Was bedeutet "Extensivierung" von Grünland und Ackerflächen

In den Wassereinzugsgebieten der Seen und Weiher gibt es landwirtschaftlich genutzte Flächen, von denen im besonderen Maße mit Nährstoffausträgen zu rechnen ist. Diese werden als "kritische" Flächen ("hot spots") bezeichnet.

Kritische Flächen sind insbesondere:

  • Entwässerte Niedermoore
  • Hanglagen an Fließ- oder Stillgewässern
  • Gewässernahe Flächen

Im Rahmen des Aktionsprogrammes zur Sanierung oberschwäbischer Seen wird versucht, für diese kritischen Flächen auf freiwilliger Basis und gegen finanziellen Ausgleich extensive Nutzungsformen zu erreichen. Diese Extensivierung bedeutet:

  • Den Verzicht oder die Reduzierung der Düngung auf Wiesen, Weiden und Ackerland.
  • Eine spätere Schnitt- oder Weidenutzung bei Grünland
  • Geringerer Ertrag sowie stärkere Verunkrautung bei Ackerland.
  • Verzicht oder stark reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
  • Schonende Bodenbearbeitung zur Förderung von Pflanzen und Tieren.
  • Die Pflanzenvielfalt erhöht sich. Es entstehen wieder bunte Blumenwiesen, Klatschmohn- und Kornblumenfelder.
  • Insekten und Kleinlebewesen haben bessere Lebensräume.
  • Mit Regen und Schnee gelangen weniger Pflanzennährstoffe in Bäche, Flüsse, Seen und Weiher.
  • Das Algenwachstum in Seen und Weihern und deren allmähliche Verlandung wird verlangsamt.
  • Das Baden und Schwimmen wird wieder zum Vergnügen.
  • Ertragseinbußen der Bauern müssen mit öffentlichen Mitteln ausgeglichen werden

Anzahl der Pflanzenarten pro 25 qm in verschiedenen Wiesentypen