Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Schlossweihers ist rot umrandet)

Schlossweiher Siggen

seit 2005 im SOS

Gemeinde Argenbühl, Lk. RV TK 8225

Schutzstatus: § 33-Biotop

Eigentümer: Fürst zu Windisch-Graetz Pächter: seit 1984 Angelverein Lindenberg

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 


Wald

Grünland

Ackerland

Wohnbebauung

Schlossweiher direkt

5 %

90 %


5 %

einschl. Reuteweiher

15 %

80 %


5 %

 

Untersuchungen am Schlossweiher Siggen:

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2006

Limnologie

RPTÜ RV

2012

Limnologie

 

Literatur: Pfadenhauer 1985, Konold 1987, Roweck & Schütz 1988, Roweck 1988, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: als Burgmühleweiher zur Siggener Burg gehörig; angelegt evtl. im 12. Jahrhundert; erstmals erwähnt 1416


Bewirtschaftung: Baden und Bootfahren verboten; bis 1983 fischereiliche Nutzung mit regelmäßigem Ablassen; seit 1984 an Angelverein verpachtet, seither kein regelmäßiges Ablassen; 1999 abgelassen und gewintert (3170 Kg; 1036 kg Karpfen, 45 kg Schleie, 169 kg Hecht, 60 kg Zander, 86 kg Wels, 1104 kg Weißfisch, 140 kg Graskarpfen, 530 kg Silberkarpfen); 2010 abgelassen und gewintert (3086 Kg; 1072 kg Karpfen, 21 kg Schleie, 146 kg Hecht, 90 kg Zander, 310 kg Wels, 1295 kg Weißfisch, 89 kg Graskarpfen, 63 kg Silberkarpfen; Silber- und Graskarpfen nicht mehr zurückgesetzt); kein Mönch


Hydrologische Daten:

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(58 R + 58) 116 ha

5,4 ha

3,5 m

2,0 m

108 000 m3

Zulauf vom Reuteweiher aus Westen und aus Entwässerungsgräben

Ablauf über Mönch in Mühlkanal oder im Nebenschluss in Spießweiher, Gießbach, Obere Argen

 


Biologie/Chemie: im SW und NO Reste von Steifseggenried, im W Verlandungsbereich;

1983 Nuphar pumila, Nymph. alba, Pot. lucens, - gramineus, - pusillus, Ran. circinatus, Chara globularis, Elodea canadensis; 1986 bis auf Schwimmblattpflanzen keine Makrophyten; große Daphnien; 2001 Nuphar pumila, Nymph. alba, Pot. lucens, -berchtoldii, -crispus, - obtusifolius, Ranunculus trichophyllus, Chara globularis, Elodea canadensis (Bolender);

2006 Nuphar pumila, Nymph. alba (Fürst); 2008 Nuphar pumila, Nymph. alba (Bolender); 2012 viel Elodea canadensis, daneben Nuphar pumila, Nymphaea alba, Potamogeton lucens, - obtusifolius, Chara globularis, Stratiotes aloides (Krebsschere) (Bolender)

Fische: Karpfen, Hecht, Schleie, Zander, Rotfeder, Rotauge, Wels, Graskarpfen, Silberkarpfen; 2010 Silber- und Graskarpfen nicht mehr zurückgesetzt

Vögel: Haubentaucher,Zwergtaucher,Reiherente, Blässralle, Teichrohrsänger, Rohrammer


2006 TP max (85 µg/l) im März und August, Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 155 %; pH bis 8,4; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 12 %) und leichte Nährstoffanreicherung (90 µgTP/l, 0,16mg NH4-N/l); Algenblüten (Chrysophyceen, Diatomeen, Chlorophyceen, Dinophyceen); Daphnia cucullata; hoher P-Eintrag über Zulauf in März/April verantwortlich für hohen P-Gehalt im Weiher im März/Mai

2012 TP max (154 µg/l) und Chloro max im Okt; meist Sauerstoffdefizit bis 69 %; pH bis 8,2; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 17 %) und Nährstoffanreicherung (36 µg o-PO4-P/l, 140 µg TP/l, 0,17 mg NH4-N/l); mal vermehrt Microcystis, mal Ceratium; starke Algenblüte im Oktober (Art unbekannt); viele Daphnien im Mai, dann aber nicht mehr; deutlich mehr Makrophytenarten als 2006 und 2008 (Ursachen Ablassen und Wintern 2010 sowie Entfernen der Graskarpfen)


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


2006

Trophiestufe

2012

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,70


0,33


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

62

eutroph

64

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

20

eutroph

33

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

30

eutroph

180

eu-/hypertroph

Sichttiefe (m)

1,1

hoch eutroph

1,5

eutroph

 


Trophiestufe: 1984 mesotroph; 2006 und 2012 eutroph, e2


Nährstoffkonzentrationen im Zulauf des Schlossweihers:

 


2006

2012

Nitrat-Stickstoff (mg/l)

1,12

0,48

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

1,16

0,55

o- PO4-Phosphor (µg/l)

30

16

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

90

60

Wasserführung (l/sec)

(46) 270 – 2

30 – 0

 

2006: gegenüber dem obh. gelegenen Reuteweiher (65 µg/l) ist der mittlere P-Gehalt mit 90 µg/l deutlich höher; der zusätzliche Nährstoffeintrag stammt aus dem landwirtschaftlich genutzten Umfeld zwischen Reute- und Schlossweiher; hoher P-Eintrag im März und April in den Weiher (95 bzw. 185 µg TP/l bei 270 bzw. 36 l/sec); 2012: keine Starkregenereignisse



Belastungsquellen

– Siggen und mehrere Einzelgehöfte im Einzugsgebiet; alles angeschlossen

– landwirtschaftliche Nutzung auf Feuchtflächen mit Quellaustritten; teils hängige Flächen


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– schonendes Ablassen des Reuteweihers; Bau eines Schlammabsetzbeckens für ihn

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Überprüfung der fischereiliche Bewirtschaftung; regelmäßiges Ablassen und Wintern; Bau eines Schlammabsetzbeckens für Ablassen, Bau eines Mönchs

– Renaturierung des Zulaufs; Uferpflege



Umsetzung / Maßnahmen

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005

7,8


2007-09

6,7

2.280 €

2015

7,1

2.740 €

2006

0,3

120 €

2010-14

7,2

1.990 €




 


Renaturierung

– das Ablassen und Wintern 2010 hat sich sehr positiv auf Anzahl der Makrophytenarten ausgewirkt, und Daphnien waren 2012 zumindest in einem Monat vorhanden

Sonstiges

– 2010 Planung von Renaturierungsmaßnahmen und zweier Schlammauffangbecken uh Reuteweiher und uh Schlossweiher (Trautmann)



Letzte redaktionellen Änderungen April 2017