(© Luftbildagentur Frank Hofmann) Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Wagenhauser Weiher

seit 2000 im SOS

Stadt Bad Saulgau, Lk. SIG; TK 7922 + 8022

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Ostrach

Schutzstatus: geschützter Landschaftsteil (GS), LSG

Eigentümer: Peter Störk Pächter: Angelsportverein Bad Saulgau

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

65 %

20 %

10 %


5 %

 

Untersuchungen am Wagenhauser Weiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

Wurm

2007

Limnologie

Wurm

2003

Limnologie

Wurm

2012

Limnologie

 

Literatur: Feuchtgebietskartierung und -ausweisung im Lk. Sigmaringen (LRA SIG), LfU 1994, WWA Sigmaringen (Pegelbeobachtungen am Ablauf, Volumen, Tiefe)


Entstehung: im 19. Jhd. angelegt; ursprünglich Teil einer Weiheranlage des Klosters Sießen


Bewirtschaftung: intensive Angelfischerei; Besatz in Absprache mit Fischgesundheitsdienst da uh Fischzuchtbetrieb (Umsetzen der Fische bei Winterung auch nicht möglich); bis 1973 alle 2 Jahre abgelassen und gewintert, danach nicht mehr; 1973 Entschlammung (75 000,- DM); Damm im NW und N; Dammsicherheit nicht mehr gegeben, Sanierung mittels Spundwand seit 2009 geplant; Ablassen und Sanierung verschoben wegen unklarer Kostenaufteilung zwischen Stadt (unterhaltspflichtig) und Besitzer; dient auch der Hochwasserentlastung; Mönch


Hydrologische Daten: der ursprünglich durchfließende Wagenhauser Bach wird heute in Umlaufgraben am Westufer des Weihers geführt, weswegen das eigentl. EZG meist auf bewaldete Hänge des Ostufers und südl. Verlandungsbereich beschränkt ist (40 ha); nur bei Starkregen gelangt Wasser aus Umlaufgraben in Weiher; auch Zulauf aus Quellen ist seit Installation der Trinkwassergewinnung für Bolstern (30 l/sec) deutlich geringer

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

40 (1133) ha

6,2 ha

3,5 m

1,6 m

96 800 m3

Zulauf aus Quellen im S und O (über Fischteiche); Zuflussmöglichkeit aus dem Wagenhauser Bach in der SW-Ecke;

Ablauf über höhenregulierbaren Überlauf; Ablassmöglichkeit über Mönch; das Wasser gelangt über eine Forellenzuchtanlage, Wagenhauser Bach, Krähenbach in die Donau

 



Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: im Süden Verlandungsbereich mit Schilfröhricht, Großseggen; Biber seit 2013, kurz nach seinem Erscheinen aber gefangen und umgesiedelt

1985 wenig Pot. crispus, Polygonum amphibium; 2000 viel Pot. lucens, Elodea nuttallii, Ran. circinatus, Characeae (Chara hispida?) (Wurm); 2003 wenig Pot. lucens, Ran. circinatus (Wurm); 2007 durch Graskarpfen und frühe Vermehrung von coccalen Blaualgen nur sehr wenig Myrio. spicatum, Ran. circinatus (Wurm); 2008 Restbestände Myrio. spicatum, Potamogeton crispus, Ranunculus circinatus (Bolender); 2012 Myriophyllum spicatum (Herz)

Fische: Hecht, Zander, Barsch, Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Graskarpfen;
2013 einen 1 m großen Graskarpfen tot aufgefunden


2000 TP max (20 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 155 %; pH bis 8,7; keine Daphnien

2003 TP max (30 µg/l) im Mai, Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 183 %; pH bis 8,5; Algenblüten (Dinobryon, im Herbst Stephanodiscus)

2006 starke Algenblüte (Jochalge Cosmarium); nur 40 cm Sicht, Freibad kurzzeitig geschlossen

2007 TP max (31 µg/l) in April und August, Chloro max im Juli; Sauerstoffübersättigung bis 156 %; pH bis 8,5; am Grund Sauerstoffdefizit bis 70 % und keine Nährstoffanreicherung; Cyanophyceen (Aphanothece clathrata), im Juli Chrysophyceen (Dinobryon), im August Cyanophyceen (Microcystis aeruginosa), im September Diatomeen (Stephanodiscus hantzschii); Daphnien vorhanden

2012 TP max (32 µg/l) im August, Chloro max im Juli; Sauerstoffübersättigung bis 148 %; pH bis 8,4; am Grund Sauerstoffdefizit bis 63 %, aber keine Nährstoffanreicherung; Cyanophyceen (Lyngbya limnetica, µ-Algen), Chrysophyceen (Synura), Diatomeen (Stephanodiscus); Daphnia cucullata, aber keine großen Daphnien


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

2000*

2003

Trophiestufe

2007

2012

Trophiestufe

anorg.Gesamt-Stickstoff (mg/l)


2,40


1,30

1,22


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

15

23

meso-/eutroph

22

20

meso-/eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

9

14

eutroph

16

13

eutroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

15

24

eutroph

27

20

eutroph

Sichttiefe (m)

2,2

1,7

eutroph

1,3

1,2

hoch eutroph

 

* nur 5 Messungen; 2007 einschl. Tiefenwasser 24 µg TP/l


Trophiestufe: 2000 meso- bis eutroph, m-e1; 2003 meso- bis eutroph, e1; 2007 eutroph, e1-e2; 2012 eutroph, e1

 

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Extensivierung/Aufgabe der Fischteiche am Weiherzulauf

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; Ablassen, auch wg. Fischbestandskontrolle (Graskarpfen entnehmen) und Wintern; Dammsanierung

– Verlegung der Hochwasserentlastung des Wagenhauser Baches an den Beginn des Schilfgürtels, damit zumindest ein Teil der mitgeführten Substanzen sich vor dem Weiher bereits sedimentieren können




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2005 Anschluss von Wagenhausen und Bolstern; damit alles angeschlossen

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000-01

1,4

970 DM

2008-12

3,8

1.070 €

2015

4,7

2.180 €

2002-06

4,5

1.100 €

2013

4,2

1.170 €




2007

1,4

390 €

2014

5,5

1.040 €




 


Renaturierung

– 1999 Gewässerentwicklungsplan durch Hr. Grom, Altheim (ungenau, da gesamtes Gebiet der Stadt Bad Saulgau überplant wurde)

– Gewässerentwicklungsplan im Bereich Bolstern teilweise umgesetzt

Sonstiges

– 2003 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– seit 2008 Dammsanierung geplant wegen Hochwasser-Sicherheit; bisher Finanzierung unklar und Kostenaufteilung strittig; durch Biber (inzwischen umgesiedelt) weitere Schäden

 

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016