Seit 2000 im SOS
Stadt Leutkirch, Lk. RV TK 8126 + 8226
Schutzstatus: NSG (östlicher Bereich des Weihers; „Moosmühle“; seit 1991; 34 ha), ½ FFH; im EZG ein Wasserschutzgebiet sowie ein weiteres im Verfahren
Eigentümer: Stadt Leutkirch
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
davon: Sonderkulturen |
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30 % |
65 % |
98 % |
2 % |
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Untersuchungen am Stadtweiher Leutkirch:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
unters. von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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Fürst (Voruntersuch) |
2000 (6x) |
Limnologie |
Fürst |
2008 |
Limnologie |
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Fürst |
2002 |
Limnologie |
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Literatur: Prinzinger 1991/99
Entstehung: künstlich; erstmals erwähnt 1397; lag immer wieder über Jahrzehnte trocken bzw. war verlandet; nachdem er 1961 wieder fast zugewachsen war, wurde er bis 1963 mit großem Aufwand ausgebaggert; hierbei neue Gehölze angelegt
Bewirtschaftung: für Stadt Badenutzung im Vordergrund; Angelfischerei; jährlicher Fischbesatz mit Regenbogenforellen, Saiblingen, Karpfen, Schleien, Rotaugen; 1995 bis 2003 jährlich im Herbst abgelassen und gewintert (gegen Verschlammung u. Verschilfung); ein Teil der Fische hierbei in Überwinterungsteiche umgesetzt; da keine Probleme mit Wasserqualität, Pflanzenwachstum, Fischaufwuchs, das nächste Ablassen immer wieder verschoben; nach Bau des Absetzbeckens 2010 abgelassen und gewintert; Absetzbecken hat gut funktioniert; Mönch
Hydrologische Daten:
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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1516 ha |
17,6 ha |
3,2 m |
2,1 m |
375 000 m3 |
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Zulauf Schorniggelbach (Floschen), Neumühlebach und Riedles Mühlbach |
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Ablauf über Eschach, Aitrach, Iller in die Donau |
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Sediment: stark verschlammt; 2000 Pges 0,9 mg/g TS; Glühverlust 8%
Flora und Fauna: in den 1990er Einsatz von Mähbooten wenig erfolgreich, daher Ausreisen der Makrophyten mittels Motorboot und Rechen; Signalkrebs (nicht-einheimische Art);
2000 Potamogeton sp., Elodea canad., Ranunculus trich. (Fürst); Grün- und Goldalgen; Algenblüten; Daphnia longispina; 2001 Pot. pectinatus, - pusillus (Schiel/Bolender);
2008 keine Makrophyten (Bolender);
Sommer 2008 hat Gesundheitsamt wegen dominantem Vorkommen von Blaualgen Aufstellen von Warnhinweisen veranlasst
Fische: Barsch, Karpfen, Schleie, Rotauge, Döbel, Regenbogenforelle, Bachforelle; die in den 1960er Jahren eingesetzten Graskarpfen wurden 1989 beim Ablassen entfernt
Fische 2010: Schleie, Hecht, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Ukelei, Barsch
Vögel: während dem Ablassen 2010 bis zu 100 Kormorane, 70 Gänsesäger, 25 Fisch- und Silberreiher
2008 schneller Wasseraustausch, daher Geschehen stark vom Zulauf abhängig; hoch eutroph; im Sommer am Grund (3 m) Phosphor-Anstieg auf 190 µg/l; ab Juli bis November Blaualgenblüten (Anabaena, Aphanizomenon, Planktothrix rubescens); so im Oktober mit 86 µg Chlorophyll a und 0,5 m Sichttiefe; Daphnia cucullata zwar vorhanden, aber zu wenig;
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):
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2000* |
Trophiestufe |
2002 |
Trophiestufe |
2008 |
Trophiestufe |
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anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l) |
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0,9 |
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0,65 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
57 |
eutroph |
79 |
eutroph |
78 |
eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
42 |
hoch eutroph |
7 |
meso-/eutroph |
37 |
eutroph |
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Chlorophyll a - Spitze (µg/l) |
66 |
eutroph |
16 |
meso-/eutroph |
86 |
eutroph |
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Sichttiefe (m) |
1,3 |
hoch eutroph |
2,0 |
eutroph |
1,1 |
hoch eutroph |
* nur 6 Messungen
Trophiestufe: 2002 eutroph, e1; 2008 eutroph, e2
Belastungsquellen
– Leutkirch (teilw.), Balderazhofen, Waldbauer, Glockenreute, Geigers, Hasenberg, Schachen, Schorniggelhöfe, Schorniggelhäuser, Wielazhofen, Furt, Einsiedler, Talhof, Lochbühl, Nonnenbühl, Kesselbrunn, Ölmühle, Neumühle, Quellenhof, Riedlesmühle, Teile v. Adrazhofen, Freihalden, Gschwend, Bergschmied, Tannhöfe, Wuchzenhofen, Bauernhalden, Haldenhof, Luttolsberg im EZG;
Angeschlossen sind Leutkirch, Wielazhofen, Furt, Einsiedler, Talhof, Adrazhofen, Wuchzenhofen; Lochbühl und Schorniggelhäuser teilweise; nicht angeschlossen sind Balderazhofen, Waldbauer, Glockenreute, Geigers, Hasenberg, Schachen, Schorniggelhöfe, Schorniggelhäuser, Lochbühl, Nonnenbühl, Kesselbrunn, Ölmühle, Neumühle, Quellenhof, Riedlesmühle, Freihalden, Gschwend, Bergschmied, Tannhöfe, Bauernhalden, Haldenhof, Luttolsberg (Stand 1999)
– RÜB (Wuchzenhofen)
– intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen; 2011 Abwasserpilz in 2 Zuflüssen
– Nährstoff- und Sedimentgehalt in den Zuläufen hoch
– Freibad
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss, Überprüfung des RÜB
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Renaturierung eines Teils des Zulaufs
– Änderung der fischereilichen Bewirtschaftung (z.B. Winterung nur noch alle 2-3 Jahre; dann evtl. sogar P-Abnahme im Freiwasser des Weihers; auf der anderen Seite wirkt das jährliche Ablassen einer Verschlammung und Verschilfung sowie einem Zerkarienbefall entgegen); die Bewirtschaftung muss dem jährlichen Ablassen angepasst sein, oder der Turnus muss verlängert werden
– Absetzbecken im Ablauf; durch das jährliche Ablassen und den hierdurch bedingten Schlammaustrag wurde der Grund des uh. gelegenen Fließgewässer (FFH) auf längere Strecke „versiegelt“; der dort befindliche Fischbestand (u.a. Groppe, Bachforelle, Döbel) ist stark zurückgegangen bzw. verschwunden; ein Absetzbecken wird dringend benötigt
– anstelle des Oberflächenwassers sollte vermehrt Tiefenwasser aus dem Weiher abgeleitet werden
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– 2004 Anschluss von Neumühle und Ölmühle
– bei Einzelgehöften Anschluss möglich (Stand 1999); sie haben alle mindestens Ablauf in Güllegrube oder Rollenden Kanal
Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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2000 |
11,0 |
6300,- DM |
2004 |
20,2 |
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2008 |
43,3 |
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2001 |
11,0 |
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2005 |
20,2 |
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2009 |
19,8 |
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2002 |
16,3 |
5100,- € |
2006 |
6,9 |
2520,- € |
2010 |
22,0 |
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2003 |
16,3 |
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2007 |
43,6 |
6420,- € |
2011 |
22,0 |
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Renaturierung
– 1992 Gewässerentwicklungsplan durch Dr. Kapfer, Tuttlingen
Sonstiges
– 1996 Sedimentations- und Hochwasserrückhaltebecken mit Regelwerk am Zulauf
– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– 2002 Teilentschlammung im Badebereich; Grund mit Steinen versehen (dort daher keine Makrophyten mehr)
– 2004 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)
– 2004 Neuanlage des Freibadbereichs
– 2010 Bau eines Schlammabsetzbeckens im Ablauf (Stadt; 2500 m3; 113 000,-) sowie Sanierung des Abfischkastens (Angelverein)