Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Mittelsees ist rot umrandet)

Mittelsee

Von 2000 – 2005 und seit 2010 wieder im SOS

Stadt Wangen, Lk. RV TK 8324

Schutzstatus: LSG, FFH; Wasserschutzgebiet im Einzugsgebiet

Eigentümer: privat

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

davon: Sonderkulturen

15 %

85 %

98 %

2 %

Untersuchungen am Mittelsee:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

unters. von

Zeitraum

Gegenstand

Zahn/Schreiber(KONOLD)

1982-84

Limnologie

GWD RV

2007

Limnologie

GWD RV

1999

Limnologie

GWD RV (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

Literatur: Schade 1983 (vegetationskundliche Untersuchung am Mittelsee.- Diplomarbeit Uni Hohenheim), Schreiber 1984, Zimmermann 1984, Pfadenhauer 1985, Konold 1987, Roweck 1988, Prinzinger 1991/99, LfU 1994

Entstehung/Umgebung: der Mittelsee gehört zusammen mit Blauer See, Oberer See, Teufelsee zur Primisweiler Seenplatte; ehemalige Toteislöcher zwischen den Drumlins der Grundmoräne; in Wasserschutzzone III; bis auf Wald im Osten von Grünland umgeben

Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei; Anfang der 1970er Jahre letztmals mit Karpfen, Aal und Hecht besetzt

Hydrologische Daten: der Mittelsee war 1915 noch wesentlich größer (9,2 ha); Seespiegelabsenkung durch Anlage eines Stichgrabens zum Oberen See führte zur schnellen Verlandung der südöstlichen Bucht (heute z.T. aufgeforstet); steile Ufer

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

52 ha

6,0 ha

6,9 m

4,2 m

249 000 m3

Grundwassersee, bis auf Einschwemmungen aus den nördl. Hanglagen kein Oberflächenzulauf

Ablauf über Stichgraben zum Oberen See, Obere Argen und über Grundwasser

Flora und Fauna: kleiner Verlandungsbereich im südöstlichen Bereich; von Schilf u. Gebüsch umgeben; seit 1961 nach Osten keine Grabenräumung mehr, dort zunehmende Wiedervernässung;

1983 Nymphaea alba, Myriophyllum verticillatum, - spicatum, Chara contraria, - tomentosa, selten Najas marina, Potamogeton crispus, - natans, Schoenoplectus lacustris, Menyanthes trifoliata; durch Nährstoffeinträge Anfang/Mitte der 1980er und Graskarpfenbesatz? Makrophytenbestände seit 1983 von Artenvielfalt und Menge her stark rückläufig;

1987 nur Nymphaea alba, Myriophyllum spic., wenig Pot. crispus; Algenblüten häufig;

2001 nur wenig Menyanthes trifoliata (Herz); sonstige Makrophyten sollen angeblich mit Zugketten entfernt worden sein!

Fische: Karpfen, Barsch, Hecht, Wels, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Ukelei, Karausche; Graskarpfen ?

Vögel: Flussseeschwalbe, Rohrammer, Zwergtaucher, Haubentaucher, Stockente, Blässralle, Teichrohrsänger; im Winter bis zu 60 Kormorane

1984 O2-Sättigung bis 130%; im Sommer Hypolimnion im Vgl. zu Epilimnion relativ klein, daher während Zirkulation kein krit. Sauerstoffabfall; NH4 in 6 m Tiefe im Mai 1725 µg/l

2007 deutlicher Eintrag von Ammonium, o-P und Ges.P vor dem 6.3.; im Sommer keine auffällige Anreicherung über Grund, Sauerstoff fast bis zum Grund; werden die diffus in den Weiher einströmenden Nährstoffe deutlich vermindert, so ist mit einer relativ schnellen Verbesserung des Weiherzustands zu rechnen; ohne den verdünnend wirkenden starken Grundwasserzustrom würde er schlechter dastehen

 

 

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

1982-84

Trophie

1999*

2000**

2007

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff(mg/l)

1,42

0,61

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

79

eutroph

25

28

35

meso-/eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

15

15

15

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

27

18

22

meso-/eutroph

Sichttiefe (m)

2,1

1,7

1,7

eutroph

* nur Oberfläche; ** nur 6 Messungen, nur Oberfläche; 2007 nur Oberfläche 34 µg TP/l

Trophiestufe: 1984 eutroph; 1999 meso-/eutroph, m; 2000 meso-/eutroph, e1; 2007 eutroph, e1

Belastungsquellen

– Oberflächenzulauf nur Einschwemmungen aus den hängigen Lagen rund um den See; intensiv genutzte Grünlandflächen bis ans Ufer; Einschwemmungen aus den nördlichen Hanglagen

– Entfernung der Makrophyten mittels Zugketten; dabei starke Schlammaufwirbelung

– geringer Badebetrieb

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Änderung der fischereilichen Bewirtschaftung; intensives Befischen insbesondere der Weißfische; keine bzw. nur geringe Makrophytenmahd

– Anhebung des Wasserspiegels

 

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– Maßnahmen nicht erforderlich, da keine Anwesen im Einzugsgebiet

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

1,5

724,- DM

2004

2007-2011

0

2002

1,5

370,- €

2005

1,5

2003

1,5

2006

1,5

289,- €

Renaturierung

– Gewässerentwicklungsplan nicht erforderlich

Sonstiges

– 2003 Uferpflegekonzept für den See (Herz)

Zurück zur Liste
oder zur Übersichtskarte