Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Vorsees ist rot umrandet)

Vorsee

Von 1989 – 2000 und ab 2005 wieder im SOS

Gemeinde Wolpertswende, Lk. RV TK 8123

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Fronreute

Schutzstatus: NSG („Vorsee-Wegenried“; seit 1971; 46,4ha), FFH, VSG, §32-Biotop

Eigentümer: Land Baden-Württemberg

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet:

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

30 %

40 % (50 ha)

75 %

25 %

Untersuchungen des Vorsees:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

unters. von

Zeitraum

Gegenstand

Uni Hohenheim (Zintz)

1981-83

Limnologie

GWD RV

1999 (7x)

Limnologie

Konold (1987)

1982/83

Limnologie

GWD RV

2005

Limnologie

Uni Hoh.(Zimmermann)

1984

Limnologie

GWD RV

2011

Limnologie

FFS (Dehus)

1993

Fischbestand




Entstehung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor 16 000 Jahren als Gletschersee; steinzeitliche Siedlungsspuren

Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei auf Karpfen, Hechte und Cypriniden; es wird versucht, mittels Netzfischerei den Cyprinidenbestand zu vermindern

Hydrologische Daten: 1670 noch eine Oberfläche von 42 ha, bis dahin auch mit Verbindungsgraben zum Häcklerweiher; Mitte des 18. Jhd. deutliche Absenkung auf 14,5 ha (1750); 1822 noch 14 ha; 1892 Entwässerung des Wegenriedes und hierdurch bedingte weitere Verminderung der Oberfläche und Tiefe

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

115 ha

8,4 ha

1,7 m

0,9 m

77 700 m3

Zulauf über 3 Gräben, davon zwei aus landwirtschaftlich genutztem Gebiet

Ablauf über regulierbaren Abfluss, künstlicher Graben zum Schreckensee

Wassermengen (über Messwehre 1986-88):

Zulauf Waldparkplatz

55 000 m3/Jahr

Zulauf oberhalb Vorsee

28 000 m3/Jahr

Zulauf unterhalb Vorsee

24 000 m3/Jahr

Ablauf Vorsee

221 000 m3/Jahr

Sediment: bis 7 m dicke Faulschlammschicht;

Flora und Fauna: Nymphaea alba; dichter Bestand an Myriophyllum spicatum, Potamogeton crispus, Lemna minor; Blaualgen, so 1985 und 1999 (Microcystis fl.)

2001 Nymphaea alba, Myriophyllum spicatum, Menyanthes trifoliata (Bolender)

Fische: Rotauge, Barsch, Rotfeder, Karpfen, Ukelei, Brachse, Hecht, Aal, Güster, Wels, Schleie, Giebel, Karausche, Graskarpfen? (1987 fand Widmann noch Graskarpfen)

Fischbestand allgemein und Besatz mit Karpfen zu hoch (Dehus)


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):


1982-84

1999**

2005***

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,5

0,20

0,14


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

97

68

59

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)


19

32

eutroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)


24

44

eutroph

Sichttiefe * (m)


0,7

0,8

eu-/hypertroph

*auch durch Huminstoffe eingeschränkt; **nur 6 Messungen; ***nur 5 Messungen;

Trophiestufe: 1999 und 2005 eutroph, e2

Belastungsquellen

– Fischbesatz hoch (v.a. Karpfen); früher mit Zufütterung, heute nur Anfüttern zum Angeln erlaubt; Schlammaufwirbelung führt zu Nährstofffreisetzung

– zahlreiche entwässerte Niedermoorflächen; angrenzend an NSG Intensiv-Grünland

– geringer Badebetrieb

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– angepasste fischereiliche Bewirtschaftung, Extensivierung, Fütterung einstellen

– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü (früher BNL; 1994)

– Renaturierung der Zuflüsse, Öffnung von Verdolung im Ablauf (liegt unter Altlast)

– Wiedervernässung; Wiederbespannung des ehemaligen Neuweihers


Umsetzung / Maßnahmen

Landwirtschaft

– 1993 agrarstrukturelle Vorplanung für die Gemeinden Fronreute/Wolpertswende/ Wilhelmsdorf/Illmensee durch die Landsiedlung GmbH

– 1995 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

1991

2,7


1998

10,7

6700,- DM

2005

12,1


1992

2,7


1999

11,5


2006

12,4

3870,- €

1993

2,7


2000

12,3

7570,- DM

2007

10,1

3270,- €

1994

8,2


2001

12,5


2008

9,4


1995

9,0

5730,- DM

2002

12,5

3940,- €

2009

8,4


1996

8,2

5270,- DM

2003

12,5


2010

7,3


1997

8,4

5420,- DM

2004

12,1


2011

7,3


Renaturierung

– 1993 GEP durch Büro für Landschaftsplanung Klose/Schmidt-Hitschler, Vaihingen

– Pflegeplan des RP Tü wird umgesetzt (Streuwiesenmahd)

– geplant ist die Renaturierung der Vorsee-Zuflüsse

– 2002-07 Vorsee im EU-LIFE-Projekt „Lebensraumoptimierung Blitzenreuter Seenplatte“; in diesem Rahmen ab 05 Bachrenaturierungen und Wiedervernässungen im Dornacher Ried

Sonstiges

– sei 2005 ist die Wiederbespannung des ehemaligen Neuweihers (südlich des Vorsees) geplant; ein Förderantrag des KFV RV wurde bei der Stiftung Naturschutzfond eingereicht, aber abgelehnt; evtl. andere Finanzierung möglich

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