Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Unterweihers ist rot umrandet)

Unterweiher (Adelsreuter Weiher)

seit 2000 im SOS

Stadt Friedrichshafen-Ettenkirch, Bodenseekreis TK 8223

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Ravensburg

Schutzstatus: teilweise § 33-Biotop

Eigentümer: Franz Schmeh, Weiherhof Pächter: Angelsportverein Markdorf-Immenstaad

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

15 %

25 %

20 %

40 % (Obst)


 

Untersuchungen am Unterweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Vorunters.)

2000 (5x)

Limnologie

Wurm

2009

Limnologie

GWD RV

2003

Limnologie

Weyhmüller

2014

Limnologie

 

Literatur: LRA FN 1987, Prinzinger 1991/99

Entstehung/Umgebung: künstlicher Angelweiher; halb von Wald umgeben


Bewirtschaftung: vor 1987 teichwirtschaftlich betrieben und in kurzen Abständen abgelassen und gewintert; 1987, 2003 und 2007 abgelassen und gewintert; anschließend Besatz mit Hecht, Zander, Karpfen, Schleie; 2007/08 Teilentschlammung (ca. 2000 m3); Damm am nordöstlichen Ufer mit Grundablass


Hydrologische Daten: geringer Zulauf

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

73 ha

1,2 ha

2,1 m

1,3 m

15 600 m3

geringer Zulauf über Bach aus Süden sowie Grünlanddrainagen aus SW

Ablauf über Überlauf in Adelsreuter Bach, Schussen

 


Sediment: bis zu 1,5 m Faulschlamm auf festem Lehm; 2003 Pges 1,1 mg/g TS, Glühverlust 18%


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: im Westen Schilf; N-, W-Ufer und Zulaufbereich als Feuchtgebiet ausgewiesen
in den 1980er Nuphar lutea (1988 Antrag auf Bestandsregulierung im LRA abgelehnt);

2000 Nuphar lutea (Wurm); 2009 Nuphar lutea, wenig Nymphaea alba, Potamogeton natans (Phillipson); 2014 Nuphar lutea, Nymphaea alba (Herz)

Fische: Hecht, Karpfen, Schleie, Zander, Graskarpfen?


2000 TP max (276 µg/l) und Chloro max im Aug; Sauerstoffübersättigung bis 200 %; pH bis 8,8; Algenblüten mit Diatomeen (Stephanodiscus) und Cryptomonaden (Cryptomonas); keine Daphnien;

2003 TP max (336 µg/l) im September, Chloro max im April; Sauerstoffsättigung 163 - 53 %; pH bis 8,3; Grünalgenblüte

2009 TP max (168 µg/l) im September, Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 219 %; pH bis 8,7; fast ganzjährig Algenblüten (coccale µ-Blaualgen u.a.); keine Daphnien (Fischbestand?)

2014 TP max (273 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 168 %; pH bis 9,3; am Grund im Juli Nährstoffanreicherung (3,24 mg NH4-N/l, 190 µg TP/l); Juni bis August Euglenophyceen und Chlorophyceen; wer für die Algenblüte im August verantwortlich war, ist unklar; im Juli etwas D. cucullata


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

2000*

2003

Trophiestufe

2009

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


0,87


0,22


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

151

207

eu-/hypertroph

108

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

94

87

eu-/hypertroph

48

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

148

123

hoch eutroph

89

eutroph

Sichttiefe (m)

0,5

0,6

eu-/hypertroph

0,5

eu-/hypertroph

 

* nur 5 Messungen


 


2014

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,70


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

125

hoch eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

58

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

155

eu-/hypertroph

Sichttiefe (m)

0,5

eu-/hypertroph

 


Trophiestufe: 2000 und 2003 poly- bis hypertroph, p2; 2009 und 2014 polytroph, p1

 

Belastungsquellen

– Einzelgehöfte (Rosengarten, Weiherhof) im EZG; alles angeschlossen (Stand 2002)

– intensiver Obstanbau

– landwirtschaftlich genutzte Flächen südwestlich Weiher z.T. durch Bodenauffüllung entstanden; Ablagerung von Mähgut; nördlich gelegene Wiese vermutlich stark gedüngt, da Randstreifen zum Weiher hin mit Brennnesselgestrüpp

– punktuelle Belastungen aus landwirtschaftlichen Anwesen (Güllegrube, Futtersilo); 2011 Abwasserpilz im Zulauf uh Anwesen Weiherhof; 2015 erneut Abwasserpilz in beiden Zuläufen uh landwirtschaftlichen Anwesen

– Zuflüsse ohne Pufferstreifen

– Bootshütte; Badebetrieb gering, da stark verschlammt und veralgt


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen und Beseitigung von punktuellen Belastungsquellen; Überprüfung des Weiherhofs

– Entschlammung (6000 m3 vom Verein geplant; sollen ausgebaggert, auf Grünland neben dem Weiher zur Austrocknung zwischengelagert und dann auf angrenzender Ackerfläche (35 ha) verteilt werden; scheiterte 2003 an Differenzen zwischen Verein und LRA Bodenseekreis über Vorgehensweise; inzwischen Bedenken des LRA nahezu ausgeräumt, zunächst sollen versuchsweise nur 1000 m3 ausgebaggert werden; bewährt sich das Verfahren, können auch die übrigen 5000 m3 ausgebaggert werden; das nährstoffreiche Sickerwasser soll in Graben aufgefangen und um den Weiher herum geleitet werden)

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; regelmäßiges Ablassen und Wintern, eventuell auch Sömmern; Entnahme der eventuell vorhandenen Graskarpfen; Mönchbau

– Renaturierung des Zulaufs



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2009/10/11 Suche nach punktuellen Einträgen aus landwirtschaftlichen Anwesen; bisher erfolglos

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001-05

2,0

840 €

2006

2,0

750 €

2007-15

0


 


Renaturierung

– 2002 Gewässerentwicklungsplan zusammen mit Appenweiler Weiher durch Büro Weyhmüller, Tettnang

Sonstiges

– 2003 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– 2004 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

– 2007/08 Teilentschlammung (ca. 2000 m3); der Schlamm wurde auf die Wiesenbereiche ausgebracht, die laut Besprechung und Vorgabe LRA nicht betroffen sein sollten (da schützenswert); inzwischen größtenteils entfernt, neu eingesät


Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016