Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Wuhrmühleweihers ist rot umrandet)

Wuhrmühleweiher

Lage: Landkreis Ravensburg, Gemeinde Kißlegg (TK  8225)

Entstehung: künstlich; erstmals erwähnt 1592

Schutzstatus:  FFH-Gebiet

Landnutzung im Einzugsgebiet:  15 % Wald und 75 % landwirtschaftliche Nutzfläche (Grünland)

Eigentümer: privat

Pächter: nicht verpachtet

Bewirtschaftung: Angelfischerei; 1986 und 2001 abgelassen und gewintert; 2002 gesömmert; nur Grundablass

Hydrologische Daten: bis auf grabenartige Vertiefung in Seemitte (3,8 m) maximal 2,5 m tief

Einzugsgebiet

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(573A+109W) 682 ha

27,7 ha

3,8 m

1,4 m

378 000 m3

Zulauf aus dem Argensee und aus Goppertshofen sowie Drainagen

Ablauf über Argenseebach, Wolfegger Ach in die Schussen

 
Sediment: Faulschlamm, der manchmal auftreibt wegen Gasentwicklung; 1986 Wassergehalt 90 %, Glühverlust 28 %

Fauna und Flora: 1987 Nymphaea alba und Nuphar lutea; 2001 und 2008 makrophytenreich mit Nymphaea alba, Nuphar lutea, Potamogeton lucens, - praelongus, - natans, - obtusifolius, Polygonum amphibium, Myriophyllum spicatum, Ranunculus circinatus, Schoenoplectus lacustris, Menyanthes trifoliata, Chara;

Fische 1992: Karpfen, Hecht, Schleie, Barsch, Brachse, Aal, Rotauge, Rotfeder, Wels

1993/94 im Sommer aufgrund relativ niedrigem Nährstoffniveau nur mäßige Algenvermehrung. Der momentan noch gute Zustand kann durch (weiteren) Nährstoffeintrag jedoch schnell verändert werden. Im mesotrophen und schwach eutrophen Bereich wird jeder erhöhte Phosphoreintrag mit starker Erhöhung der Bioproduktion beantwortet.
2003 im Jahr nach der Sömmerung, trotz heißem Sommer ganzjährig Sicht bis Grund
2005 immer noch sehr gute Sichttiefe

 

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger

Jahr

1986

1992

1993

1994

2003

Trophiestufe

2009

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,25

0,24

0,2

0,28

0,3

 

0,21

Gesamt-PO4-Phosphor  (µg/l)

18

26

25

20

25

mesotroph

19

Chlorophyll a  (µg/l)

6,2

4,9

6,5

7,2

4,6

meso-/eutroph

4,31

Chlorophyll a - Spitze  (µg/l)

12

11

11

12

11

mesotroph

13

Sichttiefe  (m)

1,7

 

 

2

3,1

eutroph

396

Trophiestufe:  mesotroph, m (2003 und 2009)

 
Belastungsquellen:

  • 2 Teilorte (23 Einw.) und eine Metzgerei ohne Kläranlagenanschluss (Stand 1991)
  • intensive landwirtschaftliche Nutzung, Hanglagen; fehlende Pufferstreifen

 
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung:

  • zentraler Abwasseranschluss
  • Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
  • Erhalt der Feuchtgebiete im Uferbereich sicherstellen
  • Ausweisung des Nordteils als Naturschutzgebiet gerechtfertigt (laut LfU)
  • angepasste fischereiliche Bewirtschaftung; regelmäßig wintern/sömmern
  • Uferpflege des Weihers

 
Umsetzung / Maßnahmen:

Abwasser

  • 1997/98 Anschluss der Metzgerei und einem Teilort; mehrere Einzelgehöfte weiterhin dezentral

 Landwirtschaft

  • 1995 Extensivierungsplanung für die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Einzugsgebiet (Trautmann)
  • Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
  • extensivierte Flächen:

Jahr

Fläche in ha

 

Jahr

Fläche in ha

 

Jahr

Fläche in ha

1994

3,4

 

2000

4,4

 

2006

10,6

1995

5,6

 

2001

4,4

 

2007

6,5

1996

2,8

 

2002

7,3

 

2008

7,4

1997

4,1

 

2003

7,3

 

2009

6,3

1998

4,1

 

2004

9,4

 

2010 8,0
1999 4,4 2005 9,4


Renaturierung

  • 1996 Gewässerentwicklungsplan (Heise, Friedrichshafen)

 Sonstiges

  • 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

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