Luftbild (Albrecht Trautmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Staudacher Weiher (unterer)

seit 2005 im SOS

Gemeinde Argenbühl, Lk. RV; TK 8325

Schutzstatus: NSG („Staudacher Weiher“; beide seit 1993; 20 ha), FFH, § 33-Biotop

Eigentümer: Hospitalpflege Isny Pächter: Eugen Baur, Isnyberg

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Wohnbebauung

direktes EZG

10 %

80 %

5 %

5 %

einschl. ob. Staud. Whr

70 %

25 %


5 %

 

Untersuchungen am unteren Staudacher Weiher (Grundweiher):

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm

2005

Limnologie

Weyhmüller

2015

Limnologie

RPTÜ RV

2010

Limnologie




 

Literatur: Pfadenhauer 1985, Roweck & Schütz 1988, LfU 1994, Prinzinger 1991/99


Bewirtschaftung: bis ins 19. Jhd. nur Fischzucht; dann auch als Streuwiese genutzt; seit 1959 nur Fischzucht; wird regelmäßig abgelassen und abgefischt; zumindest bis in die 1980er Jahre mit Zufütterung; 2004 abgelassen und gewintert; 2005 (Einbau eines Mönchs) und 2007 abgelassen; 2008, 2009 und 2012 abgelassen und gewintert


Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

(75 o.S + 8) 83 ha

2,9 ha

3,5 m

1,4 m

41 400 m3

Zulauf aus oberem Staudacher Weiher

Ablauf über Mönch in Gießbach, Obere Argen

 


Sediment: 2010 Pges 0,7 mg/g TS, Glühverlust 13 % (Weiher abgelassenen)


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: wertvoller Verlandungsbereich im Westen; in den 1980er Characeen;

2001 Nymph. alba, Pot. berchtoldii, - trichoides, Ran. trichophyllus, Fontinalis antipyretica (Bolender); 2005 viel Elodea nuttallii, Pot. obtusifolius, Characeen (C. globularis; Bolender), wenig Ran. circinatus (Wurm); 2010 Elodea nuttallii, Potamogeton pectinatus, - obtusifolius, - berchtoldii, Chara sp., Najas marina, Ranunculus trichophyllus, Alisma plantago-aquatica (Herz); 2015 Nymphaea alba, Nymphaea sp. (Zuchtform) (Bolender)

Fische: Karpfen, Zander, Schleie, Hecht

Vögel: Haubentaucher, Zwergtaucher, Tafelente, Reiherente, Blässralle, Teichralle, Wasserralle, Teichrohrsänger, Rohrammer, Höckerschwan


2005 TP max (70 µg/l) und Chloro max im Mai; Sauerstoffübersättigung bis 160 %; pH bis 8,9; am Grund im August Sauerstoffdefizit (84 %) und leichte Nährstoffanreicherung (57 µg TP/l); davor gewintert; erhöhter P Anfang des Jahres bis Mai, Ursache evtl. erhöhter Eintrag in oberen Staud. Whr (Zulauf leider nicht beprobt); hierdurch bereits im Frühjahr deutliche Algenentwicklung, die im Juni stark zurückging und erst im Oktober wieder höher lag (Chrysoflagellaten, Cryptomonaden); wenig Daphnien; viele Makrophyten

2010 TP max (42 µg/l) und Chloro max im August (danach abgelassen); Sauerstoffsättigung 140 - 64 %; pH bis 8,4; am Grund im August deutliches Sauerstoffdefizit (11 %) und Nährstoffanreicherung (16 µg o-PO4-P/l, 94 µg TP/l, 1,43 mg NH4-N/l); nach der Winterung ganzjährig Daphnien; hierdurch weniger Algen, bessere Sicht; TP nicht so deutlich gesunken wie Durchschnittswerte es erscheinen lassen, da Messperiode gegenüber 2005 vermindert (und 2010 Monate mit evtl. hohem P fehlen)

2015 TP max (104 µg/l) und Chloro max im September; Sauerstoffsättigung 118 - 70 %, meist Sauerstoffdefizit; pH bis 8,9; am Grund im August deutliches Sauerstoffdefizit (13 %) und Nährstoffanreicherung (37 µg o-PO4-P/l, 186 µg TP/l, 1,24 mg NH4-N/l); im oberen Staudacher Weiher schon ab Juni ansteigender P-Gehalt in 2,5 m Tiefe; dadurch im August/September steigender Phosphorgehalt im Ablauf = Zulauf unterer Staud.W. und hierdurch erhöhter P-Gehalt im unteren Staudacher Weiher; zusätzlich Algenentwicklung im Verhältnis zum P-Gehalt in diesem Jahr hoch; im September mit Aulacoseira granulata (Diatomee) und Scenedesmus acuminatus (wer für den hohen Chlorophyllgehalt in diesem Monat verantwortlich war, ist jedoch unklar); Daphnia cucullata in Juli und September; starker Rückgang bei den Makrophyten (nur noch Nymphaea) bei gleichzeitig deutlich höherem Phytoplanktonaufkommen (und Abnahme der mittleren Sichttiefe von 2,5 m auf 1 m)



Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


2005

2010*

Trophiestufe

2015

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,34

0,42


0,36


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

44

33

eutroph

52

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

27

9

eutroph

43

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

53

22

eutroph

156

eu-/hypertroph

Sichttiefe (m)

1,3

2,5

hoch eutroph

1,0

hoch eutroph

 

* nur 5 Proben, da Anfang und Ende des Jahres abgelassen


Trophiestufe: 2005 eutroph, e2; 2010 eutroph, e1; 2015 polytroph, p1

 

elastungsquellen

– Gehöft auf Westseite; weiterhin dezentral (2011)

– landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet

– Fischerei; zumindest bis in die 1980er Jahre mit Zufütterung

– Badebetrieb gering


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Anschluss des Gehöfts

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Wiedervernässung des Moorwaldes

– Einbau eines Mönchs




Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen im EZG des unteren Staudacher Weihers (ohne EZG oberer Staudacher Weiher):

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005-10

0


2011

0,5


2012-15

0


 


Sonstiges

– 2005/06 Bau eines Mönchs und Sanierung des Dammdurchlasses


Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016