Luftbild (Lothar Zier)
Tiefenkarte
Hydrologisches Einzugsgebiet mit Extensivierungsvorschlägen

Mühleweiher Engerazhofen

seit 2010 im SOS

Stadt Leutkirch, Lk. RV TK 8225

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt:

Schutzstatus: § 33-Biotop

Eigentümer: H. J. Kaestle, Wangen Pächter: nicht verpachtet


Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

10 %

80 %

5 %


5 %

 

Untersuchungen des Mühleweihers:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Fürst

2011

Limnologie

Fürst

2016

Limnologie

 

Literatur: Pfadenhauer 1985, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: erstmals erwähnt 1290


Bewirtschaftung: Weiherboden in den 1980ern regelmäßig gekalkt; keine Angelfischerei; einjährige Hechte zum Abwachsen und Schleien als Laichfische; jährlich abgelassen und gewintert; 2005 auch gesömmert; am Umlaufgraben Wasserbecken zur Fischhälterung während Winterung; Ablassen recht schnell (uh gelegene Wiesen werden überschwemmt), Wiederanstau im Frühjahr zu spät (für Amphibien); Mönch


Hydrologische Daten: 1986 bis 1990er Jahren das meiste zufließende Wasser (nördl. Zulauf aus Nannenbacher Ried) in Umlaufgraben am Westufer vorbeigeführt; angeblich so stärker belastetes Wasser weitgehend vom Weiher ferngehalten; Einleitung erfolgte nur während dem Bespannen

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

210 (33) ha

8,6 ha

3,6 m

1,9 m

163 000 m3

Hauptzulauf aus Nannenbacher Ried von Norden her, viele Drainagegräben aus Westen sowie Zulauf aus dem östlichen Hang (von der Farm her); teilweise aus Quellen

Ablauf über Überlauf und Grundablass an der Südspitze in Mühlbach, Untere Argen

 



Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: Verlandungsbereich im Norden; zumindest in den 1980er Schilfmahd in Teilbereichen zur Erhaltung der Riedvegetation; auch wasserseitige Mahd gegen Verlandung;

1988 Ran. circinatus, Hippuris vulgaris, Pot. lucens, Polygonum amphibium; Blaualgen, keine Daphnien; 2011 Potamogeton pectinatus, -lucens, Fontinalis antipyretica, Chara sp., Ranunculus circinatus, Hippuris vulgaris, Elodea canadensis (Herz)

Fische: Hecht, Schleie; in den 1980ern immer wieder Fischsterben im Frühjahr/Sommer

Vögel: Schwarzhalstaucher (bis zu 10 Brutpaare), Haubentaucher, Zwergtaucher, Stock-, Tafel-, Reiherente, Bläss-, Teich- und Wasserralle, Teichrohrsänger, Rohrammer


Mitte der 1980er Jahre pH oft bis 11, seit der Umleitung meist um 9,5

2011 im März noch abgelassen, bis Mai nur teilbespannt; TP max in Mai und September (76 bzw. 79 µg/l), Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 155 %; pH bis 9,0 im Juni; anorg N in Juli und November 0 mg; Ochromonas sp. (Chryso.), Trachelomonas volvocina (Eugleno.), Ceratium hirundinella (Dino.); Daphnia longispina häufig; Ursache für guten Makrophytenbestand und allgemein guten Zustand ist vmtl. regelmäßiges Ablassen und hierdurch angepasster Fischbestand




Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

2011

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,68


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

41

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

5,7

mesotroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

18

mesotroph

Sichttiefe (m)

2,2

eutroph

 

 

Belastungsquellen

– Grimmelshofen (1 x 3-Kammergrube mit Überlauf in Güllegrube), Nannenbach (1 x 3-Kammer-grube mit Überlauf in Güllegrube, 1 x Güllegrube), Spechtshof (biol. KKA), Fuchsberg (2 Abwassergruben) sowie Einzelgehöfte im EZG (Stand 2011)

– nordöstlich gelegene Putenfarm (8500 Puten; 350 m3 Festmist/Jahr), deren Mist teilweise auf die umliegenden Flächen ausgebracht wird; im Jan 2014 Abwasserpilz unterhalb

– viele intensiv genutzte Grünlandflächen in Hanglage, entwässerte Niedermoorbereiche; fehlende Pufferstreifen, begradigte Bachläufe; punkt. Belastungsquellen (Fahrsilos)

– weder Angelfischerei noch Badebetrieb?


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Beseitigung punktueller Eintragsquellen

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– zum Schutz der Amphibien rechtzeitiger Wiederanstau im Frühjahr

– Renaturierung der Zuflüsse; Pufferstreifen



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2010 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– 2012 Versuch, Belastung aus Putenmastbetrieb abzustellen, aber 2014 erneut Abwasserpilz unterhalb

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2010-15

1,0

310 €







 

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016