Bild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Rösslerweihers ist rot umrandet)

Rösslerweiher

seit 2000 im SOS

Gemeinde Schlier, Lk. RV TK 8124 + 8224

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Waldburg, Vogt

Schutzstatus: LSG seit 1979, FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Land Ba.-Wü., Forstamt Ravensburg Pächter: Eigenregie

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

45 %

25 %

25 %


5 %

 

Untersuchungen am Rösslerweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

GWD RV (Vorunter.)

2000 (6x)

Limnologie

RPTÜ RV

2008

Limnologie

Wurm

2002

Limnologie

Wurm

2013

Limnologie

 

Literatur: Herbst 1983, Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Pfadenhauer 1985, Prinzinger 1991/99, Roweck 1986 und 1988

Entstehung: erstmals 1155 erwähnt; natürlicher See, der durch Anstau des Ablaufs bis zum 16. Jahrhundert zum Rösslerweiher vergrößert wurde

Bewirtschaftung: Aufzucht von Karpfen und Hechten; jährlich im Oktober abgelassen; keine Winterung in den letzten Jahrzehnten; 2014 wegen Krebspest im Zulauf Stiller Bach nicht abgelassen (um Verbreitungsgefahr zu vermindern); Damm im NW; nur Grundablass

Hydrologische Daten: 1750 betrug seine Wasserfläche 20,5 ha;
Ablauf des obh im NO gelegenen, verlandeten Altweihers unter Mühlkanal und Stillen Bach hindurch in den tiefer liegenden Kanal nach W geleitet, welcher am Weihernordrand entlang (nimmt dort Weiherablauf über Übereich auf) und dann von ihm weg führt; Fließgewässer sind denkmalgeschützt

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

1968 ha

14,4 ha

3,3 m

1,9 m

273 000 m3

Hauptzulauf im NO der Stille Bach (= Altweiherkanal; nur teilw. in Whr gelenkt, Rest in nördl. Umgehung), der vor Mündung den Kehrenberger Bach (= Mühlkanal) aufnimmt; von Süden Eibenbach

Ablauf über ein Übereich in die Schussen

 

Sediment: wenig Faulschlamm, da häufig abgelassen; teilweise torfig;

2005 Pges 0,55 mg/g TS, Glühverlust 22 % (? organischer Anteil)


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: am Ostufer großer Verlandungsbereich mit Schilf, Rohrkolben und Großseggen;
regelmäßig Blaualgenblüten (Aphanizomenon, Microcystis); Edelkrebs (Astacus astacus); 1983 Nymph. alba, Nuphar pumila, Poly. amphibium; 2001 Nuphar pumila, Poly. amphibium (Herz); 2002 Nuphar lutea, Nymph. alba, Poly. amphibium; (Wurm); 2009 Nuphar lutea, Nuphar pumila, Nymph. alba, Poly. amphibium, Pot. crispus, - pusillus, Chara vulgaris, Equisetum fluviatile, Sparganium emersum (Phillipson); 2013 Nuphar pumila, Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Potamogeton pusillus, Chara vulgaris, Menyanthes trifoliata, Sparganium emersum, Equisetum fluviatile (Herz)

Fische: Karpfen, Hecht, Zander, Wels, Schleie

Vögel: Schwarzhalstaucher, Zwergtaucher, Tafel-, Reiherente, Rallen, Teichrohrsänger, Rohrammer

Nach Ornika, 17. Jahrgang 05 (Rösslerweiher): Haubentaucher, Zwergtaucher, Rothalstaucher, Schwarzhalstaucher, Kormoran, Graureiher, Silberreiher, Nachtreiher, Schnatterente, Krickente, Löffelente, Tafelente, Reiherente, Gänsesäger, Teichralle, Blässralle, Wasserralle, Bekassine, Lachmöwe, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Goldammer, Rohrammer


2000 TP max (46 µg/l) im Juli, Chloro max im Januar; Sauerstoffsättigung 111 - 77 %; pH bis 8,2

2002 TP max (52 µg/l) im März, Chloro max im Oktober; Sauerstoffübersättigung bis 205 %; pH bis 8,6; am Grund nicht anaerob, aber Nährstoffanreicherung (148 µg TP/l); keine Blaualgenblüte

2008 TP max (130 µg/l) und Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 130 %; pH bis 8,2; P zu Jahresanfang niedrig, ab Juli deutlich erhöht mit Algenblüte bis November

2013 TP max (107 µg/l) und Chloro max im September; starker Anstieg von TP und Chloro im September evtl. wg. Weiherabsenkung und hierdurch bedingtem Karpfenwühlen im Sediment (Nährstofffreisetzung); vergleichbar auch in den Vorjahren; Sauerstoffübersättigung bis 176 %; pH bis 8,6; im April hohe Nährstofffracht in den Zuläufen; Melosira sp., daneben Chlorophyceen und Cryptomonaden; D. longispina und D. cucullata im Juli


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

2000*

Trophiestufe

2002

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)



1,62


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

38

meso-/eutroph

34

meso-/eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

8

meso-/eutroph

19

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

18

meso-/eutroph

53

eutroph

Sichttiefe (m)

1,9

eutroph

1,5

eutroph

 

* nur 6 Messungen

2008

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

1,35

1,57


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

49

40

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

28

35

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

85

141

eutroph

Sichttiefe (m)

1,9

1,5

eutroph

 

Trophiestufe: 2000 meso- bis eutroph, m; 2002 eutroph, e1; 2008 und 2013 eutroph, e2

 

Belastungsquellen:

– Rösslerhof, Kehrenberg, Ober-u. Unterankenreute, Erbisreute, Fuchsenloch, Hintermoos, Krautenau, Kocher, Spinnenhirn, Eratsrein, Fohren, Appenberg, Teile v. Stöcklisberg u. Wetzisreute, Neuwaldburg, Neuschel, Badstuben im EZG;
Kehrenberg, Ober- und Unterankenr., Erbisreute, Fuchsenloch, Hintermoos, Fohren, Wetzisreute angeschlossen; Einzelgehöfte weiterhin dezentral (Stand 1999/04/08)

– 2 RÜB (Erbisreute, Unterrankenreute); das am Kehrenberger Mühlkanal funktioniert schlecht und ist zu klein

– punktuelle Belastungsquellen bei Unterankenreute; bis 2008 teilweise beseitigt (Regen- und Schmutzwasser in zwei Schächten in Unterrankenreute nicht getrennt; Einträge aus Gehöft Kocher); 2011 aber immer noch Abwasserpilz uh Gehöft Kocher

– viele entwässerte Niedermoorflächen; Obstbau, Ackerflächen und Grünland

– insbesondere in den Mühlkanal viele unklare Einleitungen

– Badebetrieb (nicht am Ostufer)

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss; Verbesserung des RÜB; Beseitigung von Punktquellen

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Bau eines Mönchs; Winterung des Weihers

– Umgestaltung der Einmündungsstelle durch Einbau einer „Weiche“ (nicht der weniger belastete Stille Bach, sondern der belastete Mühlk. sollte in das nördl. Umgehungsgerinne geleitet werden)

– Renaturierung der Zuflüsse unter Berücksichtigung ihres Schutzstatus in Teilbereichen

– Uferpflege des Weihers


Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2004 Suche nach punktuellen Einträgen aus Unterankenreute (GWD/Wurm); bis 2008 teilweise beseitigt (Trennung von Regen- und Schmutzwasser in 2 Schächten in Unterrankenreute, Einträge aus Gehöft Kocher); 2011 immer noch Abwasserpilz uh Kocherhof

– 2005 Einbau von Feinsiebrechen im RÜB Kehrenberg; geplant Bodenfilter für Auslauf

– 2007 Optimierung der KA (Trübungsmessung, Polymerstation)

– 2008 Einleitungen aus Gehöft Kocher abgestellt (Melkerei- und Siloabwässer, Hofablauf)

– bis 2008 Entsiegelung von 20 000 m2 in Unterrankenreute zur Entlastung des RÜB

– ab 2010 Erhöhung Drosselabfluss aus der KA von 8,5 auf 9,5 l/sec (Entlastung des RÜB)

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– Förderung einer Güllegrube

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000

1,8

1.010 DM

2006

32,9

9.840 €

2012-13

18,7

5.120 €

2001

12,8

6490 DM

2007-08

27,2

7.010 €

2014

13,3

3.660 €

2002

27,9

8.550 €

2009

27,7


2015

12,6

7.400 €

2003

29,1


2010

25,6





2004-05

39,9


2011

22,1





 


Renaturierung

– 2002 Gewässerentwicklungsplan durch Büro Rau, Ravensburg

– kleiner Abschnitt am Kehrenberger Mühlkanal renaturiert; geplante Renaturierung am Eibenbach bisher nicht möglich

Sonstiges

– 2002 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– 2009 Umgestaltung des Einlaufbereichs durch Störsteine (bessere Vermischung des Wassers beider Zuläufe; hierdurch mehr nährstoffärmeres Wasser aus Stillem Bach in Weiher)

– 2015 Einbau einer „Weiche“ im Einlaufbereich, um das nährstoffreichere Wasser des Kehrenberger Mühlkanals am Weiher vorbeizuleiten

– 2015 wurde der Bau eines Absetzbeckens im Gemeinderat beschlossen

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016