfener Bach wurde aufgestaut; 1551 erstmalig erwähnt

Bewirtschaftung: bis 1990 Energiegewinnung mittels Turbine; Angelfischerei (z.B.1991 Besatz mit 250kg Karpfen, 510kg Forelle; Fang von 186kg Karpfen, 150kg Forellen, 176kg Hecht, 3kg Schleie); früher regelmäßig jährlich abgelassen und gewintert; 1986 abgelassen; 2000 abgelassen u. gewintert, Schlammdicke 1 m; 2010 abgelassen, Ertrag 2400 kg (600kg Karpfen, 900kg Rotaugen/Brach-sen/Rotfedern, 470kg Wels, 390kg Hecht, 41kg Schleie, 9kg Marmorkarpfen, 15kg Indischer Amur, 1kg Karausche (+ 580 Muscheln und 200 Edelkrebse)); viele große Welse und Graskarpfen, viel Schlamm im Weiher und im Ablauf; Abfischen ungenügend organisiert, zukünftig besser regeln; Fische teilweise in Biesenweiher umgesetzt, um sie im März wieder zurückzusetzen (ohne Graskarpfen); 2012 Ablassen mit Winterung und Mönchbau (160 Spiegelkarpfen, 270 Hechte (die meisten klein), 60 Welse, 30 Schleien, 200 kg Schuppenkarpfen, 500 kg Rotaugen/Brachsen/Rotfedern, 50 kg Flussbarsch, 50 kg Karauschen (+ 50 Edelkrebse); insgesamt laut FV schlechtes Fangergebnis); bis 2012 nur Grundablass, seither auch Mönch


Hydrologische Daten: Einzugsgebiet zu 85 % in Bayern

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

924 ha

7,0 ha

3,7 m

1,8 m

125 000 m3

Zulauf mehrere Gräben in Maierhöfener Bach

Ablauf über Maierhöfener Bach in Untere Argen

 

Sediment: schnell verlandend; Faulschlamm mit H2S; 2001 Pges 1,1 mg/g TS, Glühverlust 11%; Sediment laut Untersuchung 2013 (für Entschlammung) etwas erhöhte Konzentrationen an Cu, Zn und Ni (dies ist für die geplante Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen ein Problem, da auch der Anteil an organischem Material im Schlamm gering (und dann greift Bodenschutzgesetz)


Fauna und Flora /Daten Wasserchemie: Steifseggenried; Verlandungsbereich im Südwesten; Teichmuschel, Edelkrebs (Astacus astacus); wichtiges Amphibienlaichgewässer; Biber

1983 Nuphar pumila, Nymphaea alba, Nuphar intermedia, Ranunculus circinatus, Lemna minor, Equisetum fluviatile; 1985/88 Nymphaea alba, starker Bewuchs mit Elodea canadensis, Pot. pusillus, - crispus, Lemna minor, Callitriche sp.; 2001 Nuphar pumila (Herz); etwas später im Jahr (bedingt durch die vorhergehende Winterung) Aufkommen von Laichkraut; 2008 Nuphar pumila, Nymphaea alba, Potamogeton crispus, - lucens (Bolender); 2012 zusätzlich Elodea canadensis (Bolender); 2013 Nuphar pumila, Nymphaea alba, Potamogeton crispus, - lucens, Elodea canadensis (Bolender);

Fische: Karpfen, Forelle (Besatz nicht sinnvoll), Hecht, Wels, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Aal, Graskarpfen; wiederholt Fischsterben; beim Abfischen 2000 wurden sehr große Graskarpfen gefangen

Fische 2010: Karpfen, Wels, Hecht, Rotauge, Brachse, Rotfeder, Schleie, Karausche, Graskarpfen


1996 im Aug Algenblüte mit Trachelomonas hispida punctata (starke Braunfärbung des Wassers) ;

1999 TP max (140 µg/l) im August, Chlor max im September; meist Sauerstoffdefizit (bis 52 %)

2007 TP max (104 µg/l) im Juli, Chloro max im Oktober; meist Sauerstoffdefizit (bis 57 %)

2013 TP max (53 µg/l) im September, Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 124 %; pH bis 8,5; trotz geringer Tiefe leichte Nährstoffanreicherung am Grund (im August 83 µg TP/l, 0,230 mg NH4/l); Chrysophyceen, Diatomeen, Chlorophyceen; vereinzelt D. longispina u. D. reticulata


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


1999

2000

2007

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,77

0,53

0,71

0,62


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

63

53

53

33

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

20

13

18

9,0

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

82

26

27

22

eutroph

Sichttiefe (m)

0,8

1,2

1,0

1,3

hoch eutroph

 


Trophiestufe: 1999 und 2007 eutroph, e2; 2013 eutroph, e1;


Veränderungen in den letzten Jahren
Trophische Situation des Weihers ist in etwa gleich geblieben; Nährstoffeinträge über Zuläufe zwar im Schnitt deutlich abgenommen (positive Entwicklung), bei Starkregen jedoch weiterhin zu hohen Nährstoffkonzentrationen in den Zuläufen und hierdurch bedingte Nährstoffschübe in den Weiher; hinzu kommt das im Schlamm über die vergangenen Jahrzehnte abgelagerte Nährstoffdepot

Belastungsquellen

– Wohnplätze zwischen Maierhöfen und Hengelesweiher ohne Kläranlagenanschluss; die meisten betroffenen Teilorte liegen jedoch in Bayern (Stand 1991/96)

– mehrere RÜB im Einzugsgebiet

– 2014 seitlicher Zulauf des Maierhöfer Bachs uh Ringenberg bei Regen hoher P-Gehalt (310 µg o-PO4-P/l, 375 µg TP/l)

– viel landw. Nutzung in Hanglage (seitl. Hänge z.T. mit über 300 m Höhenunterschied); entwässerte Niedermoorflächen; starke Düngung auf feuchten Flächen im Verlandungsbereich

– Einträge von mineralischem Material aus den seitl. Steilhängen in den Maierhöfener Bach

– geringer Badebetrieb; nicht genehmigter Steg in Verlandungszone

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; regelmäßiges Ablassen und Wintern; Abbau des nicht genehmigten Steges in Verlandungszone; Bau eines Mönchs; (Bau von Absetzbecken für das Ablassen ist mangels Platz nicht mgl.)

– Entschlammung

– Bau eines Sedimentationsbeckens vor dem Weiher

– Renaturierung der Zuflüsse

– Umsetzung des Pflegeplans des RPTÜbingen, Einhalten der NSG-Einschränkungen



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 1990 Bau der Kläranlage in Maierhöfen; 1988-90 Anschluss von Maierhöfen, Happach, Ringenberg, Iberg-Sanatorium, Riedholz, Steig, Vorholz, Neppen, Buchers, Flucken, Stockach, Schwarzen in Bayern

– 1998 Anschluss von Blasenberg und Schießlang

 

Maßnahme

Baukosten insg

Landeszuschuss

Kommune

Anschluss von Blasenberg, Schießlang

105 600 DM

29 100 DM

76 500 DM

 

– in Bayern bleiben Wolfbühl, Büchlenberg, Nagelringen, Warmhalden weiterhin dezentral; in Ba.-Wü. bleiben Wolfbühler Berg, Wolfbühl weiterhin dezentral (z.T. biolog. Anlage oder Schönungsteich) (Stand 2011)

Landwirtschaft

– 1995/2010 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG(Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

1999

9,8


2006

6,8

2.210 €

2013

4,1

1.740 €

2000-01

10,0

4.720 DM

2007

13,9

4.270 €

2014

3,7

1.410 €

2002-03

9,9

2.390 €

2008

18,3


2015

3,6

1.720 €

2004

7,0


2009-11

16,3





2005

8,0


2012

8,2

2.510 €




 


Renaturierung

– Pflegeplan des RPTÜbingen wird umgesetzt

– 1999 Gewässerentwicklungsplan auf der Gemarkung Isny durch Büro Dr. Fitz, Salem

– geplant sind Renaturierungen an Maierhöfer Bach (4200 m), Zulauf Wolfbühl (800 m) sowie östliche Zuflüsse des Maierhöfer Bachs (2100 m); vorerst auf bayerischem Gebiet keine Umsetzung, höchstens bei Ausgleichsmaßnahmen

– 2001 Ergänzung des GEP mit Planung eines Sedimentationsbeckens (Trautmann)

– geplant seit 2008/09 Bau eines Sedimentationsbeckens (600 m3; 105 000 €) im Zulauf

– im Winter 2012/13 Bau eines Mönchs

– 2014 Entschlammung im Zulaufbereich (1500 m3 Schlamm-Wasser-Gemisch); Ausbringung des Schlamms auf landwirtschaftlichen Flächen

Letzte redaktionellen nderungen Mai 2016