Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Ayweihers ist rot umrandet)

Ayweiher

seit 2005 im SOS

Stadt Biberach, Lk. BC TK 7924

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Oggelshausen, Tiefenbach

Schutzstatus: § 33-Biotop; Wasserschutzgebiet im südlichen Bereich des Einzugsgebiets

Eigentümer: Bettina Dreher, Biberach/Stafflangen Pächter: ASV Pfullingen

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

25 %

25 %

45 %

 

5 %

Untersuchungen am Ayweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2005

Limnologie

Fürst

2015

Limnologie

Fürst

2010

Limnologie

 

 

 

Literatur: LfU 1994

Entstehung/Umgebung: im 15. -16. Jahrhundert; ehemaliger Mühlweiher

Bewirtschaftung: Karpfenbesatz, in den umliegenden Fischteichen Forellen; Eigentümer betreibt Wasserturbine zur Stromgewinnung; eingebunden in Hochwasserschutzkonzept der Stadt BC; 1991 und 2005 abgelassen; 2005 Ertrag gering (einzelne Hechte, 2 Welse, 150 kg Karpfen, 100 Zander, sehr viele Brachsen/Rotaugen/Rotfedern (2-3 t; Rotaugen/ Rotfedern alle sehr klein), mind. 1 Graskarpfen); Abfischen ungenügend vorbereitet (unzureichende Geräte, Hälterteiche nicht hergerichtet); Weiher stark verschlammt; 2006 abgelassen u. gewintert (211 Hechte, 2 Welse, 90 Karpfen, 70 Zander, Brachsen 50 kg, sehr viele Rotaugen/Rotfedern/Barsche), Abfischen besser vorbereitet, Schlammsperre im Ablauf; während Winterung Einsatz von Schlammpflug; 2007 und 2008 angeblich guter Zuwachs v.a. bei Karpfen, Schleie, Zander
Kein Mönch (die ersten 2/3 des Wasserstandes werden über Turbine abgelassen, danach der Holzstopfen im Grundablass aus der Ablaufleitung gezogen; nach diesem Öffnen keine Möglichkeit mehr, Ablaufgeschwindigkeit oder Wasserstand zu regulieren); die 3 Hälterteiche sollten repariert, ein Absetzbecken gebaut und nach dem nächsten Ablassen (möglichst bald) ein Mönch eingebaut werden

Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

617 ha

3,8 ha

3,0 m

1,5 m

57 000 m3

Zulauf aus Südwesten sowie mehrere Entwässerungsgräben aus Westen

Ablauf über Wehr am Überlauf an Nordspitze sowie Turbine in Mühlbach, Rotbach, Riß, Donau

Sediment: Faulschlamm (> 1 m)

Flora und Fauna /Daten Wasserchemie: 1868 erstmals für Ba.-Wü. Wurzelnde Binse (Scirpus radicans) nachgewiesen, nach 1900 aber nie mehr bestätigt; seit 2010 Biber; 2005/2010 keine Makrophyten (Fürst/Herz); 2015 keine Makrophyten, nur Equisetum fluviatile (Herz);

Fische: Brachse, Rotfeder, Rotauge, Karpfen, Schleie, Zander, Hecht, Wels, Barsch, Karausche, Graskarpfen; 2008 zusätzlich mit Moderlieschen als Zanderfutter besetzt, Biber

2005 TP max im April (204 µg/l), Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 280 %; pH bis 8,9; am Grund Nährstoffanreicherung (im August 214 µg TP/l), aber nicht anaerob; Algenblüten mit Grün-/Goldalgen; kaum Blaualgen; Daphnien vorhanden;

2010 niedriger P-Gehalt im Mai (P in Zuläufen nur mäßig hoch); wenig Algen in Mai und Juni; TP max (430 µg/l) und Chloro max im Juli; Grünalgenblüte; Sauerstoffübersättigung bis 147 %; pH bis 9,0; permanente Durchmischung, Sauerstoff und Nährstoffe am Grund vergleichbar zur Oberfläche; keine Makrophyten, obwohl angeblich alle Graskarpfen entfernt; etwas Daphnien (D. cucullata);

2015 TP max (292 µg/l) und Chloro max im Juli, Sauerstoffsättigung 185 - 93 %; pH bis 9,8; am Grund Sauerstoffzehrung (bis 28%) und Nährstoffanreicherung (im Juli 498 µgTP/l, 0,49mg NH4-N/l); im Juli Diatomeen (Centrales) und Chlorophyceen (Coelastrum reticulatum, Oocystis marssonii, Pediastrum, Scenedesmus); Daphnia longispina und Daphnia cucullata häufig

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 

2005

2010

Trophiestufe

2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

3,27

2,08

 

1,66

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

137

153

hoch eutroph

155

eu-/hypertroph

Chlorophyll a (µg/l)

52

52

hoch eutroph

84

eu-/hypertroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

140

110

hoch eutroph

137

hoch eutroph

Sichttiefe (m)

0,6

0,6

eu-/hypertroph

0,4

hypertroph

Trophiestufe: 2005 polytroph, p2; 2010 polytroph, p1; 2015 polytroph, p2;  

Belastungsquellen
– 4 Teilorte/Anwesen (Hofen, Bahnstock, Maierhof, Streitberg; biologische KKA oder geschlossene Grube; laut LRA BC meist in schlechtem Zustand) ohne Kläranlagenanschluss (Stand 2006/08); Anschluss 2012
– Belastung des Zulaufs durch punktuelle Quellen in und vor Hofen (Fürst 2005)
– 3 Hälterteiche am Uferrand sowie mehrere weiter oberhalb gelegene Fischteiche, welche vom zufließenden Wasser durchströmt werden
– viele drainierte landwirtschaftlich genutzte Flächen v.a. im südl. Bereich des EZG
– viele Ackerflächen, teilweise in Hanglage, teilweise bis Zulauf- und Weiherufer
– geringer Badebetrieb

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss
– Extensivierung kritischer Flächen: breiter Pufferstreifen am Westufer (Umwandlung der Acker- und intensiv genutzten Grünlandflächen); Extensivierung der nordwestl. Hangquellbereiche; unterschiedlich breite Pufferstreifen entlang der Zuflüsse; extensive Nutzung der Flächen des ehemaligen Höllweihers und des ehemaligen Krätesweihers, ggf. Wiedervernässung
– regelmäßiges Ablassen, Abfischen, Wintern, evtl. auch Sömmern; Entfernen aller Graskarpfen; Bau eines Mönchs für geregelten Ablassvorgang; Entschlammung
– Bau eines Absetzbeckens (möglich ca. 300 m uh.) für das Ablassen (evtl. in Zusammenhang mit Hochwasserschutzmaßnahmen)
– Renaturierung der Zuläufe (ökologisches Gutachten Ratzengraben, Büro Jöst, 1993)
– 2006 Bauplanung zur Hochwassersicherheit (Konzeption Stadt BC); HW-Rückhaltebecken im Zulauf; z.B. durch Wiederbespannung des Dächereweihers (nordwestlich Hofen) und des Weihers südöstlich Hofen; gleichzeitig dann auch Sedimentfang

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser
– bis 2013 alles angeschlossen außer Bahnstock (5 Anwesen, geschlossene Grube)

Landwirtschaft
– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen (vom Naturschutz):

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005-06

2,5

750 €

2009-13

7,3

1.500 €

 

 

 

2007

2,4

 

2014

0,3

130 €

 

 

 

2008

9,8

 

2015

0

 

 

 

 

Renaturierung
– 1993 ökologisches Gutachten zur naturnahen Umgestaltung des Ratzengrabens (vergleichbar mit Gewässerentwicklungsplan), Planungsbüro Jöst, Steinhausen

Sonstiges
– 2005 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– 2006 zur Schlammrückhaltung beim Ablassen/Wintern 2 Schlammwehre im Ablauf; ein Schlammabsetzbecken wäre jedoch besser
– 2012 Planung eines Absetzbeckens im Zulauf (Büro Wassermüller)

Letzte redaktionelle Änderungen Juli 2016