Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Guggenhauser Weihers ist rot umrandet)

Guggenhauser Weiher

seit 2000 im SOS

Gemeinde Guggenhausen, Lk. RV TK 8122 + 8022

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Fleischwangen, Riedhausen, Unterwaldhausen

Schutzstatus: LSG, teilweise § 33-Biotop

Eigentümer: Franz Linz (Familie Linz seit 1845) Pächter: seit 1967 Kreisfischereiverein RV

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

20 %

30 %

45 %

 

5 %

Untersuchungen am Guggenhauser Weiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Voruntersuch.)

2000 (6x)

Limnologie

Wurm

2010

Limnologie

Wurm

2001

Limnologie

RPTÜ RV

2015

Limnologie

Wurm

2007

Limnologie

 

 

 

Literatur: Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: erstmals erwähnt 1840, Fischweiher in ehemaliger Schmelzwasserrinne

Bewirtschaftung: intensive Angelfischerei; jährlicher Besatz mit Hecht, Karpfen, Schleie, Regenbogenforelle; 1999 abgelassen und gewintert; jeden Winter teilabgelassen u. teilgewintert; Eigentümer/Pächter zufrieden mit Zustand (angeblich keine stärkere Verschlammung); 2008 abgelassen (250kg Hecht, 200kg Zander, 120kg Aal, 70kg Barsch, 600kg Karpfen, 50kg Graskarpfen (oder mehr), 400kg Rotaugen/Rotfedern, 30kg Wels), gewintert, gesömmert 2009 und nochmals gewintert; nach der Sömmerung Bewuchs (Rohrkolben) abgemäht; Ende Februar 2010 wieder bespannt; Mönch
Sägweiher: 1960 ausgebaggert, 1970 abgelassen und gewintert, 1980 abgelassen; 2003 abgelassen, gewintert und bis Sommermitte 2004 gesömmert (Rumex maritimus); anschließend mehrere Jahre Anzucht von Besatzfischen bei jährlichem Ablassen; Sömmerung 2009; Eigentümer berichtet, dass Weiherzustand nach dem Ablassen/Sömmern deutlich besser war

Hydrologische Daten: 2001 max. Tiefe 3,3 m; 2007 max. Tiefe 2,6 m

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

996 ha

10,1 ha

3,3 m

1,6 m

166 000 m3

Zulauf aus S (einige Zeit entlang Ostufer am Whr vorbei, heute nicht mehr); Zulauf aus O (an KA vorbei, dann durch Bixelwhr (=Wendenreuter Whr) hindurch); Wiesengräben aus NW über Sägwhr (= kleiner Gug. Whr) geleitet, am NW-Ufer des Gug. Whrs entlang, und kurz vor Damm regulierbar zugeleitet; je nach Wasserstand im Weiher dient diese Zuleitung auch als Überlauf in den hinter Damm liegenden Dorfweiher

Ablauf über Dammablass am Westufer in Ostrach, Donau; ab 1988 Überlauf als Tiefenwasserableitung

 

Sediment: 2000 Pges 0,7 mg/g TS, Glühverlust 10%; 2009 Pges 0,95 mg/g TS, Glühverlust 20%;

Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: im NO Verlandungsbereich mit Schilfröhricht; Anfang der 1970er Jahre Sichttiefe noch bis Grund; 1980er Jahre Nuphar lutea; übrige Wasserpflanzen nach Graskarpfenbesatz (ab 1973) verschwunden; alljährlich Algenblüten; keine Daphnien; Fischsterben;
2000 nach Winterung deutlich bessere Sicht, wieder makrophytenreich; Nuphar lutea, Pot. lucens, - trichoides, - obtusifolius, - crispus, Characeae (Wurm); 2001 Nuphar lutea, Pot. crispus, - obtusifolius, - pusillus, Ranunculus hederaceus (Bolender)

2007/2008 Nuphar lutea, Nymphaea alba, wenig Pot. lucens, -crispus (Wurm/Bolender)

2009 Sömmerung; artenreiche Teichbodenvegetation mit Carex bohemica, - pseudocyperus, Cyperus fuscus, Rumex maritimus, - hydrolapathum (Kartierung: H. Herwanger, Bad Waldsee) und dichtem Bestand an Thypha angustifolia (Rohrkolben); daher 2010 zweimal Schilf- und Rohrkolbenmahd mit Mähboot, Mähgut so möglich entnommen

2010 Nuphar lutea, Nymph. alba, Potamogeton lucens, - trichoides, - obtusifolius, - acutifolius, Poly. amphibium, Spirodela polyrhiza, Lemna minor; starker Bewuchs vom Ufer her bis weit in den Weiher (Schoenoplectus lacustris, Typha angustifolius, Phragmites australis) (Herz) 2015 Nuphar lutea, Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Spirodela polyrhiza, Lemna minor (davor Makrophytenmahd ?) (Herz)

Fische: Karpfen, Schleie, Barsch, Rotaugen, Rotfeder, Brachse, Ukelei, Zander, Aal, Hecht, Wels, Regenbogenforelle; Graskarpfen bis 2008

Vögel: früher bis zu 15 Brutpaare Schwarzhalstaucher; nach 1973 ging Bestand schnell zurück auf 0; Haubentaucher, Fischadler

2000 TP max (66 µg/l) im Juli, Chloro max im Dezember; Sauerstoffübersättigung bis 140 %, häufig aber auch Sauerstoffdefizit (bis 57 %); pH bis 8,5; nach Winterung deutl. bessere Sicht, wieder makrophytenreich; viele große Daphnien

2001 TP max (302 µg/l) und Chloro max im Oktober; Sauerstoffübersättigung bis 201 %; pH bis 8,6; am Grund nicht anaerob (30 % Sauerstoff), aber Nährstoffanreicherung (im Aug 184 µg TP/l); bereits weniger Daphnien wg. Fischnachwuchs

2007 TP max (160 µg/l) und Chloro max im Juni; Sauerstoffübersättigung bis 247 %; pH bis 8,8; im August ab 1,9 m anaerob; Nährstoffanreicherung am Grund (im Sept 239 µg TP/l, 0,56 mg NH4-N/l); über Jahrzehnte angesammeltes Nährstoffdepot im Schlamm; sehr hohe Nährstoffkonzentrationen in den Zuläufen bei gleichzeitig hoher Wasserführung verursachen im Juni P-Anstieg im Weiher um das Doppelte; Grün-/Blaualgenblüte (Anabaena, Oscillatoria, Aphanizo.); nur kurzzeitig Daphnien

2010 vorhergehende Sömmerung/Winterung; viele Daphnien (D. longispina) bis Jahresmitte, Algenentwicklung mäßig, Sicht gut; Sauerstoffdefizit in Mai und Juni an Oberfläche wegen Zehrung am Grund (u.a. Pflanzenreste der Sömmerung); im Juni hoher P-Eintrag über südlichen Zulauf (136 o-PO4-P/l, 257 TP/l; die beiden anderen Z. werden bei Starkregen seit 2009 umgeleitet); TP max (176 µg/l) und Chloro max im Juli; ab 2 m anaerob; fast keine Daphnien mehr (wg. Besatz mit laichreifen Fischen bzw. dessen Nachwuchs); Grünalgenblüte (Pandorina morum), daneben Kiesel- und Goldalgen; kaum Blaualgen; (vorübergehende) Verbesserung im Weiher wegen Sömmerung, Daphnien sowie Umleitung des nördl. und östl. Zulaufs bei Starkregen (seit 2009)

2015 TP max (140 µg/l) und Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 215 %; pH bis 8,8; Blaualgenblüte im September (Oscillatoria agardhii); vmtl. gibt Bixelweiher im Sommer nährstoffreiches Tiefenwasser an Guggenhauser Weiher ab

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 

2000*

Trophiestufe

2001

2007

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff(mg/l)

 

 

 

0,65

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

56

eutroph

85

92

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

21

eutroph

48

54

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

66

eutroph

296

93

eu-/hypertroph

Sichttiefe (m)

2,1

eutroph

1,4

0,6

eu-/hypertroph

*nur 6 Messungen; 2001 einschließlich Tiefenwasser 89 µg TP/l, 2007 103 µg TP/l

 

 

2010

Trophiestufe

2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff(mg/l)

1,29

 

1,39

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

68

eutroph

97

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

24

eutroph

73

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

92

eutroph

157

eu-/hypertroph

Sichttiefe (m)

1,9

eutroph

0,7

eu-/hypertroph

2010 einschließlich Tiefenwasser 68 µg TP/l

Trophiestufe: 2000 eutroph, e1; 2001 eutroph, e2; 2007 polytroph, p1; 2010 eutroph, e2; 2015 polytroph, p2

Belastungsquellen
– Haslach, Ober- u. Unterwaldhausen, Wendenreute, Spitalhof, Schnaidhöfe, Zippern, Teile von Fleischwangen im EZG; alles angeschlossen (2000)
– Ablauf der Kläranlage Unterwaldhausen bei Wendenreute im EZG– intensive Acker- und Grünlandnutzung, zahlreiche entwässerte Niedermoorflächen, Ackerbau in Hanglagen; viel Maisanbau, im Frühjahr Eintrag v. Schwemmmist
2012/13 wurden im EZG Gräben gefräst und Drainagen ersetzt
– zwei stark schlammhaltige Fischweiher an einem Zulauf (der beim Ablassen jedoch um den Guggenhauser Weiher herumgeleitet wird)
– Ausfräsen des Zulaufgrabens im Schilfbereich
– Fischerei; geringer Badebetrieb

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Umleitung des Kläranlagenablaufs
– Änderung der Zulaufsituation; Umleitung des Zulaufs aus Wendenreute und Sägweiher bei Starkregen direkt in den Ablauf – Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Umsetzung fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Überprüfung der Fischweiher
– Uferpflege am Weiher
'– Renaturierung der Zuläufe

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser
– Kläranlagenablauf: zunächst wurde KA umgebaut, und nur noch Regenüberlauf gelangte in Weiher; seit 2002 wird der Ablauf per Pumpendruckleitung um Gugg. Weiher herum in seinen Ablauf (Fleischwanger Ach) geleitet, und nur noch der bei Starkregen darüber hinausgehende Abfluss (über 4,3 l/sec) gelangt weiterhin in den Wassergraben zum Weiher (5-8 x/Jahr); auch dies noch problematisch; 2015 RÜ nur dreimal angesprochen
– 2009 Änderung der Zulaufsituation; Umleitung des Zulaufs aus Wendenreute/Sägweiher bei Starkregen direkt in den Ablauf – 2016 Aufgabe der KA Unterwaldhausen, Abwässer werden jetzt nach Ostrach gepumpt

Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen– 2 Güllegruben wurden gefördert
– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000

37,1

25260 DM

2006

75,2

26870 €

2012-13

28,0

9260 €

2001

43,3

 

2007

76,8

23600 €

2014

27,4

9080 €

2002

46,5

15320 €

2008

73,9

 

2015

44,0

18870 €

2003

55,0

 

2009

61,4

 

 

 

 

2004-05

73,7

 

2010-11

50,9

13050 €

 

 

 

Renaturierung
– 2002 Gewässerentwicklungsplan durch Dr. Fitz, Salem
– 2002 im Bereich Fleischwangen Maßnahme umgesetzt (Grunderwerb, kleines Sedimentbecken, Bepflanzung)

Sonstiges
– 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)
– 2002 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– Betreten der Stege während der Brutzeit bis zum 30.6. vom Pächter her verboten
– 2004 Bau eines Sandfangs am Schaitbach (Nebenast des Zulaufs; 9500 €; 100 m3)
– ab 2006 Änderung der Schilfpflege und Grabenräumung (ohne Fräse)
– 2010 nach der Sömmerung (2009) zweimal Schilf- und Rohrkolbenmahd mit Mähboot, Mähgut so gut wie möglich entnommen

 

Letzte redaktionelle Änderungen August2016