Luftbild Lothar Zier, Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Mahlweiher Aulendorf

seit 2005 im SOS

Stadt Aulendorf, Lk. RV TK 8023

Schutzstatus: FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Graf von Königseggwald Pächter: Fischerei- und Naturschutzverein Aulendorf

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 


Wald

Grünland

Ackerland

Wohnbebauung

Mahlweiher direkt

30 %

5 %

55 %

10 %

einschl. Wannenb. Whr

50 %

10 %

35 %

5 %

Untersuchungen am Mahlweiher Aulendorf:

 

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2005

Limnologie

RPTÜ RV

2015

Limnologie

RPTÜ RV

2010

Limnologie




 

Literatur: Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: 1750 erstmals erwähnt, evtl. schon deutlich älter; diente als Mühl- und Fischweiher

Bewirtschaftung: 1935 entschlammt; heute genutzt zur Hochwasserrückhaltung (Damm evtl. unsicher) und Energiegewinnung (im Schwallbetrieb); intensive fischereil. Nutzung; wg. starker Eutrophierung zum Baden ungeeignet; derzeit Aufzuchtweiher; 2003 und 06 abgelassen und gewintert; Schlammrückhaltung durch provisorisches Wehr im Ablauf funktionierte auch 2006 nicht gut; bei Winterung 3 Monate Ausfall bei Stromproduktion von ca. 380,- € (5000 kW); 3-jähriger Ablassturnus sowie Besatz mit Hecht, Karpfen, Schleie (sowie geringe Menge Rotauge/Rotfeder/Barsch) empfohlen; Feb. 2014 abgelassen; nur Grundablass

Hydrologische Daten:
EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(203 W+80) 283 ha

1,2 ha

2,0 m

0,9 m

10 700 m3

Zulauf aus Westen vom Wannenberger Weiher her, aus dem Überreich des Trinkwasserbrunnens und aus einem kleinen Bach von Norden her

Ablauf über Überlauf und Mönch in einem zum Wasserkraftwerk führenden Kanal, Schussen

 

Sediment: dicke Faulschlammschicht; der Verlust des Wasservolumens (Verlandung) macht sich auch beim Schwallbetrieb der Stromgewinnung bemerkbar

Flora und Fauna /Wasserchemie: 2001 Nuphar lutea, Nymphaea alba, Potamogeton crispus, Hippuris vulgaris, Lemna minor (Bolender); 2005 Nuphar lutea, Pot. crispus, Hippuris v. (Fürst); 2009 Makrophyten in kleinem Bereich gemäht; 2010/15 Nuphar lutea, Nymphaea alba, Myriophyllum spicatum, Hippuris vulgaris (Herz)

Fische: Rotauge, Rotfeder, Karpfen, Schleie, Brachse, Graskarpfen

2006 Schleie, Hecht, Giebel (evtl. aus Wannenberger Weiher zugewandert)

2014 Karpfen, Schleie, Hecht, Wels, Giebel, Güster, Rotauge, Rotfeder, Flussbarsch

Vögel: Haubentaucher, Blässralle, Teichrohrsänger

2005 TP max (90 µg/l) und Chloro max im September; meist Sauerstoffdefizit (bis 67 %); pH bis 8,2; wenig Daphnien; der obh gelegene Wannenberger Weiher bestimmt relativ stark; wie der hohe Nitratgehalt im Weiher zeigt, stammt ein Teil der Nährstoffe aus landw. Quellen im direkten EZG

2010 TP max (76 µg/l) im September, Chloro max im Oktober; meist Sauerstoffdefizit (bis 49 %); pH bis 8,2; Algenblüte im Juli mit Microcystis aeruginosa

2015 TP max (58 µg/l) und Chloro max im September; meist Sauerstoffdefizit (bis 53 %); pH bis 8,4; im April fädige Grünalge Spirogyra in Massen; Algenarten im September (Chloro max) unbekannt; im August/September evtl. Daphnien (welche?)

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

 


2005

2010

2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

3,27

2,70

2,58


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

61

48

42

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

9

22

17

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

22

37

29

eutroph

Sichttiefe (m)

1,5

1,4

1,9

eutroph

 

Trophiestufe: 2005 eutroph, e1; 2010 eutroph, e2; 2015 eutroph, e1

 

Belastungsquellen
– Teil von Aulendorf im EZG; an KA angeschlossen
– belastete Einleitung aus nördlicher Dole
– Nährstoff- und Schlammeintrag aus dem Wannenberger Weiher
– landwirtschaftliche Nutzung; viele Ackerflächen in Hanglage, teilweise bis ans Ufer
– umfangreiches Füttern der Wasservögel (trotz Warntafel; so 2013)

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Überprüfung der fischereilichen Nutzung; Bewirtschaftungskonzept erstellen
– Renaturierungen
– Bau eines Schlammfangs für das Ablassen des Wannenberger Weihers
– Entschlammung, Bau eines Mönchs

Umsetzung / Maßnahmen

Landwirtschaft
– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005-15

0





 

Renaturierung
– 2003 - 06 wurden im Umfeld des Weihers ca. 50 große Bäume gefällt, um Laubeintrag zu vermindern; es sollen noch 10 große Pappeln folgen

Sonstiges
– 2006 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– zwischen Wannenberger Weiher und Mahlweiher ist ein Hochwasserrückhaltebecken geplant; dieses soll auch als Schlammauffangbecken für das Ablassen des Wannenberger Weihers dienen; Damm am Mahlweiher soll für Hochwasserschutz erhöht werden; eine Entschlammung des Mahlweihers ist ebenfalls geplant

Letzte redaktionellen Änderungen August 2016