Luftbild (Elfenweiher rechts im Bild; © Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Elfen- und Girasweihers ist rot umrandet)

Elfenweiher

Seit 2000 im SOS

Gemeinde Bergatreute, Lk. RV TK 8124

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Wolfegg

Schutzstatus: NSG („Girasmoos“; seit 1973; 9,6 ha), FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Gemeinde Bergatreute Pächter: bis 2014 Fischereiverein Bad Wurzach

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

40 %

30 %

25 %

 

5 %

Untersuchungen am Elfenweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

GWD RV (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

RPTÜ RV

2008

Limnologie

GWD RV

2001

Limnologie

RPTÜ RV

2016

Limnologie

Literatur: BNL-Tübingen (NSG), Prinzinger 1991/99

Entstehung/Umgebung: vor 1900 angelegt; das geschützte Gebiet in einer ehemaligen Talschlinge der Wolfegger Ach umfasst den Elfenweiher sowie das angrenzende, durch Versumpfung und Hangvermoorung entstandene Girasmoos (Kalkflachmoor); eine Fischzuchtanlage im Nordosten des Geländes führt zu einer starken Düngung des ansonsten nährstoffarmen Moores; von Wald und Gehölzstreifen umgeben

Bewirtschaftung: Angelfischerei; jährlicher Besatz mit 5000 Hechtbrut und 200 kg Karpfen (Zanderbesatz möglich, da relativ tief); bisher in einem ca. 5-jährigen Ablassturnus bewirtschaftet; 1996 im Sommer für drei Monate trocken wg. Bau von Mönch; 1997 abgelassen und gewintert; 2005 mit Fischen vom Abfischen des Girasweihers besetzt; 2009 abgelassen und gewintert; Abfischen schlecht organisiert, zum Glück Fischertrag jedoch gering; 50 kg Hecht, 100 kg Karpfen, einzelne Zander, mehrere große Graskarpfen, 400 kg Rotaugen und Brachsen, 2 Welse; Fische werden teilweise im Girasweiher gehältert; Girasweiher wieder voll angestaut (Teilanstau hätte genügt), weswegen nur Teil-Winterung des Elfenweihers möglich; 2011 Teil-Sömmerung Elfenweiher wegen Dammunsicherheit (Damm auf gesamter Länge unterspült und mit großen Bäumen) und starker Verschlammung; Sanierung wg Kosten verschoben und Weiher nur teilangestaut; 2015 Dammsanierung (mit Neubau von Mönch und Durchlass), finanziert aus Naturschutzmitteln; Räumung des Absetzbeckens geplant für Winter 2015/16; 2015 Vereinbarung,dass zukünftig Winterung alle 4-8 Jahre und keine weiteren Stege; Mönch

Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

141 ha

2,2 ha

3,9 m

1,7 m

37 100 m3

2 Zuläufe aus Nordosten

Ablauf über Girasweiher, Mahlweiher, Wolfegger Ach, Schussen

Sediment: mächtige Schlammschicht vor dem Mönch

Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: Biber seit 2015;
Teichbodenvegetation 2014 mit Cyperus fuscus und Carex bohemica; 2015 umfangreiches Vorkommen des Weitmündigen Blasenmützenmooses (Physcomitrium eurystomum; RL2) (Sauer)
früher viel Nymphaea alba; 2001/2009 Nuphar lutea, Nymphaea alba (Herz/Phillipson); 2014 Polygonum amphibium; da längere Zeit nur teilangestaut, beidseitig starker Aufwuchs von Rohrkolben (T. latifolia) (Herz); Rohrkolben soll 2016 mit Mähboot entfernt werden

Fische: Rotauge, Schleie, Karpfen, Barsch, Wels, Zander, Hecht, Aal, Graskarpfen
nach dem Auftauen im Frühjahr müssen jeweils tote Fische abgesammelt werden (Einleitungen von Fischzuchtanlage?)

2000 TP max (76 µg/l) im Juli, Chloro max im März; Sauerstoffübersättigung bis 230 %; pH bis 8,4;

2001 TP max (260 µg/l) im Nov, Chloro max im Okt; Sauerstoffübersättigung bis 208 %; pH bis 8,3;

2008 TP max (248 µg/l) und Chloro max im März (Tetraedron); Sauerstoffübersättigung bis 257 %; pH bis 8,5; im Juni am Grund fast anaerob (1 %), starke Nährstoffanreicherung (447 o-PO4-P/l, 666 µg TP/l, 3,64 mg NH4-N/l); keine Daphnien; aufgrund hoher Nährstoffeinträge aus Fischzuchtanlage zu Beginn des Jahres bereits hoher P und dementsprechende Algenblüte; zum Sommer hin abnehmend, da deutlich geringere Einträge; im Herbst wieder ansteigend u.a. wegen wieder erhöhten Einträgen; Stilllegung der Fischzuchtanlage unbedingt erforderlich; Elfenweiher fungiert als Absetzbecken für Fischzuchtanlage; auch die unterhalb gelegenen Weiher werden stark beeinträchtigt

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 

2000*

2001

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

 

4,5

 

3,75

 

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

62

101

eutroph

149

hoch eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

24

82

hoch eutroph

149

hypertroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

52

199

eu-/hypertroph

311

hypertroph

Sichttiefe (m)

1,6

1,2

hoch eutroph

0,9

hoch eutroph

* nur 6 Messungen; 2008 einschließlich Tiefenwasser 168 µg TP/l

Trophiestufe: 2000 eutroph, e2; 2001 polytroph, p1; 2008 polytroph, p2

Belastungsquellen
– Klösterle, Forst, Neuforst, Teile von Alttann im EZG; Forst und Neuforst derzeit dezentral (Stand 1999)
– oberhalb liegt Fischzuchtanlage im Hauptschluss (gespeist aus Quellen und Bach);
gegründet 1906; 1984 ohne Bewilligung umgebaut mit Neuanlage von Teichen; Nährstoffeintrag in uh gelegene Weiher sehr hoch, bekannt seit 1985; bisher Fischmastanlage (21 Teiche) mit Fütterung von 60 t/Jahr (Forellen/Saiblinge); seit Jahren vom Betreiber (Feldmann) 2 Absetzbecken gefordert; möchte nun (2001) von Mast umwandeln in Laichfischhaltung und Vorstrecken der Brut mit Neubau eines Bruthauses; dann angeblich „nur“ noch 20 t Futter/Jahr; Karte der Anlage bei BNL und GWD; 2012 ein Absetzbecken gebaut; die Fischzuchtanlage (Gebäude) soll an KA angeschlossen werden; 2008 und 2012 weiterhin sehr hohe Belastung der uh gelegenen Weiher; 2013 deutlich geringere Belastung (Betreiber möchte Verlängerung und weiß, dass gemessen wird); 2015 meist niedrige Belastung, da wg. Fischseuche kein Betrieb; Anfang 2016 Neubesatz geplant;
– früher beliebtes Badegewässer; Schlittschuhlaufen

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss
– Verminderung der Belastung durch Fischzuchtanlage oder Schließung derselben
– Fichtenaufforstungen südlich des NSG entfernen
– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Bau Absetzbecken uh Girasweiher für gleichzeitiges Ablassen beider Weiher; Wasserspiegel absenken, Schilfmahd im Zulaufbereich, anschl. wieder anstauen und durch Überstauung Schilf zurückdrängen
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Umsetzung des Pflegeplans des RPTÜbingen; Renaturierung des Zulaufs
– Entschlammung

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser
– 2003 Neuforst angeschlossen, Forst weiterhin dezentral (so auch 2008)
– geplant seit 2001 Umstellung Fischteiche von Mast auf Zucht (geringere P-Belastung), bis 2015 noch nicht erfolgt; ein Absetzbecken wurde inzwischen gebaut; die Fischzuchtanlage (Gebäude) soll an KA angeschlossen werden; 2008 und 2012 weiterhin sehr hohe Belastung der uh gelegenen Weiher; 2013 deutlich geringere Belastung (Betreiber möchte Verlängerung und weiß, dass gemessen wird); 2015 meist niedrige Belastung, da wg. Fischseuche außer Betrieb

Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2003-05

1,8

 

2007

1,2

340 €

2009-15

0

 

2006

0,8

280 €

2008

0,1

 

 

 

 

Renaturierung
– Pflegeplan des RPTÜbingen wird umgesetzt
– 2002 Gewässerentwicklungsplan (Bauer, Wolfegg)

Sonstiges
– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept für den Weiher (Phillipson)
– 2004 Bau eines Absetzbeckens für das Ablassen von Elfen- und Girasweiher (250 m3; 5000 €)
– 2010 Planung für Dammsanierung (starke Unterspülung und mehrere große Bäume darauf; Sicherheit nicht gewährleistet); 2012 Umweltmeldung an MLR, da Damm unsicher und NSG austrocknet;
– 2015 Dammsanierung durch Vorbau eines neuen Dammes (aufwändiger als gedacht), neuen Mönch und Durchlass; Biberschutzgitter eingebaut; eine Entschlammung wäre jetzt gut durchführbar gewesen (stark verschlammt bis 2,5 m Dicke), wegen Kosten jedoch nicht realisiert
– 2015 Absetzbecken uh Girasweiher geräumt

Letzte redaktionelle Änderungen Juli 2016