Luftbild (Girasweiher links im Bild; © Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Giraseihers ist rot umrandet; links im Bild Girasweiher, rechts Elfenweiher)

Girasweiher

seit 2000 im SOS

Gemeinde Bergatreute, Lk. RV TK 8124

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Wolfegg

Schutzstatus: LSG, FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Erhard Nonnenmacher, Bergatreute

Pächter: Rudolf Hepp und Uwe Göttlich, Bad Waldsee (bis 2011 Fischereiverein Bad Wurzach)

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Wohnbebauung

Girasweiher direkt

40 %

60 %

 

 

einschl. Elfenweiher

40 %

30 %

25 %

5 %

Untersuchungen am Girasweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

GWD RV (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

RPTÜ RV

2013

Limnologie

GWD RV

2001

Limnologie

RPTÜ RV

2016

Limnologie

RPTÜ RV

2008

Limnologie

 

 

 

Literatur: Prinzinger 1991/99

Entstehung/Umgebung: künstlich angelegt 1960; der oberhalb gelegene Elfenweiher ist NSG

Bewirtschaftung: Angelfischerei; jährlich Besatz mit 5000 Stück Hechtbrut und 200 kg Karpfen; 1996 im Sommer für 3 Monate trocken wg. Mönchbau im Elfenweiher; 1997 und 2005 abgelassen und gewintert; 2005 mit Schlammpflug Gräben zur Entwässerung eingezogen; neu gebautes Absetzbecken funktioniert; gutes Fangergebnis: viele große Karpfen, 150 Hechte, 20 Silberkarpfen (bis
20 kg), 30 Gras- und Marmorkarpfen (bis 10 kg) (dem Verein abgekauft), 2 Welse (bis 8 kg), wenig Rotaugen, Rotfedern, Brachsen, Barsche, Schleien; Besatz mit Hecht, Barsch, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Karpfen, Regenbogenforelle; 2014 abgelassen und gewintert; Damm ist schmal und hoch, sollte daher wg. Hochwasserschutz verbreitert werden; Mönch

Hydrologische Daten: Elfenweiher unmittelbar darüber; daher muss der Girasweiher stark abgesenkt werden, damit Elfenweiher leer läuft

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(141 E + 6) 147 ha

1,1 ha

2,4 m

1,3 m

14 100 m3

Zulauf aus Elfenweiher

Ablauf über Mahlweiher, Wolfegger Ach, Schussen

Sediment: stark verschlammt; 2005 Pges 1,1 mg/g TS, Glühverlust 13,3 %

Fauna und Flora / Daten Wasserchemie: Biber seit 2015;
2001 zugewachsen mit Cerato. demersum (Herz); 2009 Cerato. demersum, Nymphaea alba (Phillipson); Sommer 2009 Mähaktionen gegen Ceratophyllum; 2013 zugewachsen mit Ceratophyllum demersum, deneben etwas Nuphar lutea (Herz)

Fische: Karpfen, Hecht, Gras- und Marmorkarpfen, Wels, Schleie, Barsch, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Zander, Aal, Regenbogenforelle; Biber

2000 TP max (92 µg/l) im Feb, Chlor max im März; Sauerstoffübersättigung bis 182 %; pH bis 8,4

2001 TP max (136 µg/l) im Nov, Chlor max im Okt; Sauerstoffübersättigung bis 157 %; pH bis 8,4

2006 nach der Winterung 2005/06 gute Sichttiefe, klares Wasser, keine Algenblüten (in den Jahren davor regelmäßig), begrenztes Makrophytenaufkommen

2008 TP max (246 µg/l) und Chloro max im März; Sauerstoffübersättigung bis 229 %; pH bis 8,5; aufgrund starker Nährstoffeinträge aus Fischzuchtanlage zu Beginn des Jahres bereits hoher P und Algenblüte; zum Sommer hin abnehmend, da deutlich geringere Einträge; im Herbst wieder ansteigend; von Feb bis April Tetraedron; keine Daphnien; allgemein deutliche Verschlechterung wg. massiver Belastung aus Fischzuchtanlage, die über Elfenweiher eingetragen wird; Stilllegung der Fischzucht dringend erforderlich

2013 TP max (74 µg/l) im Januar, Chloro max im April; Sauerstoffübersättigung bis 170 %; pH bis 8,4; deutlich geringere Einträge aus Fischzuchtanlage (Betrieb ruhte 2013 etwas, da Messungen liefen und eine Verlängerung des Vertrages anstand; Elfenweiher 2013 nur teilweise angestaut)

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 

2000*

2001

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

 

4,2

 

3,58

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

66

75

eutroph

130

hoch eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

25

70

hoch eutroph

132

hypertroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

61

220

hoch eutroph

288

hypertroph

Sichttiefe (m)

1,6

1,5

eutroph

0,9

hoch eutroph

* nur 6 Messungen

 

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

7,07

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

53

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

13

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

46

eutroph

Sichttiefe (m)

2,5

eutroph

Trophiestufe: 2000 und 2001 eutroph, e2; 2008 polytroph, p1-p2; 2013 eutroph, e1

Belastungsquellen
– Klösterle, Forst, Neuforst, Teile von Alttann im EZG; Forst und Neuforst dezentral (Stand 1999)
– Landwirtschaft in Hanglagen
– Fischmastanlage oberhalb des Elfenweihers; sehr hoher Nährstoffeintrag in den Elfenweiher, und über ihn auch in den Giras- und den Mahlweiher
– Ablassen des Elfenweihers
– kein Badebetrieb wegen Verkrautung

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Belastung durch Fischmastanlage oberhalb des Elfenweihers vermindern
– Umsetzung des fischereilichen Bewirtschaftungskonzeptes; Verringerung des Besatzes
– Bau eines Absetzbeckens für das gleichzeitige Ablassen von Elfen- und Girasweiher unterhalb des Girasweihers; Dammsanierung

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser
– 2003 Neuforst angeschlossen, Forst weiterhin dezentral (so auch 2008)
– die Fischteiche oberhalb des Elfenweihers sollen von Mast auf Zucht umgestellt werden

Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

0,8

580 DM

2002

0,8

300 €

2003-15

0

 

Renaturierung
– 2002 Gewässerentwicklungsplan durch Hr. Bauer, Wolfegg

Sonstiges
– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– 2004 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)
– 2004 Bau eines Absetzbeckens für das Ablassen von Elfen- und Girasweiher (100 m3; 5000 €); (2005 wurde vor dem Ablassen in das Absetzbecken eine Schlammsperre zur Drosselung der Durchflussgeschwindigkeit eingebaut, mit Erfolg); 2015 geräumt
– geplant seit 2003 ist eine Sömmerung in Verbindung mit Entschlammung

Letzte redaktionelle Änderungen Juli 2016