Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Hengelesweihers ist rot umrandet)

Hengelesweiher

Seit 1989 im SOS

Stadt Isny, Lk. RV TK 8326

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Maierhöfen (Bayern)

Schutzstatus: NSG („Hengelesweiher“; seit 1990; 54,4 ha), LSG, FFH

Eigentümer: privat;   Pächter: Fischereiverein Isny

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet: 30 % Wald; die landw. Nutzfläche besteht hauptsächlich aus Grünland und liegt zum großen Teil in Bayern

Untersuchungen des Hengelesweihers:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

Regionalverb. Bodensee - Oberschwaben

1986

Limnologie

GWD RV

2007

Limnologie

GWD RV

1998 - 00

Limnologie




Entstehung: künstlich, Maierhöfener Bach wurde aufgestaut; 1551 erstmalig erwähnt

Bewirtschaftung: bis 1990 Energiegewinnung mittels Turbine; Angelfischerei; früher regelmäßig jährlich abgelassen und gewintert; 1986 abgelassen; 2000 abgelassen u. gewintert, Schlammdicke 1 m; Fischbestand wird als gut angesehen; 2010 abgelassen; nur Grundablass vorhanden;

Hydrologische Daten: Einzugsgebiet zu 85 % in Bayern

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

924 ha

7,0 ha

3,7 m

1,8 m

125 000 m3

Zulauf mehrere Gräben in Maierhöfener Bach

Ablauf über Maierhöfener Bach in Untere Argen

Sediment: schnell verlandend; Faulschlamm mit H2S; 2001 Pges 1,1 mg/g TS, Glühverlust 11%;

Flora und Fauna: Steifseggenried; Verlandungsbereich im Südwesten; Teichmuschel, Edelkrebs (Astacus astacus); wichtiges Amphibienlaichgewässer

1983 Nuphar pumila, Nymphaea alba, Nuphar intermedia, Lemna minor, Ranunculus circinatus, Schoenoplectus lacustris, Equisetum fluviatile; 1985/88 Nymphaea alba, starker Bewuchs mit Elodea canadensis, Potamogeton pussilus, - crispus, Schoenoplectus lacustris, Lemna minor, Callitriche sp.;

Algenblüten (z.B. im August 1996 mit Trachelomonas hispida punctata, welche zu starker Braunfärbung des Wassers führte);

2001 Nuphar pumila u. vereinzelt Schoenoplectus lacustris (Herz); etwas später im Jahr (bedingt durch die vorhergehende Winterung) Aufkommen von Laichkraut;

2008 Potamogeton crispus, - lucens, Nuphar pumila, Nymphaea alba (Bolender);

Fische: Karpfen, Forelle (Besatz nicht sinnvoll), Hecht, Wels, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Aal, Graskarpfen; wiederholt Fischsterben;
beim Abfischen 2000 wurden sehr große Graskarpfen gefangen

Fische 2010: Karpfen, Wels, Hecht, Rotauge, Brachse, Rotfeder, Schleie, Karausche, Graskarpfen

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):


1999

2000

2007

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,77

0,53

0,71


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

63

53

53

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

20

13

18

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

82

26

27

eutroph

Sichttiefe (m)

0,8

1,2

1,0

hoch eutroph


Trophiestufe: 1999 und 2007 eutroph, e2

 

Veränderungen in den letzten Jahren: trophische Situation des Weihers ist in etwa gleich geblieben; Nährstoffeinträge über Zuläufe zwar im Schnitt deutlich abgenommen (positive Entwicklung), bei Starkregen jedoch weiterhin zu hohen Nährstoffkonzentrationen in den Zuläufen und hierdurch bedingte Nährstoffschübe in den Weiher; hinzu kommt das im Schlamm über die vergangenen Jahrzehnte abgelagerte Nährstoffdepot

 

Belastungsquellen

– Wohnplätze zwischen Maierhöfen und Hengelesweiher ohne Kläranlagenanschluss; die meisten betroffenen Teilorte liegen jedoch in Bayern (Stand 1991/96);
1988-90 Anschluss von Maierhöfen, Happach, Ringenberg, Iberg-Sanatorium, Riedholz, Steig, Vorholz, Neppen, Buchers, Flucken, Stockach, Schwarzen in Bayern

– mehrere RÜB im Einzugsgebiet

– landw. Nutzung häufig in Hanglage (seitliche Hänge z.T. mit über 300 m Höhenunterschied); entwässerte Niedermoorflächen; Zulauf auf bayrischer Seite belastet

– Einträge von mineral. Material aus den seitlichen Steilhängen in den Maierhöfener Bach

– Badebetrieb; Fischerei; nicht genehmigter Steg in Verlandungszone

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Änderung der fischereilichen Bewirtschaftung; regelmäßiges Ablassen und Wintern; Bau eines Mönchs; (Bau eines Absetzbeckens für das Ablassen ist mangels Platz nicht mgl.)

– Bau eines Sedimentationsbeckens vor dem Weiher

– Renaturierung der Zuflüsse

– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü, Einhalten der NSG-Einschränk.

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 1990 Bau der Kläranlage in Maierhöfen

– 1998 Anschluss von Blasenberg und Schießlang

– Wolfbühl, Büchlenberg, Nagelringen, Warmhalden bleiben dezentral (Bayern)

– Wolfbühler Berg, Wolfbühl bleiben dezentral (z.T. biol. Anlage oder Schönungsteich)

Maßnahme

Baukosten insg

Landeszuschuss

Kommune

Anschluss von Blasenberg, Schießlang

105 600,- DM

29 100,- DM

76 500,- DM

Landwirtschaft

– 1995/2010 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG(Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

1999

9,8


2004

7,0


2009

16,3


2000

10,0

4720,- DM

2005

8,0


2010

16,3


2001

10,0


2006

6,8

2210,- €

2011

16,3


2002

9,9

2390,- €

2007

13,9

4270,- €




2003

9,8


2008

18,3





Renaturierung

– Pflegeplan des RP Tü (früher BNL) wird umgesetzt

– 1999 Gewässerentwicklungsplan auf der Gemarkung Isny durch Büro Dr. Fitz, Salem

– geplant sind Renaturierungen an Maierhöfer Bach (4200 m), Zulauf Wolfbühl (800 m) sowie östliche Zuflüsse des Maierhöfer Bachs (2100 m); vorerst auf bayer. Gebiet keine Umsetzung, höchstens bei Ausgleichsmaßnahmen

– 2001 Ergänzung des GEP mit Planung eines Sedimentationsbeckens (Trautmann)

– geplant seit 2008/09 Bau eines Sedimentationsbeckens (600 m3; 105 000,- €) im Zulauf

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