Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Schwaigfurter Weiher

seit 2005 im SOS

Gemeinde Bad Schussenried, Lk. BC TK 8023 + 8024

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Aulendorf, Ingoldingen

Schutzstatus: NSG („Schwaigfurter Weiher“; seit 1993; 31 ha), FFH

Eigentümer: Karl Nabholz, Schwaigfurt Pächter: nicht verpachtet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Wohnbebauung

Schwaigfurter Weiher direkt

20 %

30 %

30 %

20 %

einschl. Niklas-, Zeller-, Olzr. See

20 %

35 %

30 %

15 %

 

Untersuchungen am Schwaigfurter Weiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2005

Limnologie

Fürst

2015

Limnologie

Fürst

2010

Limnologie




 

Literatur: Roweck & Reinöhl 1986, Roweck & Schütz 1988, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: 1480 zur Versorgung einer Mühle und zur Fischzucht; in neuerer Zeit bestanden Überlegungen, die Insel wieder für die Freizeit zu nutzen (bis in die 1950er Jahre fanden auf der Insel Tanzveranstaltungen statt)

Bewirtschaftung: seit 1920 jährlich abgelassen (ohne Winterung); Besatz mit K2 und S2; Fütterung der Fische; Winterung laut NSG-VO zulässig, Weiher muss nur vor dem 1.3. wieder bespannt sein; beim Ablassen jeweils starker Schlammaustrag; Winterung 2008, ab 2010 jedesmal; Mönch seit 2012 (allerdings etwas klein geraten)


Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(84N+248O+120Z+2022) 2474 ha

13,8 ha

2,9 m

1,3 m

181 000 m3

Zulauf aus NW Finsterbach (wird unter der Schussen durchgeführt), aus N Hauptzulauf Teil der Schussen (auch vom Olzreuter und Zellersee her; fließt überwiegend am Weiher vorbei), aus NO vom Niklassee her Krebsgraben; das aus Osten zufließende Wasser (uh Laimbach) wird seit längerem in Graben entlang des Ostufers nach Süden in den Ablauf geführt

Ablauf an großem Überlauf (unweit des Zulaufs), am Südzipfel als Mühlkanal (unterirdisch), sowie über Mönch (eingebaut 2012) in Schussen

 

Sediment: Faulschlamm


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: von Bruchwald mit Schilf umgeben; im Westen 200 Jahre alte Stieleichen;

1987 Nymph. alba, Nuphar lutea, Elodea canadensis, Ceratophyllum demersum, Lemna minor, Fontinalis sp.; (1983 bzw. 86 zusätzlich Spirodela polyrrhiza, Potamogeton pusillus, Zannichelia pal., noch früher auch Nuphar pumila); 2008 vor und 2009 nach Winterung jeweils Nymph. alba, Nuphar lutea, Elodea cana., Chara globularis, - vulgaris, Pot. pusillus, - pectinatus, Fontinalis anti., Lemna minor (Bolender); 2011 Nymph. alba, Nuphar lutea, Elodea canadensis, - nutallii, Chara globularis, Chara vulgaris, Pot. pusillus, - pectinatus, Myriophyllum spicatum, Fontinalis antipyretica, Lemna minor (Bolender); 2015 Nymphaea alba, Nuphar lutea, Chara vulgaris, Potamogeton pusillus, - pectinatus, Fontinalis antipyretica (Bolender)

Fische: Karpfen, Schleien

Vögel: Haubentaucher, Zwergtaucher, Höckerschwan, Tafelente, Reiherente, Blässralle, Teichralle, Wasserralle, Teichrohrsänger, Rohrammer


2005 TP max (86 µg/l) im Oktober, Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 276 %; pH bis 8,5; am Grund weder Sauerstoffdefizit noch Nährstoffanreicherung; trotz der hohen Nährstofffrachten (insbesondere aus dem Krebsgraben) befindet sich der Weiher in einem relativ guten Zustand; Ursachen hierfür sind geringe Aufenthaltszeit, alljährliches Ablassen und der hierdurch bedingte relativ niedrige Fischbestand

2010 TP max (99 µg/l) im Juli, Chloro max im März; Sauerstoffsättigung 187 - 68 %; pH bis 8,6; am Grund weder Sauerstoffdefizit noch Nährstoffanreicherung; trotz ab Juni erhöhtem P-Gehalt im Weiher nur geringes Phytoplanktonaufkommen; etwas Daphnien (Daphnia sp., Ceriodaphnia reticulata); evtl. baut sich aufgrund der hohen Durchflussrate v.a. im Sommer und Herbst kein entsprechendes Phytoplankton auf

2015 TP max (56 µg/l) und Chloro max im März; Sauerstoffsättigung 143 - 78 %; pH bis 8,6; am Grund weder Sauerstoffdefizit noch Nährstoffanreicherung; im Oktober Chrysophyceen (Dinobryon divergens), Diatomeen (Aulacoseira granulata, Centrales), Chlorophyceen (Scenedesmus) und Cryptophyceen (Cryptomonas ovata, Rhodo. lacustris); keine großen Daphnien (nur etwas Ceriodaphnia); Novemberwert nicht einbezogen, da im Nov bereits abgesenkt (Schlammaufwirbelung)



Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

2005

Trophiestufe

2010

2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

2,37


2,39

1,71


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

50

eutroph

59

46

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

14

eutroph

5,6

5,7

mesotroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

33

eutroph

14

16

mesotroph

Sichttiefe (m)

1,5

eutroph

1,5

2,3

eutroph

 


Trophiestufe: 2005 eutroph, e1-e2; 2010 eutroph, e1; 2015 meso-/eutroph, m

 

Belastungsquellen

– Siedlungen im Einzugsgebiet; bis auf Lufthütte und Sennhof (9 Einwohner; Antrag gestellt) alles angeschlossen (Stand 2005)

– 10 RÜBs (2016 nur noch 8) laut LRA Biberach (ihr Eintrag entspräche bei grober Abschätzung ca. 500 EGW) an Schussen; Regenwasserbehandlung bis 2010 angeblich deutlich verbessert (Werte 2015 aber hoch); 1 RÜB am Krebsgraben

– viele landwirtschaftlich genutzte drainierte Niedermoorflächen

– fehlende Pufferstreifen an den Bachläufen

– Badebetrieb und fischereiliche Nutzung gering, aber Fütterung der Fische; Bootsverleih (Boote fahren teils in nicht erlaubte Bereiche und stören dort z.B. Brut des Zwergtauchers)


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss; Überprüfung der RÜBs

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Überprüfung der fischereil. Bewirtschaftung; gelegentliches Wintern; Einbau von Mönch

– Renaturierung der Zuläufe

– das RP möchte Bojenkette zum Schutz der Wasservögel einbauen lassen



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2009 Anschluss von Lufthütte und Sennhof; damit ist alles angeschlossen

– bis 2010 weiteres RÜB für Schussenried fertiggestellt, dessen Ablauf uh Weiher in Schussen mündet; Regenwasserbehandlung insgesamt bis 2010 deutl. verbessert

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen (vom Naturschutz):

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005-07

6,4

1.300 €

2008-12

5,4

1.800 €

2013-15

0


 


Renaturierung

Sonstiges

– Freizeitnutzung eingeschränkt durch Bojenkette

– 2012 Einbau eines Mönchs

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016