Seit 2000 im SOS
Gemeinde Guggenhausen, Lk. RV TK 8122 + 8022
am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Fleischwangen, Riedhausen, Unterwaldhausen
Schutzstatus: LSG, teilweise §32-Biotop
Eigentümer: privat; Pächter: Kreisfischereiverein Ravensburg
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
davon: Sonderkulturen |
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25 % |
70 % |
36 % |
64 % |
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Untersuchungen am Guggenhauser Weiher:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
unters. von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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Wurm (Voruntersuch.) |
2000 (6x) |
Limnologie |
Wurm |
2007 |
Limnologie |
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Wurm |
2001 |
Limnologie |
Wurm |
2010 |
Limnologie |
Literatur: Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99
Entstehung: erstmals erwähnt 1840, künstl. Fischweiher in ehemaliger Schmelzwasserrinne
Bewirtschaftung: intensive Angelfischerei; 1999 abgelassen und gewintert; 2007 für 2 Wochen zu ¾ abgelassen für Wasseraustausch; jeden Winter teilabgelassen u. teilgewintert; 2008 abgelassen gewintert, gesömmert; 2009 und nochmals gewintert; nach der Sömmerung Bewuchs (Rohrkolben!); Ende Februar 2010 wieder bespannt; Mönch
Sägweiher: 1960 ausgebaggert, 1970 abgelassen und gewintert, 1980 abgelassen; 2003 abgelassen, gewintert und bis Sommermitte 2004 gesömmert (Rumex maritimus); anschließend mehrere Jahre Anzucht von Besatzfischen bei jährlichem Ablassen; Sömmerung 09; Weiherzustand nach dem Ablassen/Sömmern deutlich besser
Hydrologische Daten: 2001 max. Tiefe 3,3 m; 2007 max. Tiefe 2,6 m
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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996 ha |
10,1 ha |
3,3 m |
1,6 m |
166 000 m3 |
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Ablauf über Dammablass am Westufer in Ostrach, Donau; ab 1988 Überlauf als Tiefenwasserableitung |
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Sediment: 2000 Pges 0,7 mg/g TS, Glühverlust 10%; 2009 Pges 0,95 mg/g TS, Glühverlust 20%;
Flora und Fauna: im NO Verlandungsbereich mit Schilfröhricht; Anfang der 1970er Jahre Sichttiefe noch bis Grund, jetzt eutroph; Nuphar lutea; übrige Wasserpflanzen nach Besatz mit Graskarpfen (ab 1973) verschwunden; alljährlich Algenblüten; keine Cladoceren; Fischsterben;
2000 nach Winterung deutl. bessere Sicht; wieder makrophytenreich; Nuphar lutea, Pot. lucens, - trichoides, - obtusifolius, - crispus, Characeae; viele große Daphnien (Wurm);
2001 Nuphar lutea, Potamogeton crispus, - obtusifolius, - pusillus, Ranunculus hederaceus (Bolender); bereits weniger Cladoceren wg. Fischnachwuchs;
2007 Nuphar lutea, Nymphaea alba, wenig Pot. lucens, -crispus; Grün-/Blaualgenblüte (Anabaena, Oscillatoria, Aphanizo.); nur kurzzeitig Daphnien (Wurm); so 2008 (Bolender);
2009 Sömmerung; artenreiche Teichbodenvegetation mit Carex bohemica, - pseudocyperus, Cyperus fuscus, Rumex maritimus, - hydrolapathum (Kartierung: H. Herwanger, Bad Waldsee) und dichtem Bestand an Thypha angustifolia (Rohrkolben); daher 2010 zweimal Schilf- und Rohrkolbenmahd mit Mähboot;
2010 (nach Sömmerung 2009) Nuphar lutea, Nymphaea alba, Potamogeton lucens, - trichoides, - obtusifolius, - acutifolius, Polygonum amphibium, Spirodela polyrhiza, Lemna minor, Schoenoplectus lacustris; starker Bewuchs (auch von Typha angustifolius und Phragmites australis) bis weit in den Weiher (Herz)
Fische: Karpfen, Schleie, Barsch, Rotaugen, Rotfeder, Brachse, Ukelei, Zander, Aal, Hecht, Regenbogenforelle; Graskarpfen bis 2000;
Vögel: früher bis zu 15 Brutpaare Schwarzhalstaucher; nach 1973 ging Bestand schnell zurück; Haubentaucher, Fischadler
2007: Sauerstoffübersättigung bis 250%; im August ab 1,9m anaerob; Phosphor in den Zuläufen im Vergleich zu früher vermindert, jedoch weiterhin zu hoch; über Jahrzehnte angesammeltes Nährstoffdepot im Schlamm; sehr hohe Nährstoffkonzentrationen in den Zuläufen bei gleichzeitig hoher Wasserführung verursachen im Juni P-Anstieg im Weiher um das Doppelte; Algenblüte
2010: aufgrund vorhergehender Söm/Wint viele Daphnien (D. longispina) bis Jahresmitte, Algenentwicklung mäßig, Sicht gut; O2-Defizit in Mai und Juni an Oberfläche wg Zehrung am Grund (u.a. Pflanzenreste der Söm); durch hohen Wasserzulauf im Juni Ausschwemmung auch von nährstoffreichem Tiefenwasser; TP max (176 µg/l) und Chloro max im Juli; ab 2 m anaerob; fast keine Daphnien mehr; Grünalgenblüte (Pandorina morum), daneben Kiesel- und Goldalgen; kaum Blaualgen; Nährstoffgehalt in den Zuläufen vergleichbar zu 2007; Verbesserung im Weiher von p1 (2007) auf e2 daher aufgrund der vorhergehenden Sömmerung, der Daphnien sowie der Umleitung des Zulaufs bei Starkregen;
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:
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2000* |
Trophie. |
2001 |
2007 |
Trophiestufe |
2010 |
Trophiestufe |
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anorg.Gesamt-Stickstoff(mg/l) |
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0,65 |
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1,29 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
56 |
eutroph |
89 |
103 |
eutroph |
68 |
eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
21 |
eutroph |
48 |
54 |
hoch eutroph |
24 |
eutroph |
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Chlorophyll a - Spitze (µg/l) |
66 |
eutroph |
296 |
93 |
eu-/hypertroph |
92 |
eutroph |
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Sichttiefe (m) |
2,1 |
eutroph |
1,4 |
0,6 |
eu-/hypertroph |
1,9 |
eutroph |
*nur 6 Messungen,nur Oberfläche; 2001 nur Oberfläche 85 µgTP/l, 2007 92 µgTP/l, 2010 68 µgTP/l
Trophiestufe: 2000 eutroph, e1; 2001 eutroph, e2; 2007 polytroph, p1; 2010 eutroph, e2
Belastungsquellen
– Haslach, Ober- u. Unterwaldhausen, Wendenreute, Spitalhof, Schnaidhöfe, Zippern, Teile von Fleischwangen im EZG; alles angeschlossen (2000)
– Ablauf der Kläranlage Unterwaldhausen bei Wendenreute im EZG
– intensive Acker- und Grünlandnutzung, zahlreiche entwässerte Niedermoorflächen, Ackerbau in Hanglagen; viel Maisanbau, im Frühjahr Eintrag v. Schwemmmist
– zwei stark schlammhaltige Fischweiher an einem Zulauf
– Ausfräsen des Zulaufgrabens im Schilfbereich
– Fischerei; geringer Badebetrieb
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Umleitung des Kläranlagenablaufs
– Änderung der Zulaufsituation; Umleitung des Zulaufs aus Wendenreute/Sägweiher bei Starkregen direkt in den Ablauf
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Umsetzung fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Überprüfung der Fischweiher
– Uferpflege des Weihers
– Renaturierung der Zuläufe
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– Kläranlagenablauf: zunächst wurde KA umgebaut, und nur noch Regenüberlauf gelangte in Weiher; seit 2002 wird der Ablauf per Pumpendruckleitung um Gugg. Weiher herum in seinen Ablauf (Fleischwanger Ach) geleitet, und nur noch der bei Starkregen darüber hinausgehende Abfluss (über 4,3 l/sec) gelangt weiterhin in den Wassergraben zum Weiher;
– 2009 Änderung der Zulaufsituation; Umleitung des Zulaufs aus Wendenreute/Sägweiher bei Starkregen direkt in den Ablauf
Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– 2 Güllegruben wurden gefördert
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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2000 |
37,1 |
25260,- DM |
2004 |
73,7 |
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2008 |
73,9 |
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2001 |
43,3 |
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2005 |
73,7 |
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2009 |
61,4 |
|
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2002 |
46,5 |
15 320,- € |
2006 |
75,2 |
26 870,- € |
2010 |
50,9 |
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2003 |
55,0 |
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2007 |
76,8 |
23 600,- € |
2011 |
50,1 |
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Renaturierung
– 2002 Gewässerentwicklungsplan durch Dr. Fitz, Salem
– 2002 im Bereich Fleischwangen erste Maßnahmen umgesetzt (Grunderwerb, Bepflanzung)
Sonstiges
– 2001 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)
– 2002 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– Betreten der Stege während der Brutzeit bis zum 30.6 verboten
– 2004 Bau eines Sandfangs am Schaitbach (Nebenast des Zulaufs; 9500,- €; 100 m3)
– ab 2006 Änderung der Schilfpflege und Grabenräumung (ohne Fräse)
– 2010 nach der Sömmerung (2009) zweimal Schilf- und Rohrkolbenmahd mit Mähboot, Mähgut entnommen