Luftbild (© Lothar Zier), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Egelsees ist rot umrandet)

Olzreuter See

seit 2000 im SOS

Gemeinde Bad Schussenried, Lk. BC TK 7924

Schutzstatus: LSG, FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Land Ba.-Wü., LRA BC, Betriebsstelle Riedlingen, Hr. Jansen (Forstamt)

Pächter: Muttensweiler Angelverein

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

10 %

45 %

40 %


5 %

 

Untersuchungen am Olzreuter See:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Voruntersuch.)

2000 (6x)

Limnologie

Fürst

2008

Limnologie

Fürst

2003

Limnologie

Fürst

2013

Limnologie

 

Literatur: Frank 1981, LfU 1994, Prinzinger 1991/99


Entstehung/Umgebung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor 16 000 Jahren; von Wiesen und Weiden auf Niedermoorböden umgeben; auf der Halbinsel sind archäologisch wertvolle Fundstellen (prähistorische Siedlung); Funde auch im Ried

Bewirtschaftung: Besatz mit Schleie, Wildkarpfen, Hecht, Zander, Aal; Angelfischerei auf Brachsen, Hechte, Aal und Karpfen (300 kg Brachsen in 2006)


Hydrologische Daten: Seespiegel abgesenkt; geschichtet; Verlandungszone 3,9 ha

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

248 ha

10,4 ha

7,6 m

3,2 m

330 000 m3

Zulauf über Entwässerungsgräben und Grundwasser

Ablauf im SW verdolt durch Bodenwelle in Graben, Wiesenbach, Schussen

 

Sediment: bis zu 9,5 m Sediment;


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: bis auf die Freibadzone von breitem Schilfröhricht umgeben; Süßwasserschwamm; Teichmuschel
2000 Nuphar lutea (Wurm); 2009 Nuphar lutea, etwas Nymphaea alba, Utricularia sp. (Phillipson); 2013 Nuphar lutea, wenig Nymphaea alba, Utricularia australis (Herz)

Fische: Karpfen, Zander, Hecht, Schleie, Rotaugen, Rotfeder, Barsch, Brachse, Güster, Ukelei, Wels, Aal, Graskarpfen

1978 Graskarpfen eingesetzt, von denen letztmalig 1992 einige gefangen wurden; evtl. neue Graskarpfen, 2006 einer gefunden; Aalsterben im Sommer 1994 (ca. 50)

Vögel: Haubent., Zwergdommel, Teichrohr-, Drosselrohrsänger, Rotrückenwürger, Wachtel


1979 im Juli ab 4 m anaerob; Ceratium hirundinella und Diatomeen (daneben Anabaena, Dinobryon); Daphnia cucullata (270–300 Ind/l); Zoobenthos dominiert von Chironomus plumosus und Chaoborus crystallinus; knapp unter 4 m (im Hypolimnion) max Chlorophyll a; im Sediment H2S (FRANK)

2000 TP max (30 µg/l) und Chloro max im Februar; Sauerstoffübersättigung bis 153 %; pH bis 8,4; Blaualgenblüten; Daphnia cucullata

2003 TP max (222 µg/l) und Chloro max im März; Sauerstoffsättigung 150 - 33 %; pH bis 8,8; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 5 %) und Nährstoffanreicherung (im Sept 21 µg o-PO4-P/l, 133 µg TP/l)

2008 TP max (131 µg/l) im Okt, Chloro max im Aug; Sauerstoffsättigung 120 - 70 %; pH bis 8,1; P im April (88) und Okt erhöht wg. Einträge; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 32 %) und Nährstoffanreicherung (im Aug 60 µg o-PO4-P/l, 157 µg TP/l); keine Algenblüten; Daphnien (Daphnia cucullata)

2013 TP max (60 µg/l) im Mai, Chloro max im Oktober; Sauerstoffsättigung 163 - 68 %; pH bis 8,6; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 7 %), H2S-Geruch und Nährstoffanreicherung (im September 121 µg TP/l, 1,10 mg NH4-N/l); im Juli und September im Tiefenwasser hoher Chlorophyll a (162 bzw. 382 µg/l; Crypto- und Chrysophyceen sowie algenfressende Ciliaten); Dinobryon stipitatum, Ochromonas, Fragilaria, Cryptomonas, Rhodomonas minuta; nur mittelgroße Daphnien (Daphnia cucullata); Fischbestand sollte überprüft werden (s. Makrophytenbestand)


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

(P- und N-Mittelwerte wenn möglich einschließlich Tiefenwasser; erfasst besser die Gesamtsituation)

 


2000*

2003

2008

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


0,46

1,29

0,85


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

25

69

65

46

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

17

13

13

13

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

28

29

22

23

eutroph

Sichttiefe (m)

1,2

1,5

1,5

1,4

eutroph

 

* nur 6 Messungen, nur Oberfläche;


Trophiestufe: 2000, 2003, 2008 und 2013 eutroph, e1


Phosphorgehalt nur Oberflächenwasser:

2000*

2003

2008

2013

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

25

64

62

42

 

* nur 6 Messungen

 

Belastungsquellen

– Teile von Olzreute und Kleinwinnaden, Dunzenhausen, Lauhaus, Freibad im EZG; Olzreute angeschlossen (Stand 2000)

– bis 2005 hatte ein Anwesen bei Dunzenhausen Verbindung von der Güllegrube in Zulauf; Zulauf aus Richtung Dunzenhausen weiterhin mit hoher Belastung (2003/05/08/13); Quellensuche aufgrund unübersichtlichem Schachtsystem jedoch schwierig

– zahlreiche intensiv genutzte Niedermoorflächen, Gülle teilw. bis Röhricht (so auch Sommer 2005) sowie Hanglagen; Fahrsilo Härle gelegentlich überprüfen

– 2015/16 Einträge aus Fahrsiloanlage in Dunzenhausen, LRA BC ist informiert

– Badebetrieb, Freibad im Südteil (Abwasser der Dusche?)


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss; Beseitigung der Einträge aus Dunzenhausen

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen; Flächentausch mit Landesflächen

– Renaturierung der Zuläufe; Uferpflege des Sees




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2000 Anschluss von Dunzenhausen und Lauhaus

– bis 2002 alles angeschlossen; Eintrag aus Richtung Dunzenh. jedoch weiterhin hoch

– bis 2007 nicht ordnungsgemäß betriebene Dunglege bei Dunzenhausen durch LRA BC beseitigt; weiterhin Einträge vorhanden, aber unübersichtliches Schachtsystem

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000

6,0

2.990 DM

2004-06

30,3

10.160 €

2015

33,9

8.890 €

2001

20,9

12.970 DM

2007-08

29,1

8.500 €




2002

23,1

7.190 €

2009-13

34,1

8.980 €




2003

27,2


2014

37,8

10.940 €




 


Renaturierung

– 1999 Gewässerentwicklungsplan durch Menz/Weik, Tübingen; aber ohne die Zuflüsse; dies sollte später nachgeholt werden, wurde jedoch verschoben

Sonstiges

– Pflege von Verlandungsflächen durch aktiven Angelverein

– 2001 Uferpflegekonzept für den See (Herz)

– 2005 Umsetzung eines Teils des Pflegekonzeptes: es wurden Pappeln entfernt und Gebüsch ausgelichtet (veranlasst durch LRA BC)

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016