Seit 2000 im SOS
Stadt Aulendorf, Lk. RV TK 8024
am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Bad Waldsee
Schutzstatus: NSG („Haslacher Weiher“; seit 1992; 22 ha), FFH
Eigentümer: Land Baden-Württemberg, Pächter: Fischerei- und Naturschutzverein Aulendorf
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
davon: Sonderkulturen |
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75 % |
25 % |
45 % |
55 % |
Untersuchungen am Haslacher Weiher:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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Wurm (Vorunters.) |
2000 (6x) |
Limnologie |
Fürst |
2009 |
Limnologie |
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Wurm |
2002 |
Limnologie |
Literatur: BNL-Tübingen (NSG), Herbst 1983, Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Pfadenhauer 1985, Prinzinger 1991/99, Regionalverband 1986, Roweck 1986+1988
Entstehung/Umgebung: erstmals erwähnt 1426; Hänge des flachen Tals (Niedermoorböden) Wiesen und Äcker; geringe Geländeneigung; am Ostufer Bauernhof; der Schlupfenbach entwässert das Brunnenholzried (ebenfalls NSG)
Bewirtschaftung: im MA Fischteich, später Energielieferant für Sägerei (bis 1916), Kornmühle (bis 1969) und danach Turbine bis Mitte der 1980er; heute im stark verlandeten Gewässer nur noch ext. Angelfischerei; 1970 abgelassen; 1994 abgelassen u. gewintert (hierbei viel Schlamm verfrachtet); jedes 2. Jahr Besatz mit Hecht, Karpfen, Schleie; Entnahme 1994 ca. 50 kg/ha*a; 2007 abgelassen u. gewintert; Bachmuscheln teilw. eingesammelt und obh des Whrs im Bach zwischengelagert; Querbauwerke im Bach hielten Schlamm teilw. zurück; bis 2008 nur Grundablass; 2008 gesömmert mit Mönchbau, gewintert und Anfang 09 wiederbespannt;
Hydrologische Daten: 1950 ca. 4 ha; 1967 Begradigung/Ausbau des Schlupfenbachs; schneller Wasseraustausch; normale Ablauf des Weihers bis 2008 über Rohr NW100, welches Tiefenwasser ableitete; alter Turbinenablauf (ebenfalls Tiefenwasser) wurde nicht mehr benutzt; Grundablass war nur für das Ablassen; seit 2008 Mönch
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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860 ha |
2,2 ha |
4,0 m |
2,1 m |
46 000 m3 |
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Zulauf über Schlupfenbach und einen Graben (langsam fließend) |
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Ablauf über 2 Gräben, welche sich nach ca. 300 m vereinigen, in die Schussen |
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Sediment: 2005 Pges 1,25 mg/g TS, Glühverlust 56 % (? organischer Anteil)
Flora und Fauna: großer Verlandungsbereich mit Schilf- und Rohrkolbenröhricht, welches den Weiher völlig umschließt; Schwarzerlenbruchwald; Teichmuscheln, galiz. Sumpfkrebs; im Ablauf Flussmuschel (Unio crassus);
2000 Nuphar lutea, Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Hippuris vulgaris, Menyanthes trifoliata (Wurm); keine Cladoceren;
2008 gesömmert; typ. Teichbodenflora nur Cyperus fuscus, aber viele Rote-Liste-Arten (Herwanger); Teichboden vom Verein Ende 2008 gemäht, Anfang 2009 wiederbespannt
2009 Nuphar lutea, Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Hippuris vulgaris, Lemna minor (Bolender); kaum Blaualgen, wenig Daphnien
Fische: Barsch, Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Zander, Wels, Hecht, Aal, Trüsche und seit Anfang der 1980er Graskarpfen;
Trüsche, Bachforelle, Hasel, Groppe, Schlammpeitzger und Flussmuschel in Zu- und Ablauf
2002 TP max im Okt (51 µg/l), Chloro max im Juni; Sauerstoffübersättigung bis 142%; im Juli anaerob ab 1,5m, Anreicherung am Grund auf 89 µg TP/l und 0,59 mg NH4-N/l; hoher Wasseraustausch
2009 TP max im August (81 µg/l), Chlorophyll max im Nov; Sauerstoffübersättigung bis 175 %; im Sommer über Grund 26 % Sauerstoff, Anreicherung auf 91 µg TP/l und 0,59 mg NH4-N/l; kaum Blaualgen, wenig Daphnien; hoher Wasseraustausch
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:
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2000** |
2002*** |
Trophiestufe |
2009 |
Trophiestufe |
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anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l) |
1,93 |
1,21 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
27 |
35 |
meso-/eutroph |
59 |
eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
9 |
12 |
eutroph |
12 |
eutroph |
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Chlorophyll a - Spitze (µg/l) |
18 |
30 |
eutroph |
20 |
eutroph |
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Sichttiefe * (m) |
0,8 |
0,8 |
eu-/hypertroph |
0,9 |
eu-/hypertroph |
* durch Huminstoffe eingeschränkt; ** nur 6 Messungen, nur Oberfläche; *** nur Oberfläche;
2009 nur Oberflächenwasser 59 µg TP/l
Trophiestufe: 2000 eutroph, e1; 2002 und 2009 eutroph, e2
Belastungsquellen
– Haslanden, Schlupfen, Herdtle, Elchenreute, Hof am Haslacher Weiher, Gehöft am Oberen Ried im EZG; Haslanden und Elchenreute angeschlossen
– sehr starke Verlandung
– entwässerte Niedermoorflächen
– Begradigung und Ausbau des Schlupfenbachs
– Badebetrieb
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss der Teilorte
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Umsetzung des fischereilichen Bewirtschaftungskonzeptes; Mönchbau
– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü
– Renaturierung des Zulaufs
– Entschlammung; Schlammabsetzbecken im Ablauf für das Ablassen
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– 2000 Haslach angeschlossen; dezentral weiterhin Herdtle (biol. KKA), Rotes Haus (biol. KKA), Bahnwärter (geschl. Grube) (so auch 2008)
Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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2000 |
7,2 |
5040,- DM |
2004 |
17,0 |
2008 |
19,9 |
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2001 |
15,1 |
2005 |
18,6 |
2009 |
10,6 |
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2002 |
14,7 |
4 480,- € |
2006 |
30,3 |
12 900,- € |
2010 |
10,6 |
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2003 |
14,7 |
2007 |
16,7 |
7 790,- € |
2011 |
10,5 |
Renaturierung
– 2002 Gewässerentwicklungsplan durch Büro Mayer, Biberach
Sonstiges
– bootsfahr. Angler erst ab 15. Juli erlaubt; im Verlandungsbereich Angeln verboten
– 1995 Vertiefung des Gewässers rund um den Rechen am Überreich zur Verbesserung des Wasserablaufs
– Pflegeplan des RP Tü wird umgesetzt; 2003 wurde die Pflege und Gewässerunterhaltung zwischen RPTÜ und LRA sowie PRO REGIO abgestimmt
– 2003 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– 2006 wurde für das kommende Ablassen/Wintern 2007 im Zulauf ein Holzwehr eingebaut, damit Trüsche und Schlammpeitzger im Bach Ersatzlebensraum haben
– 2008 Bau eines Mönchs und Sömmerung