Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Hinterweihers ist rot umrandet)

Hinterweiher

Von 2000 - 2005 im SOS

Stadt Leutkirch, Lk. RV TK 8226 + 8225

Schutzstatus: LSG, teilweise §32-Biotop

Eigentümer: Land Baden-Württemberg;  Pächter: Fischereiverein Leutkirch

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

70 %

25 %

100 %


Untersuchungen am Hinterweiher:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

Fürst (Voruntersuchung)

2000 (6x)

Limnologie

Fürst

2003

Limnologie

Fürst

2009

Limnologie

Literatur: Prinzinger 1991/99

Entstehung: künstlich, ursprünglich dystroph (jetzt hoher pH); auch Herlazhofer Weiher genannt

Bewirtschaftung: intensive Angelfischerei; Besatz mit Karpfen und Schleien; jedes Jahr Teilwinterung wg. Pflege des Freibadufers; 1976, 1995 und 2006 abgelassen und gewintert; 2006 Abfischen mit Boot und Zugnetz vor dem Mönch, da Restwasser nicht abläuft; Fischertrag gering; Weihergrund nur wenig verschlammt; Mönch

Hydrologische Daten: Leutkirch plant die evtl. Wiederbespannung des Vorderweihers (2003)

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

164 ha

8,8 ha

3,8 m

1,6 m

145 000 m3

Hauptzulauf im SW aus Waldgebiet

Ablauf über Nellenbach, Eschach, Aitrach, Iller in die Donau

Flora und Fauna: bräunliche Wasserfärbung durch Huminstoffe, ansonsten recht klares Wasser;

2000 Potamogeton pusillus (Fürst);Blaualgenblüten; große Wasserflöhe;
2001 Nuphar lutea, Polygonum amphibium, Potamogeton pusillus, - obtusifolius, Utricularia australis, Utricularia sp., Equisetum fluviatile, Schoenoplectus lacustris (Schiel/Bolender);

2009 geringe Mengen an Nuphar lutea, Polygonum amph., Potamogeton obt. (Bolender);

Fische: Hecht, Barsch, Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Aal

2009 TP max im Juni und Okt (81 bzw. 86 µg/l), Chlorophyll max im Sept; Sauerstoffübersättigung bis 134 %; am Grund mäßige Sauerstoffzehrung bis 31 %, nur geringe Nährstoffanreicherung; Blaualgenblüte mit Microcystis aeruginosa; Daphnien nur im August;

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:


2000**

2003

2009

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)


0,78

0,67


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

44

74

63

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

41

19

27

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

178

54

61

eutroph

Sichttiefe * (m)

1,5

1,0

0,7

hoch eutroph

* Sicht auch durch Huminstoffe eingeschränkt; ** nur 6 Messungen, nur Oberfläche;
2003 nur Oberfläche 72 µg TP/l, 2009 61 µg TP/l;

 

Trophiestufe: 2003 und 2009 eutroph, e2

 

 

Belastungsquellen

– 3 Anwesen (Schwandenweiher) und 2 Campingplätze im EZG; Campingplätze angeschlossen (Stand 99); Schwandenweiher bleibt dezentral; ein Anwesen befindet sich am Südufer

– landwirtschaftliche Nutzung

– Freibad, 2 große Campingplätze

 

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2000

0,9

588,- DM

2004

1,6


2008

1,6


2001

1,0


2005

1,6


2009

1,6


2002

1,5

438,- €

2006

0,8

293,- €

2010

1,6


2003

1,5


2007

1,7

550,- €

2011

1,6

Sonstiges

– Wiedervernässung der Moorbereiche

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; keine Änderungen erforderlich, da momentan guter Zustand und angepasste Bewirtschaftung; Absetzbecken im Ablauf nicht erforderlich

– Gewässerentwicklungsplan

 

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– 2004 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)

– 2004 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

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