Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann)
Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet der Zielfinger Baggerseen ist rot umrandet)
Tiefenkarte

Steidlesee

seit 2005 im SOS

Gemeinden Krauchenwies und Sigmaringendorf (Grenze in Seemitte), Lk. SIG; TK 7921

Schutzstatus: Vogelschutzgebiet

Eigentümer: Fa. Steidle, Sigmaringen Pächter: Forellenzucht W. Dietmayer

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

85 %

5 %



10 %

 

Untersuchungen am Steidlesee:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm

2007

Limnologie

Wurm

2013

Limnologie

 

Entstehung: ca. 1980 entstandener Baggersee im Ablachtal, dessen Auskiesung schon vor längerem beendet wurde; bis 2013 in ihn noch Waschwässer aus der Kies- und Quarzsandwäsche eingeleitet; der daneben gelegene Baggersee (Vogelsee) ist als NSG ausgewiesen


Bewirtschaftung: Freibad von Krauchenwies; Fischerei


Hydrologische Daten: 2013 nur noch 7,5 m tief, daher rein rechnerisch jetzt ungeschichtet

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

168 ha

24,8 ha

8,5 m

4,3 m

1 066 000 m3

Zulauf aus Grundwasser

Ablauf über Ablach in Donau; Ablach fließt direkt am See entlang

 


Sediment: tonig-schluffig; aufgrund eingeschwemmter Schlämme zunehmende Abdichtung zum Grundwasser hin (Wasseraustausch gefährdet)


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: Badebereich wird regelmäßig „entkrautet“; 2007 viel Makrophyten (70 % der Oberfläche) mit Pot. lucens, Myrio. spicatum, Elodea nuttallii, Cerato. demersum, Ran. circinatus (Wurm); 2013 Potamogeton lucens, - sp., Myriophyllum spicatum, Chara sp., Elodea nuttallii, Ceratophyllum demersum, Najas minor, Ranunculus circinatus, (Herz)

Fische: Hecht, Karpfen; 2015 mehrere große Karpfen eingegangen

Vögel: Vogelschutzgebiet


2007 TP max (27 µg/l) und Chloro max im September; meist kein o-PO4-P nachweisbar; Sauerstoffübersättigung bis 147 %; pH bis 8,7; im August ab 6 m anaerob; am Grund leichte Nährstoffanreicherung (39 µg TP/l, 0,21 mg NH4-N/l); nach Umwälzung im September kein Sauerstoffdefizit im gesamten Wasserkörper; Algenaufkommen gering; viele Cladoceren, auch Daphnia longispina

2013 TP max (39 µg/l) im Mai, Chloro max im April; nie o-PO4-P nachweisbar; Sauerstoffübersättigung bis 143 %; pH bis 8,6; im Juli ab 6 m, im August ab 5,5 m anaerob; am Grund mäßige Nährstoffanreicherung (42 µg o-PO4-P/l, 116 µg TP/l, 0,38 mg NH4-N/l); nach Umwälzung im September leichtes Sauerstoffdefizit im gesamten Wasserkörper; Algenaufkommen gering (Chrysoflagellaten, Cryptomonaden); viele, aber nur kleine Cladoceren (D. cucullata und Ceriodaphnia); etwas höherer P evtl auch wg. Adichtung zum Grundwasser hin durch eingeschwemmte Schlämme



Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

(P- und N-Mittelwerte einschließlich Tiefenwasser; erfasst besser die Gesamtsituation)

 


2007

Trophiestufe

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,13


0,13


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

20

mesotroph

32

meso-/eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

7

meso-/eutroph

9

eutroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

15

meso-/eutroph

18

meso-/eutroph

Sichttiefe (m)

>2,1

meso-/eutroph

1,7

eutroph

 


Trophiestufe: 2007 meso- bis eutroph, m; 2013 meso- bis eutroph, e1 (viel Makrophyten)


Phosphorgehalt nur Oberflächenwasser:

2007

2013

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

20

29

 


 

Belastungsquellen

– vom Kieswerk werden Schlämme eingespült; diese haben zwar auf Eutrophierung keinen Einfluss, vermindern jedoch Gewässertiefe und bewirken Abdichtung nach unten zum Grundwasser; wichtiger Wasseraustausch so weniger möglich

– Freibad, Badegäste




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft
– Extensivierungsplanung nicht erforderlich, da fast nur Wald im EZG

Sonstiges
– Badebereich wird regelmäßig entkrautet

– ab 2013 keine Einschwemmung von Schlämmen mehr; hierfür Absetzbecken gebaut


Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016