Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Klosterweihers Wald ist rot umrandet)

Klosterweiher Wald

seit 2000 im SOS

Gemeinde Wald, Lk. SIG TK 8020 + 8021

Schutzstatus: keiner

Eigentümer: Benediktinerinnen der Hl. Lioba e.V. Pächter: Anglergemeinschaft Klosterwhr

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2016):

 

Wald

Grünland

Ackerland

Sonderkulturen

Wohnbebauung

30 %

20 %

30 %


20 %

 

Untersuchungen am Klosterweiher Wald:

 

untersucht von

Jahr

Gegenstand

untersucht von

Jahr

Gegenstand

Wurm (Vorunters.)

2000 (6x)

Limnologie

Wurm

2008

Limnologie

Wurm

2001

Limnologie

Wurm

2013

Limnologie

 

Literatur: LfU 1984 (Unterlagen zur Landesbiotopkartierung in Ba.-Wü., Karlsruhe), LfU 1994


Entstehung: ehemaliger Mühlweiher des Klosters Wald; gehört zur Freizeitanlage der dortigen Privatschule; in Ortslage; Damm im Osten; das EZG enthielt ursprünglich mind. 7 andere Weiher, von denen heute nur noch ein Fischweiher übrig ist.


Bewirtschaftung: früher intensive fischereiliche Nutzung, heute extensive Angelfischerei; 1976 abgelassen u. teilw. entschlammt; 2002 abgelassen (400 kg Fisch, darunter 7 Graskarpfen je 11 kg), gewintert u. gesömmert (in Absprache mit Feuerwehr, da Löschteich für Kloster u. Internat), Mönch repariert; 2003/04 erneute Winterung, im Sommer Entschlammung (10 000 m3; 110 000 €); Weiher jetzt wieder bewirtschaftet durch Berufsfischer (im Auftrag des Klosters; Besatz mit Karpfen, Zander); 2006 im Mai (Ferien) abgelassen und gleich wieder bespannt (Ertrag bei Zander und Karpfen recht gut); im November nochmals abgelassen zur Fischentnahme; kaum Schlammaustrag; Besatz mit Zandern, Schleien, Karpfen; 2008 abgelassen (430 kg; 300 kg Karpfen, 80 kg Schleien, 40 kg Rotaugen (nicht eingesetzt), 10 kg Hecht (nicht eingesetzt); die eingesetzten 700 Jungzander waren weg); 2014 neuer Pächter; Besatz mit 70 St. Z2 und 50 kg K2; Pächter meldet auffallend viele Weißfische im Weiher; 2015 abgelassen und teilgewintert (600 kg; 436 kg Weißfische, 79 kg Hecht, 35 kg Schleien, 30 kg Karpfen, 12 kg Barsch, 8 kg Zander); Mönch (sollte repariert werden)


Hydrologische Daten: der Mönch weist eine Tiefe von 4,5 m auf

 

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

246 ha

1,0 ha

(2,6 m)

(1,4 m)

(15 900 m3)

nach der Entschlammung 2004

3,9 m

2,7 m

26 700 m3

Zulauf Burraubach (in Ortslage verdolt), in den der Ablauf eines kleinen Weihers mündet; zusätzl. kleinerer Zulauf aus Süden, der kurz vor dem Weiher in den Burraubach mündet

Ablauf Burraubach (normalerweise über Überlauf; verdolt), Kehlbach, Andelsbach, Donau

 


Sediment: bis 2003 dicke Faulschlammschicht mit (2003) Pges 0,83 mg/g TS, Glühverlust 17%;


Flora und Fauna / Daten Wasserchemie: früher Seerosen u. Laichkräuter; seit 1970er keine Makrophyten außer Lemna gibba (Wurm 2000, 05, 08);

Teichbodenvegetation 2003: Bidens cernuus, Rumex maritimus (beide RL 3) (Kartierung: H. Herwanger, Bad Waldsee)

2009 Nymphaea alba, Lemna minor (Bolender); 2013 keine Makrophyten (Herz);

Fische: Karpfen, Zander, Schleie, Hecht, Barsch, Rotauge, Rotfeder; früher auch Wels
Graskarpfen ca. 1990 eingesetzt und 2002 wieder entfernt (noch 7 Stück)


2000 TP max (161 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 220 %, Sauerstoffdefizit bis 69 %; pH bis 8,9; Juli und August anaerob ab 1,5 m; Algenblüte (Synura); keine Daphnien

2001 TP max (290 µg/l) und Chloro max im August; Sauerstoffübersättigung bis 207 %, Sauerstoffdefizit bis 64 %; pH bis 8,8; im Sommer ab 1,5 m anaerob; am Grund Nährstoffanreicherung (657 µg o-PO4-P/l, 1750 µg TP/l, 3,31 mg NH4-N/l); im Mai wurde im Weiher noch ein höherer P-Wert gemessen (435 µg/l), verursacht durch massiven Nährstoffschub über die Zuläufe

2008 TP max (90 µg/l) und Chloro max im Mai; Sauerstoffübersättigung bis 195 %; pH bis 9,1; im Sommer ab 3,3 m anaerob, am Grund mäßige Nährstoffanreicherung (50 µg o-PO4-P/l, 204 µg TP/l, 0,31 mg NH4-N/l); Blaualgen (Coelo. kütz., Gompho. naegel.; daneben Anab. flos.), Chryptomonas u. Rhodomonas; viele Daphnien (D. cucullata, D. longispina); Algenvermehrung im Sommer gut begrenzt durch Daphnien, Berufsfischer hat anscheinend einen angepassten Fischbestand aufgebaut

2013 TP max (392 µg/l) im April, Chloro max im Mai; Sauerstoffübersättigung bis 183 %; pH bis 9,1; im Sommer ab 2,3 m anaerob, am Grund mäßige Nährstoffanreicherung (16 µg o-PO4-P/l, 338 µg TP/l, 0,15 mg NH4-N/l); Chlorococcales, Cryptomonas, Oscillatoria; etwas D. cucullata; über den Zulauf im April stark erhöhter P-Eintrag (234 µg o-PO4-P/l, 388 µg TP/l bei 180 l/sec), welcher im Weiher die P-Konz. auf gleiche Höhe ansteigen lies (Wasseraustausch), und Algenvermehrung dementsprechend anregte (im Mai Chloro max)


Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

 


2000*

2001

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


0,89


1,04


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

109

174

eu-/hypertroph

67

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

45

61

hoch eutroph

31

eutroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

77

187

eu-/hypertroph

62

eutroph

Sichttiefe (m)

0,6

0,5

eu-/hypertroph

1,3

hoch eutroph

 

* nur 6 Messungen; 2001 einschl. Tiefe 201 µg TP/l, 2008 69 µg TP/l

 


2013

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

1,10


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

143

hoch eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

47

hoch eutroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

69

eutroph

Sichttiefe (m)

0,8

eu-/hypertroph

 


Trophiestufe: 2000 polytroph, p1; 2001 polytroph, p2; 2008 eutroph, e2; 2013 polytroph, p1

 

Belastungsquellen

– Wald und ein Einzelgehöft im EZG; Wald seit 1966 an Kläranlage angeschlosse, welche 2003 zum zweiten Mal erweitert wurde (Stand 2003); Einzelgehöft vermutlich Ablauf in Güllegrube

– bis 1988 Regenentlastung in den Weiher

– entwässerte Niedermoorflächen; landwirtschaftlich genutzte Flächen z.T. in Hanglage

– starke Gülledüngung im Niedermoorbereich (so 2015) ohne Einhaltung der Uferabstände

– begradigte Zuläufe ohne Pufferstreifen


Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung; Bewirtschaftungskonzept erstellen; regelmäßig Ablassen und Wintern

– Renaturierung der Zuläufe

– Entschlammung



Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2003 Erweiterung der Kläranlage Wald

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

 

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

5,3

3.280 DM

2007-08

12,9

3.310 €

2014

10,1

2.750 €

2002-03

21,9

7.760 €

2009-10

24,0


2015

10,5

3.690 €

2004-05

22,5


2011

24,2





2006

23,2

9.340 €

2012-13

13,3

3.300 €




 


Renaturierung

– 1999 Gewässerentwicklungsplan durch Büro Saur, Mengen (ohne 2. Zulauf)

Sonstiges

– 2002 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

– regelmäßige jährliche Schilfmahd

– 2004 Entschlammung des Weihers (ca. 10 000 m3 für ca. 100 000 €)

– 2015 Planung, den Ablauf direkt uh des Dammes zu öffnen und naturnah zu gestalten

Letzte redaktionellen Änderungen Mai 2016