Seit 2000 im SOS
Stadt Leutkirch, Lk. RV TK 8125
am EZG zusätzlich beteiligt: Kißlegg
Schutzstatus: LSG, FFH
Eigentümer: privat, nicht verpachtet
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
davon: Sonderkulturen |
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25 % |
70 % |
96 % |
4 % |
Untersuchungen am Ellerazhofer Weiher:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
unters. von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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GWD RV (Vorunters.) |
2000 (6x) |
Limnologie |
GWD RV |
2007 |
Limnologie |
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Fürst |
2001 |
Limnologie |
Fürst | 2012 | Limnologie |
Literatur: Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Prinzinger 1991/99, Roßknecht 1992
Entstehung/Umgebung: künstlich angelegt; erstmalig 1364 urkundlich erwähnt; im stark strukturierten Randbereich der älteren Jungendmoräne; Abgrenzung des EZG daher schwierig; kurzer Damm im Westen; nahezu vollständig von Grünland umgeben
Bewirtschaftung: evtl. früher ein Triebwerk installiert; dient zur Aufzucht von Karpfen, Schleien, Hechten; jährlich mit 1 t Jungkarpfen besetzt und im Herbst abgefischt; jährlich abgelassen und gewintert; in den letzten Jahren große Verluste bei Hecht und Schleie, u.a. auch wegen Kormoranen (bis 100 Stück); Mönch;
Der obh. gelegene Lanzenhofer Whr. soll abgelassen, mit Mönch versehen und einige Male gewintert werden zur Mineralisierung des Schlamms (2010)
Hydrologische Daten: EZG teilweise Wasserschutzgebiet; keine ausgeprägte Schichtung
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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386 ha |
46 ha |
4,4 m |
2,5 m |
1 131 000 m3 |
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Zulauf aus Waldgebiet im NW, den Lanzenhofer Weihern im SO sowie Wiesengräben; starker Grundwasserzustrom |
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Ablauf über Mönch in Rotbach, Wurzacher Ach, Iller, Donau |
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Sediment: 2000 Pges 0,8 mg/g TS; Glühverlust 10 %
Flora und Fauna: über viele Jahre wenig Makrophyten, häufig Blaualgenblüten (Aphanizomenon);
2000 Potamogeton pusillus, Chara fragilis, Nuphar lutea, Nymphaea alba, Potamogeton pectinatus, Elodea nutallii, Ranunculus trichoph.(Fürst); keine Algenblüte; Daphnia longi.;
2001 zusätzlich Potamogeton berchtoldii, -lucens, Ranunculus circinatus, Schoenoplectus lacustris, Chara contraria, -globularis (Bolender/Schiel);
2009 Ranunculus circinatus, - trichophyllus, Nymphaea alba, Potamogeton pectinatus, - panormitanus, Polygonum amph., Elodea nutallii (canadensis?), Chara vulgaris, - contraria, - globularis, Fontinalis antipyretica, Fontinalis sp., Sparganium emersum (Phillipson);
seit 2010 Biber;
Fische: Hecht, Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder
(durch regelmäßiges Ablassen/Wintern Bestandsregulierung bei planktivoren Fischen)
Vögel: Haubentaucher, Zwergtaucher, Höckerschwan, Tafel-, Reiherente, Lachmöve, Ralle, Teichrohrsänger, Rohrammer; Schwarzhalstaucher seit den 50er Jahren mit 5-20 Paaren; intensiver Freizeitbetrieb außerhalb Schutzzone
2006 schlechte Wasserqualität im Sommer, fauliger Geruch, Gülle bis Uferrand
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:
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2000* |
Trophiestufe |
2001 |
2007** |
Trophiestufe |
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anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l) |
0,64 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
31 |
mesotroph |
45 |
35 |
meso-/eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
16 |
eutroph |
5 |
8 |
mesotroph |
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Chlorophyll a - Spitze (µg/l) |
50 |
eutroph |
13 |
18 |
mesotroph |
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Sichttiefe (m) |
2,3 |
eutroph |
2,7 |
2,2 |
eutroph |
* nur 6 Messungen, nur Oberfläche; ** nur Oberfläche; 2001 nur Oberflächenwasser 46 µg/l
Trophiestufe: 2001 meso- bis eutroph, m 2007 meso- bis eutroph, e1
Veränderungen in den letzten Jahren: nach Beobachtern in den 1990er Jahren deutlich eutrophiert, zunehmend Algenblüten und Rückgang der Makrophyten; inzwischen hat sich diese Entwicklung vermutlich bereits umgedreht, und eine allmähliche Verbesserung findet statt;
Belastungsquellen:
– Willerazhofen, Willerazhofer Bad, Unger, Lanzenhofen, Kauter, Krug, Teile von Herrot, Einzelgehöfte im EZG ( Einw.);
– zahlreiche intensiv als Grünland genutzte Niedermoorflächen, Hangflächen mit intensiver Nutzung; keine Pufferstreifen an den Zuflüssen
– Einschwemmung von Gülle, Dunglege in Willerazhofen
– keine Schlammrückhaltung beim Ablassen
– die Abwässer des Campingplatzes wurden zunächst ungeklärt, 1986-98 über ein Absetzbecken (für 300 EGW ausgelegt) vorgeklärt in den Weiher abgegeben
– Karpfenzucht; Fischteiche im Einzugsgebiet
– Badebetrieb, Camping, Surfen, Segeln; in weiten Bereichen 10m breiter Gewässerrand als Schilfschutzzone ausgewiesen (Vorschrift LRA RV von 1977)
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– extensive fischereiliche Nutzung; Schlammrückhaltung beim Ablassen regeln
– Renaturierung der Zuläufe
– Einschränkungen des Badebetriebs umsetzen
– Ausweitung der Schutzzone
– Uferpflege des Weihers
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– 1998 wurden mit Lanzenhofen u. Willerazhofen 80% der Haushalte angeschlossen; Herrot hat biol. Anlage (5 Häuser nicht angeschlossen), Krug bleibt dezentral;
(in Lanzenhofen 3 LW mit bayr. Lösung, 3 LW Anschluss in 2004, 1 LW geschlossene Grube,
11 angeschlossen, 1 Anwesen Teil II) (so auch 2008)
– 2002 Anschluss des Campingplatzes
Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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2000 |
3,7 |
2170,- DM |
2004 |
8,5 |
2008 |
8,0 |
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2001 |
5,5 |
2005 |
8,5 |
2009 |
7,1 |
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2002 |
5,3 |
1650,- € |
2006 |
7,4 |
2220,- € |
2010 |
7,1 |
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2003 |
5,3 |
2007 |
8,0 |
2400,- € |
2011 |
7,1 |
Renaturierung
– 2002 Gewässerentwicklungsplan (Dr. Fitz, Salem)
– aus Gründen des Naturschutzes Ausweitung der Schutzzone nach Norden hin?
– 2003 Kauf einer Fläche am Südwestufer durch das Land
Sonstiges
– 2002 Uferpflegekonzept für den Weiher (Herz)