Luftbild (Albrecht Trautmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Mahlweiher Ebersberg

seit 2005 im SOS

Gemeinden Amtzell/Neukirch, Lk. RV/BSK TK 8324+8224

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Bodnegg

Schutzstatus: NSG („Ebersberger Weiher“; seit 1995; 29,8 ha), FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Lydia Schmid, Schomburg Pächter: Anglergemeinschaft Wilhelm Schmid e.V.

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

Mahlweiher direkt

15 %

70 %

10 %


5 %

einschl. Herzogenwhr

15 %

55 %

20 %

5 %

5 %

 

Untersuchungen am Mahlweiher Ebersberg:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

RPTÜ RV

2005

Limnologie

Weyhmüller

2013

Limnologie

 

Literatur: Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: im 12.-13. Jhd. als zur Burg Ebersberg gehöriger Burgmühleweiher angelegt


Bewirtschaftung: früher für Betrieb von Mühlen (Ebersberger Mühle, Achmühle, Aumühle); heute Energiegewinnung (Triebwerksbesitzer Hubert Rein, Tannenriedweg 2, 88048 FN, 07544-3377) und zum Hochwasserschutz; gelegentlich Kalkung; vor 1998 letztmals 1979 abgelassen; im Frühjahr regelmäßig Besatz mit 100 kg fangreifen Regenbogenforellen; Pächter hat Entschlammung angedacht, aber zu teuer; 1998 abgelassen u. gewintert; beim Ablassen großer Schlammaustrag (eingebaute Bohlenwehre im Bach wenig wirksam); Ablaufrohr nur 20 cm Ø und beschädigt, daher Abfischen vor Mönch (zuerst Elektro-, dann Netzbefischung im Restwasser); Neubesatz mit Hecht, Zander, Karpfen, Schleie; Brachsen wandern vom Herzogenweiher zu; angestrebt 6-jähriger Ablassturnus (besser wäre 3); vor nächst. Ablassen Verbesserung der Schlammrückhaltung (im Bach Bachmuschel); 2010 wg geplanter Dammsanierung abgelassen (83 Zander, 81 Hecht, 31 Wels, 64 Karpfen, 7 Schleie, 2 Aal 1000 kg Brachsen, 100 kg Rotaugen/Rotfedern, 120 kg Barsch; 300 Teichmuscheln; insges. zu viele Raubfisch(arten) daher wenig Jungfische; Ablassen mit Pumpen) und gewintert; Schlammaustrag angeblich gering; 2010 bis 2012 trocken; im Frühjahr 2012 Dammsanierung mit neuem Durchlassrohr und Mönch (zu groß, da bei Planung EZG des Herzogenweihers voll einberechnet, obwohl Großteil des Herzogenweiher-Wassers nicht über den Mahlweiher abgeführt wird)


Hydrologische Daten: oberhalb gelegene Herzogenweiher würde in Haslach entwässern, jedoch über Graben mit Ebersberger Weiher verbunden, um diesem mehr Wasser zuzuführen; direkt vor Mönch 6 m tief

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(543 H + 117) 660 ha

3,1 ha

2,9 m

1,7 m

53 200 m3

Zulauf aus dem Herzogenweiher, kleineren Gräben sowie geringe Mengen aus Süden durch einen Damm (ehemaliger Stockweiher; seit ca. 1810 trockengelegt)

Ablauf über Tiefenwasserabzug zur Stromgewinnung, Schwarzach, Schussen

 


Sediment: dicke Schlammschicht v.a. im östlichen Teil; unter dünner Oberfläche sauerstofffrei


Flora u8nd Fauna / Daten Wasserchemie: Verlandungsbereiche im O und S; weiter östl. liegt kleines Kleinseggenflachmoor; früher Schilfmahd wg. Angler; Teichmuschel
in den 1980er Nymph. alba, Nuphar lutea; 2001 Nymph. alba, Nuphar lutea, Cerato. de-mersum, Elodea canadensis, Pot. obtusifolius, Ranunculus trichophyllus, Callitriche sp. (Bolender); 2005 angeblich verstärktes Aufkommen von Laichkräutern; 2008 nur Nuphar lutea, Nymphaea alba (Bolender); 2013 Nuphar lutea, Ceratophyllum demersum, Potamogeton pectinatus, - crispus, Fontinalis antipyretica, Polygonum amphibium (Herz) 2013 Mähaktion, obwohl insgesamt wenig Makrophyten (aber im Umfeld der Stege)

Fische: Hecht, Zander, Karpfen, Schleie, Brachse, Rotauge, Rotfeder, Barsch, Aal, Wels

Fische 2010: Brachse, Rotauge, Rotfeder, Zander, Hecht, Karpfen, Wels, Schleie, Aal

Vögel: Blässralle, Teichralle, Teichrohrsänger, Rohrammer, Höckerschwan

2005 TP max (68 µg/l) im September, Chloro max im April; Sauerstoffübersättigung bis 132 %; pH bis 8,5; P-Gehalt übers Jahr nur wenig schwankend; keine stärkere Algenvermehrung; Zulauf hat großen Einfluss auf Weiher, da schneller Wasseraustausch

2013 TP max (156 µg/l) im August, Chloro max in Mai (126 µg/l) und August (103 µg/l); Sauerstoffübersättigung bis 180 %; pH bis 9,0; im August Aulacoseira sp. (Diatomee); im Juli Daphnia longispina und Ceriodaphnia reticulata; im Zulauf höchste Konzentration im August, größer Eintrag im September



Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


2005

Trophiestufe

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

2,08


1,21


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

59

eutroph

77

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

35

eutroph

54

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

61

eutroph

126

hoch eutroph

Sichttiefe (m)

1,3

hoch eutroph

1,3

hoch eutroph

 


Trophiestufe: 2005 eutroph, e2; 2013 polytroph, p1

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– für das Ablassen: Reparatur des Umleitungsbauwerks vom Zulauf (aus Herzogenwhr) direkt in Haslach zur Verminderung der Durchflussmenge und damit des Schlammaustrags während dem Ablassen; Bau eines Absetzbeckens als Schlammfang; 2011/12 Erneuerung Durchlass unter Damm und Einbau eines Mönchs durch die Straßenbauverwaltung; Entschlammung

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft
– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005

2,9

2008

0

2011

0,5

2006

0,5

173,- €

2009

0

2012-2014

0

2007

0

2010

0,5

Sonstiges
– 2005 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– vom FV geplant ist der Bau eines Absetzbeckens im Zulauf sowie eine Teilentschlammung (ca. 2000 m3) des Weihers im verlandeten Zulaufbereich
– 2011/12 Bau eines neuen Ablassbauwerks (Mönch) mit Fischkasten, Dammsanierung und neuer Dammdurchlass
- 2012 Mahd der Teichbodenvegetation am Ende der Sömmerung mit einer Mähraupe
- 2013 Mähboot zur Verringerung der Makrophyten an Angelbereichen

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016