(Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Oberer Weiher

2005 - 2010 im SOS

Gemeinde Bad Wurzach, Lk. RV TK 8125

Schutzstatus: FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Kreisfischereiverein Ravensburg Pächter: nicht verpachtet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

70 %

30 %




 

Untersuchungen am Oberen Weiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2006

Limnologie

 

Literatur: Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: Oberer Weiher (Goldschmiedeweiher) 1722 erstmals erwähnt; der unterhalb gelegene Untere Weiher wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgelassen

Bewirtschaftung: intensiv als Angelgewässer genutzt; sehr selten abgelassen, zum letzten Mal 1985; 2003 abgelassen und gewintert, Bau eines Mönchs, 2004 gesömmert; 2005 Probleme mit Wiederanstau; 2014 abgelassen und gewintert; seit 2004 Mönch


Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

75 ha

3,4 ha

3,7 m

1,5 m

49 500 m3

Zulauf aus Drainagen, Entwässerungsgräben und dem Wald

Ablauf über verrohrten Überlauf und Grundablass; versickert am Ortsrand von Eintürnen

 


Flora und Fauna / Wasserchemie: Verlandungsbereich im Osten;
1987 und 1990 nur wenig Poly. amphibium, Ranunculus trichophyllus, - circinatus wegen Graskarpfen; 2001 Myriophyllum spicatum, Polygonum amphibium (Bolender)

2004 Teichbodenvegetation: Carex bohemica, Eleocharis ovata, Rumex maritimus (alle RL 3) (Kartierung: H. Herwanger, Bad Waldsee); vor dem Wiederbespannen trotz starkem Rohrkolben- und Gehölzwachstum nicht gemäht

2006 Polygonum amphibium, Potamogeton mucronata, Chara globularis, Fontinalis antipyretica (Fürst)

Fische: Schleie, Karpfen, Graskarpfen, Zander, Rotfeder, Ukelei, Hecht,Regenbogenforelle

Vögel: Haubentaucher, Zwergtaucher, Blässralle, Teichrohrsänger, Höckerschwan, Rohrammer


2006 TP max (183 µg/l) im November, Chloro max im März; meist Sauerstoffdefizit, bis 76 %; pH bis 7,8; am Grund in den Sommermonaten Sauerstoffdefizit bis 9 % und Nährstoffanreicherung (31 µg o-PO4-P/l, 245 µg TP/l, 0,12 mg NH4-N/l); Chlorophyll im März und Oktober/November am höchsten, den Sommer über trotz hohem P niedrig (Rhodomonas minuta, Cryptomonas, etwas Microcystis); wenig Daphnia cucullata; starker P-Anstieg im November auf 183 µg/l evtl. wegen Nährstoffeinschwemmung (ein Zulauf in diesem Monat stark belastet)


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

2006

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,64


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

104

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

12

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

30

eutroph

Sichttiefe (m)

1,6

eutroph

 

Trophiestufe: 2006 eutroph, e1

 

Belastungsquellen

– zwei Einzelgehöfte (Sontheim, Kämmerle) im EZG; das südlich gelegene könnte für den hohen Nährstoffgehalt in einem Entwässerungsgraben mit verantwortlich sein (s.o.)

– landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet, hängige Flächen am Weiher

– Fischerei


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Überprüfung der fischereilichen Nutzung; fischereiliches Bewirtschaftungskonzept



 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2006

0,2

80 €

2011

1,0


2015

1,2

1.090 €

2007-10

0,2

70 €

2012-14

1,2

870 €




 


Renaturierung

– keine Maßnahmen erforderlich

Sonstiges

– 2004 Bau eines Mönchs


Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016