Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann) und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Scheibensees ist rot umrandet)

Scheibensee

2000 - 2005 im SOS

Gemeinde Waldburg, Lk. RV TK 8224

Schutzstatus: NSG („Scheibensee“; seit 1967; 5,6 ha), FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Land Ba.-Wü. Pächter: nicht verpachtet, nicht bewirtschaftet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

20 %

39 %

16 %


5 %

 

Untersuchungen am See: See nicht beprobt, da unzugänglich

Literatur: BNL Tübingen (NSG), LfU 1994, Prinzinger 1991/99, Roweck 1986

Entstehung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor 16 000 Jahren in ehemaligem Toteisloch

Hydrologische Daten: Verlandung und Anlage eines künstlichen Abflussgrabens (vor 1915) führten zur Verkleinerung von 1,5 auf 0,5 ha (1915); Durchmesser 1940 noch 80 m;

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

110 ha

0,2 ha

m

m

m3

keine oberirdischen Zuflüsse; aus dem Moor sickerndes Wasser und etwas Grundwasser; z.T. aus dem umgebenden Grünland

Ablauf über künstlich angelegten Graben als Edensbach durch NSG Blauensee zum Holzmühleweiher, Eggenbach, Argen

 


Flora und Fauna: wertvoller Verlandungsbereich mit Steifseggenried, Zwischenmoor-Schwingrasen und Niedermoor; alle drei Sonnentauarten; früher reich an Desmidiaceen; 16 Libellenarten;

in den 1980er Nymphaea alba, Potamogeton natans, Polygonum amphibium, Utricularia australis


Veränderungen in den letzten Jahren:1977 ein dystropher, oligotropher Moorsee; 1984/85 bereits stark eutrophiert; Verlandung schreitet rasch voran; in wenigen Jahrzehnten wird die offene Wasserfläche verschwunden sein


Belastungsquellen

– Teile von Waldburg, Bannried, Hinterwiddum im EZG

– intensiv als Grünland und Maisanbau genutzte Flächen

– jahrzehntelang unzureichend geklärte Abwässer in den nördlichen Niedermoorstreifen eingeleitet; seit 1986 (Bau einer KA) nicht mehr

– Rückstau des Ablaufs möglich (evtl. Einleitung von Abwasser aus der Kläranlage Waldburg bzw. aus dem Siedlungsgebiet von Waldburg)

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Anschluss der noch fehlenden Teilorte; Überprüfung der Abwassersituation

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Umsetzung des Pflegeplans des RPTÜbingen (1989)

– Gräben nicht mehr räumen


Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 1996 Anschluss von Teilorten an Kläranlage; bis 2002 alles angeschlossen

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für landw.genutzten Flächen im Einzugsgebiet (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge

– extensivierte Flächen 2000 - 2014: 0 ha

Renaturierung

– 2003 Gewässerentwicklungsplan durch D. Schmid, Vogt

– Pflegemaßnahmen des RPTÜbingen werden durchgeführt

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016