Luftbild (Albrecht Trautmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Herzogenweihers ist rot umrandet)

Herzogenweiher

Seit 2005 im SOS

Gemeinde Amtzell, Lk. RV TK 8324 + 8224

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Bodnegg

Schutzstatus: NSG („Herzogenweiher“; seit 1991; 34 ha), FFH, §32-Biotop

Eigentümer: Land Baden-Württemberg;   Pächter: Fischereiverein Wangen

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2005):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

20 %

75 %

90 %

10 %

Untersuchungen am Herzogenweiher:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

Wurm

2006

Limnologie

Literatur: Pfadenhauer 1985, Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99

Entstehung: 1396 erstmalig erwähnt; diente als Stauweiher für Mühlen

Bewirtschaftung: letztmals abgelassen 1966; nicht mehr ablassbar (Stempfel defekt); Besatz mit Hechten, Karpfen, Schleien; Angelfischerei; gefischt wird nur April bis Mai und Oktober bis Dezember (wg. Seerosen); Ablassen, Einlegen von neuem Ablassrohr in den Damm und Mönchbau geplant seit 2007;

Hydrologische Daten: natürlicherweise würde der Herzogenweiher in die Haslach entwässern, er wurde jedoch über einen Graben mit dem uh gelegenen Ebersberger Weiher verbunden, um diesem mehr Wasser zuzuführen; der Ablauf zur Haslach führt meist nur geringe Wassermengen, und dient noch hauptsächlich der Hochwasserentlastung;

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

543 ha

2,9 ha

1,6 m

0,9 m

26 000 m3

Zulauf aus begradigtem Wiesenbach im Westen, der zwei Hauptäste besitzt (Baltersberger Mühlbach und Bach aus Richtung Mohrhaus)

Ablauf über Graben in Ebersberger Mahlweiher, Schwarzach, Schussen und über Überlauf in Haslach, Argen

Sediment: dicke Schlammschicht

 

Flora und Fauna: Verlandungsbereich im NW; Uferbereiche naturkundlich wertvoll; viel Nuphar lutea;

2006 nur Nuphar lutea (Wurm); Algenblüten (Diatomeen, coccale Grünalgen; kaum Blaualgen); keine großen Daphnien;

Fische: Karpfen, Hecht, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Barsch, Aal, Wels, Graskarpfen; 2003 Karpfensterben (Ursache unbekannt)

Vögel: Blässralle, Wasserralle, Teichrohrsänger, Rohrammer, Höckerschwan

2006 Algenblüten in Mai (Stephanodiscus hantzschii) und Juli (coccale Grünalgen) mit 137 bzw. 250 µg Chl a/l und Sichttiefe von 40 bzw. 60 cm; Sauerstoffübersättigung im Juli 300 %; Anstieg des P im Juli (Algenblüte) bis 217 µg/l;

 

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:


2006

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

3,02


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

86

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

66

hoch eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

250

hypertroph

Sichttiefe (m)

1,1

hoch eutroph

Trophiestufe: 2006 polytroph, p1

 

 

Belastungsquellen

– Einzelgehöfte und Streusiedlungen im EZG (Dutter, Boselberg, Bruderhof, Mohrhaus, Winteröhr, Lachen, Felben, Tal, Sommershub, Hütten, Bach, Altegaten, Herben, Knäpling, Baltersberg, Alberberg, Weeg, Hub, Weihers)

– landwirtschaftliche Nutzung; viele Niedermoorflächen und Hanglagen

– Fischerei; Fischteich im Einzugsgebiet

 

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Wiedervernässung der Moorbereiche

– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü (früher BNL); Verschilfung zurückdrängen

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Sanierung des defekten Grundablasses; Mönchbau; Sedimentationsbecken für das Ablassen; Winterung (zuvor überprüfen, wie sich dies auf Energiegewinnung am Ebersberger Mahlweiher auswirkt)

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2005

0,7


2008

4,3


2011

6,0


2006

7,6

2 720,- €

2009

6,0





2007

4,3

1390,- €

2010

6,0





Renaturierung

– Pflegeplan des RP Tü (früher BNL) wird umgesetzt, aber evtl. zu wenig Schilfmahd

Sonstiges

– Angelfischerei nur noch an Ostseite zwischen nördlichem und südlichem Weiherauslauf gestattet

– 2006 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)

– geplant seit 2007 sind Sanierung von Grundablass, Mönchbau sowie ein Sedimentationsbecken im Ablauf

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