Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Lausheimer Weihers ist rot umrandet)

Lausheimer Weiher

seit 2000 im SOS

Gemeinde Ostrach, Lk. SIG TK 8021

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Krauchenwies, Pfullendorf

Schutzstatus: geschützter Landschaftsteil (GS), LSG, Ufer teils § 33-Biotop

Eigentümer: Alois Dreher Pächter: FV Forelle Albstadt-Ebingen e.V. (davor KFV RV bis 2001)

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

60 %

10 %

25 %


5 %

 

Untersuchungen am Lausheimer Weiher:

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Voruntersuch)

2000 (6x)

Limnologie

Wurm

2013

Limnologie

Wurm

2001

Limnologie

Wurm

2016

Limnologie

Wurm

2007

Limnologie




 

Literatur: Landesbiotopkartierung 1982-87, LfU 1994, WWA Sigmaringen (Geländeaufnahmen, Lagepläne, Volumen, Tiefe)

Entstehung/Umgebung: ursprünglich als Mühlweiher angelegt vor einigen hundert Jahren; evtl. früher höher angestaut; Mönch, Tiefenwasserabzug aus 2,8 m Tiefe; Damm am Ostufer; EZG zu 2/3 bewaldet (Fichte); auf der Nordseite Fichtenforst, auf der Südseite Maisäcker u. Grünland; einziges Gewässer dieser Größe und diesen Typs in Umgebung


Bewirtschaftung: Angelfischerei; 1970 gesömmert wg Dammreparatur; 1989 abgelassen u. gewintert; ab und zu Teilablass und Teilwinterung, so 2000/01 (bringt wenig, da steile Wände und somit wenig Schlammoberfläche freigelegt); 2001 abgelassen, nur wenig Schlamm vor Mönch und Damm; Fischertrag 3,5 t, geringer als erwartet (60 % Weißfische; vermehrten sich während der langen Bespannungsphase ungehindert); Eigentümer u. neuer Pächter möchten Bewirtschaftungsempfehlungen umsetzen; im Winter 2006/07 teilabgelassen wg Arbeiten am Damm; geplant vollständiges Ablassen und Wintern, aber verschoben, da zunächst zwei Hälterteichen angelegt werden sollten (Fläche hierfür fehlt aber; andere Möglichkeit Auslagerung der Fische in einen Laubbacher Weiher); geplant seit 2008 Bau eines Absetzbeckens, aber auch hierfür fehlt noch Fläche; beim zukünftigen Ablassen Schlammaustrag minimieren wg Bachforellen im Ablauf; 2013 abgelassen und gewintert; Abfischertrag 4130 kg (940 kg Zander, 900 kg Karpfen, 760 kg Aal, 300 kg Wels, 200 kg Graskarpfen (alle getötet), 50 kg Hecht, 10 kg Barsch, 10 kg Schleie, 960 kg Weißfische und Kleinfische); Tiefenwasserabzug über Mönch aus 2,8 m


Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

691 ha

10,1 ha

4,6 m

1,9 m

187 000 m3

3 Zuflüsse aus NW, SW, S; Störenbach (durchläuft 2 kleine Fischteiche; begradigt), Wiesenbach u. kleiner, verdolter Zufluss

Ablauf über Mönch (Tiefenwasserabzug), Störenbach, Ostrach in die Donau

 

Sediment: 2013 Pges 0,7 mg/g TS, Glühverlust 12 %


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: im Nordwesten kleiner Verlandungsbereich mit Schilfröhricht und Großseggen;
1981 ausgedehnte Makrophytenbestände, dann nahezu makrophytenfrei (Graskarpfen); alljährlich Blaualgenblüten; Gesundheitsamt SIG warnte 1989 vor Baden wg möglicherweise toxischen Algenblüten; 1999 Microcystis, Sauerstoffübersättigung 204 %; Juli 2012 Micro-cystis; April 2015 Oscillatoria limosa und Spirogyra; Teichmuschel; Biber seit 2009
2001 wieder Nymphaea alba, Ceratophyllum demersum, Ran. circinatus, Pot. lucens, Myrio. spicatum, Polygonum amphibium (Wurm); 2007 geringe Mengen an Ranunculus circinatus, sonst keine Makrophyten (Wurm); 2008 geringe Mengen an Myriophyllum spicatum, Ranunculus circinatus (Bolender); 2013 Pot. pectinatus, Ranunculus circinatus (Herz)

Fische: Aal, Hecht, Karpfen, Brachse, Wels, Rotauge, Rotfeder, Barsch, Schleie, Zander, Güster, Ukelei, Graskarpfen (z.B. 2009 einer geangelt, und dann vom Angler wieder zurückgesetzt; Angler wurde dafür bestraft, da Besatz mit nicht-einheimischer Art)

2013 Zander, Karpfen, Aal, Wels, Graskarpfen, Rotaugen, Hecht, Barsch, Schleie; nach dem Abfischen wurde die Tötung aller Graskarpfen zugesagt


2000 TP max (67 µg/l) im August, Chloro max im Dezember; Sauerstoffübersättigung bis 196 %; pH bis 9,1; im Sommer Sauerstoff bis Grund

2001 TP max (58 µg/l) im Oktober, Chloro max im März; kaum freies o-P; Sauerstoffübersättigung bis 184 %; pH bis 8,9; am Grund Sauerstoffdefizit (bis 22 %) und Nährstoffanreicherung (84 µg TP/l); Kieselalgenblüte (Synedra acus)

2007 TP max (98 µg/l) im Mai, Chloro max im September; Sauerstoffübersättigung bis 205 %; pH bis 9,1; im August ab 3 m anaerob; am Grund Nährstoffanreicherung (126 µg TP/l); Algenblüten (Stephanodiscus hantzschii, coccale Grünalgen, Scenedesmus, Synura uvella); wenig Daphnien; P-Anstieg im Mai verursacht durch Nährstoffeintrag über Zuläufe

2012 im September 96 µg TP/l und Algenblüte mit Microcystis und Staurastrum

2013 TP max (87 µg/l) im April, Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 186 %; pH bis 8,8; am Grund nie anaerob und nur mäßige Nährstoffanreicherung (124 µg TP/l); durch starken Wasserzustrom im April (und Juni) Algen ausgewaschen, und das Algenwachstum legte erst zum Herbst hin wieder deutlich zu; Chlorophyceen (Chlorococcales, Crucigenia, Willea), Cryptomonas; viele D. longispina v.a. im Mai/Juni; Ursache für höheres Daphnienaufkommen evtl. älterer Fischbestand?


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

(P- und N-Mittelwerte wenn möglich einschließlich Tiefenwasser; erfasst besser die Gesamtsituation)

 


2000*

2001

2007

Trophiestufe

2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


2,07

0,92


2,11


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

54

40

67

eutroph

64

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

40

14

44

hoch eutroph

32

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

75

36

81

eutroph

70

eutroph

Sichttiefe (m)

0,8

1,3

0,7

hoch eutroph

1,5

eutroph

 

* nur 6 Messungen, nur Oberflächenwasser


Trophiestufe: 2000 eutroph, e2; 2001 eutroph, e1; 2007 eutroph, p1; 2013 eutroph, e2


Phosphorgehalt nur Oberflächenwasser:

2000

2001

2007

2013

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

54

38

67

60

 



Veränderungen in den letzten Jahren
Zustand des Weihers deutlich verschlechtert; die Nährstoffkonzentrationen in den Zuläufen sind weiterhin viel zu hoch. In den Zuläufen starke Erhöhung der Phosphorfracht nachfolgend eines Starkregens (Juni 2007); im südl. Ast des südwestlichen Zulaufs deutliche P-Zunahme innerhalb der verdolten Strecke in Lausheim (Abwassereinleitung und/oder Auswaschung aus Güllegruben); auch südl. Zulauf stark belastet (dort eine Dole aus Landwirtschaft).

 

Belastungsquellen

– Lausheim, Teile von Magenbuch, Einzelgehöfte im EZG; Anschluss von Lausheim erst in 5-10 Jahren geplant (Stand 1999)

– zahlreiche intensiv genutzte (z.T. Ackerbau) Niedermoorflächen sowie Ackerbau in Hanglagen; Gänsemastbetrieb; Fahrsilos ohne Auffangbehälter; 2011 im Zulauf Abwasserpilz wegen Silagesickerwasser aus Lausheim

– begradigte Bachläufe ohne Pufferstreifen

– 90 % des Ufers sind naturfern; viele Stege

– Badebetrieb bis Anfang der 1990er Jahre; heute Badenutzung gering



Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen; Aufspüren und Beseitigen punktueller Nährstoffeinträge; Fahrsilos am Ortsrand kontrollieren

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung, Bewirtschaftungskonzept

– Bau eines Absetzbeckens im Ablauf

– Renaturierung der Zuflüsse

– Uferpflege des Weihers


Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– Lausheim 2012/13 angeschlossen; außerdem Bau von Retentionsfilterbecken am südwestlichen und Schmutzfangzelle am südlichen Zulauf (Gesamtkosten 884 000 €)

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– geplant von ULB Sigmaringen Aufspüren und Beseitigen von punktuellen Nährstoffeinträgen (Hofabläufe, Sickersäfte aus Fahrsilos und Dunglegen)

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000-12

0


2013-14

0,7

220 €

2015

1,4

930 €

 


Renaturierung

– 2001 Gewässerentwicklungsplan (Büro Saur, Mengen)

Sonstiges

– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

– 2002 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– seit 2008 Bau eines Absetzbeckens geplant; Standort noch unklar

 

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016