(Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Obermühleweiher

seit 2005 im SOS

Stadt Tettnang, Bodenseekreis TK 8323

Schutzstatus: keiner

Eigentümer: Georg Haug, Tettnang Pächter: nicht verpachtet

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

5 %

20 %

10 %

55 % (Äpfel, Hopfen)

10 %

 

Untersuchungen am Obermühleweiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm

2006

Limnologie

Weyhmüller

2016

Limnologie

RPTÜ RV

2011

Limnologie




 

Entstehung: Mühle und zugehöriger Weiher waren im 13. Jahrhundert bereits vorhanden

Bewirtschaftung: seit einigen Jahren keine fischereiliche Nutzung, aber Turbine; 1985/86 abgelassen; 1998 abgelassen und gewintert; 1999 Sömmerung, Teilentschlammung, Sanierung des Damms, Winterung; 2000 wieder angestaut; beim Ablassen ist Schlammrückhaltung schwierig; in nächster Zeit kein Ablassen geplant; nur Grundablass

Stadt stellte 09 Container auf zur Entsorgung der aus dem Ablaufrechen entfernten Makrophyten (Hippuris v.)


Hydrologische Daten: 1923 Erlaubnis, um 1 m höher anzustauen; im Zulaufbereich kurz vor dem Freibad Hochwasserentlastung in den Ablauf des Weihers und seitlicher Zulauf von Oberflächenwasser aus einem Baugebiet (mit Rückschlagklappe)

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

100 ha

0,9 ha

4,4 m

3,5 m

30 700 m3

Zulauf aus Riedbach, der uh. Missenhard als Hangquelle entspringt

Ablauf verdolt, über Tobelbach in die Schussen

 


Flora und Fauna: 2006 flächendeckend Hippuris vulgaris, daneben Poamogeton berchtoldii, - lucens (Wurm); 2011 Hippuris vulgaris, Nuphar lutea (Herz)

Fische: Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Forelle, Koikarpfen


2006 TP max (27 µg/l) und Chloro max im Mai; Sauerstoffübersättigung bis 180 %; pH bis 8,1; am Grund im Juni Sauerstoffdefizit bis 9 % und leichte Nährstoffanreicherung (49 µg TP/l, 0,56 mg NH4-N/l); Algenaufkommen gering (Chlorophyceen, Chrysophyceen, Diatomeen); viel Daphnia longispina

2011 TP max (42 µg/l) im September, Chloro max im Juli; Sauerstoffübersättigung bis 155 %; am Grund Sauerstoffdefizit bis 72 %, keine Nährstoffanreicherung; Daphnien?


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

(P- und N-Mittelwerte einschließlich Tiefenwasser; erfasst besser die Gesamtsituation)

 


2006

2011

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

7,47

9,72


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

23

28

mesotroph

Chlorophyll a (µg/l)

7

8

meso-/eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

14

15

mesotroph

Sichttiefe (m)

3,2

2,9

meso-/eutroph

 

Trophiestufe: 2006 und 2011 mesotroph, m (Gewässer ist von einem starken Makrophytenbestand durchsetzt)

 

Phosphorgehalt nur Oberflächenwasser:

2006

2011

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

21

23

 


 

 Belastungsquellen

– viele Einzelgehöfte und Kleinsiedlungen im Einzugsgebiet

– 2012 Sedimenteinträge aus Baugrube oberhalb des Weihers

– drainierte und hängige landwirtschaftlich genutzte Flächen; Sonderkulturen (Hopfen)


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005-10

0


2011

0,3


2012-15

0


 


Renaturierung

Sonstiges

– vom LRA die Auflage, die Uferböschungen am Weiher abzuflachen; jetzt noch steile Faschinenböschungen am Damm, damit der Nachbar kein Zugang ins Wasser erhält; Besitzer möchte dies nicht ändern (Stand 2006)

– 2010 LRA BSK entscheidet über den Mindestwasserabfluss


Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016