Luftbild, Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Laubbacher Mühleweihers ist rot umrandet)

Laubbacher Mühleweiher

 

 

2005 - 2015 im SOS

Gemeinde Ostrach, Lk. SIG; TK 8022;

Schutzstatus: LSG, VSG, § 33-Biotop; anschließende moorige Fläche NSG seit 1981 (3,2 ha)

Eigentümer: Richard Riegger, Ostrach Pächter: nicht verpachtet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

60 %

10 %

30 %



 

Untersuchungen am Laubbacher Mühleweiher:

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm

2006

Limnologie

Wurm

2012

Limnologie

 

Entstehung: zur Betreibung einer Mühle und als Fischteich angelegt; Teil einer Teichanlage mit 19 Weihern (11 noch in Betrieb; davon drei Weiher als Biotope, die anderen als Aufzucht- und Hälterteiche; Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Bachforelle, Edelkrebse; zukünftig auch noch Bitterling, Moderlieschen, Elritze), wobei der Mühleweiher mit Abstand der Größte ist


Bewirtschaftung: bis 1999 teichwirtschaftlich genutzt, in regelmäßigen Abständen (1-3 Jahre) abgelassen und meist auch gewintert; hierbei immer wieder Teilbereiche des Schilfes gemäht; danach 4 Jahre nicht bespannt; 2004 wieder angestaut, hierbei starken Aufwuchs an Weiden überstaut ohne abzumähen (2012 noch deutlich sichtbar an Oberfläche); 2005 teilweise abgelassen (um ca. 1 m), da Damm undicht; im Herbst 2005 Besatz mit Karpfen und Zandern; Bewirtschaftung (auch der obh gelegenen Weiher) soll laut Besitzer wieder intensiviert werden (2012); 2013 abgelassen und gewintert, 2014 gesömmert; Frühjahr 2015 wieder ohne Wasser; Mönch und Absetzbecken vorhanden


Hydrologische Daten:

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(42) ha

0,69 ha

3,3 m

1,6 m

10 900 m3

Zulauf aus Quellen sowie wahlweise aus den beiden östl. angrenzenden Weiher; die übrigen Fischteiche wurden vor einigen Jahren umgeleitet und entwässern seither in die andere Richtung zum Pfrunger Ried

Ablauf über Laubbach, Ostrach in Donau

 


Sediment: 2014 Pges 0,78 mg/g TS, Glühverlust 25 %


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: zwischen 1960 und 1970 Großteil des anschließenden Moores durch Anlage von Fischteichen zerstört; die gesamte Anlage hat sich jedoch inzwischen angeblich zu einem ökologisch wertvollen Areal zurückentwickelt; restliches Hangquellmoor ist als NSG ausgewiesen (gegen Widerstand der Landwirte); breiter Schilfgürtel; Biber seit 2013; wg Beschädigung der Dämme soll er jetzt mittels Zäunen und Matten ausgesperrt werden;

2006 keine Makrophyten (Wurm); 2012 Nymphaea alba, Nuphar lutea, Polygonum amphibium (Herz)

Fische: Karpfen, Zander

Vögel: Vogelschutzgebiet; Rohrweihe, Schwarzstorch, Seidenreiher, Eisvogel, Teichhuhn, Zwergtaucher, Zwergrohrdommel, Bekassine


2006 TP max (98 µg) im Juni, Chloro max in Juni (Dinobryon divergens u.a. begeiselte Chryso.) und September (Cryptomonaden); Sauerstoffübersättigung bis 230 %; pH bis 8,5; keine Daphnien; Nährstoffe auch aus überstauter Biomasse (vor 2004 vier Jahre unbespannt); Nährstoffgehalt im Quellwasser gering

2012 TP max (98 µg) im August, Chloro max in Juli; Sauerstoffsättigung 66 - 180 %; pH bis 8,3; im Juli ab 2,1 m anaerob; am Grund leichte Nährstoffanreicherung; Chlorophyceen (kl. Chlorococcales, Willea irregularis, Crucigena, Scenedesmus), Conjugatophyceen (Closterium), Cyanophyceen (µ-Algen); Daphnia cucullata, vereinzelt Daphnia longispina


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

 


2006

Trophiestufe

2012

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,57


0,84


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

59

eutroph

64

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

39

eutroph

60

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

76

eutroph

118

hoch eutroph

Sichttiefe (m)

1,4

eutroph

0,8

eu-/hypertroph

 


Trophiestufe: 2006 eutroph, e2-p1, 2012 polytroph, p1


Belastungsquellen

– nördlich des Weihers befindet sich ein Acker in Hanglage

– die Quellzuflüsse enthalten nur geringe Mengen an Phosphor (20-30 µg P/l); die Belastung kann daher nur aus Drainagen und/oder der Fischhaltung stammen

– Fischhaltung

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen; Lage von Drainagen überprüfen

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Überprüfung des Fischbestands; Ablassen und Wintern




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– keine Siedlungen im EZG, daher keine Maßnahmen erforderlich

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2007-11

3,4

950 €

2012-15

0





 


Renaturierung


Sonstiges

– die Weiheranlage ist Teil des Naturschutzprojekts „Pfrunger-Burgweiler-Ried“

– 2005 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

 

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016