Luftbild (© Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Brunner Weihers ist rot umrandet)

Brunner Weiher

Seit 2000 im SOS

Gemeinde Kißlegg, Lk. RV TK 8125

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Bad Wurzach

Schutzstatus: NSG („Moore u. Weiher um Brunnen“; seit 1996; 195 ha), FFH, §32-Biotop

Eigentum und Pacht: privat

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

davon: Sonderkulturen

60 %

40 %

100 %

Untersuchungen am Brunner Weiher:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

Fürst (Voruntersuch)

2000 (6x)

Limnologie

Fürst

2008

Limnologie

GWD RV

2002 (5x)

Limnologie

Literatur: Konold 1987, LfU 1994, Pfadenhauer 1985, Prinzinger 1991/99, Roscher 1989, Rossknecht 1992

Entstehung: Brunner Weiher, Hasenweiher, Langwuhrweiher, Holzmühleweiher, Stockweiher und Metzisw. Weiher bilden Weihergruppe in einem zusammenhängenden Niedermoorgebiet; im späten Mittelalter durch Überstauung ehem. Seen angelegt; erstmals erwähnt 1735;

Bewirtschaftung: Angelfischerei; jedes Frühjahr Trappnetze zur Bestandskontrolle; 1987 und 1992 abgelassen; 1997 abgelassen; 1999 deutlich bessere Seerosenbestände; 2001 abgelassen; aufgrund gutem Erfolg zukünftig Ablassen alle 4 Jahre; Mönch;

Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

69 ha

6,4 ha

3,1 m

1,7 m

109 000 m3

Zulauf aus Entwässerungsgräben des Bustenmooses

Ablauf über Mönch in Holzmühlew., Immenrieder Ach, Obersee, Wolfegger Ach, Schussen

Sediment: 2002 Pges 1,1 mg/g TS; Glühverlust 19 %

Flora und Fauna: mehrere Jahre aufgrund von Graskarpfen kaum Makrophyten; 1984 nur etwas Nymphaea alba; 1985 Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Potamogeton natans; 1987 Nymphaea alba, Polygonum amphibium, Potamogeton natans, - obtusifolius, - pectinatus, Utricularia vulgaris, Lemna minor, Ranunculus trichophyllus, Callitriche spec.; 1995 nach starkem Spätfrost deutlicher Rückgang bei Nymphaea alba; Blaualgenblüten vorkommend (Anabaena spiroides), Blüten von anderen Algengruppen ebenfalls; Teichmuscheln;

2000 Nymphaea alba, Myriophyllum spic., Polygonum amphibium, Potamogeton obtusifolius, - pusillus, - lucens, Ceratophyllum demersum, Schoenoplectus lacustris (Fürst);

2001 zusätzlich Pot. mucronatus, -crispus, -natans, - pectinatus, Elodea canadensis, Utricularia vulgaris (Bolender); am Ufer auch Equisetum fluviatile, Sagittaria sagitti. (2002);

2009 Nymphaea alba, Nuphar lutea, Myriophyllum spicatum, Polygonum amphibium, Potamogeton obtusifolius, - natans, - lucens, - pectinatus, Ceratophyllum demersum, Equisetum fluviatile, Lemna minor, Sparganium emersum (Phillipson/Bolender);

Fische: Karpfen, Hecht, Rotfeder, Rotauge, Brachse, Wels, Schleie, Aal, Graskarpfen, Barsch

2008 Phosphor im März am höchsten (75 µg/l bei geringem Chlorophyll a); dies deutet auf Einträge aus dem landwirtschaftlich genutzten Umfeld hin; dieser Schub regte die Algenentwicklung deutlich an; über Grund ab Juni nur 2 mg O2/l und P-Anstieg; auffällige Algenvermehrung im Okt und Nov vmtl. ebenfalls durch Nährstoffeinträge; große Daphnien vorhanden

 

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):

2000*

2002**

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,74

0,32

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

67

56

eutroph

63

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

27

7,7

meso-/eutroph

16

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

42

11

meso-/eutroph

22

eutroph

Sichttiefe (m)***

0,7

1,3

eutroph

0,7

hoch eutroph

* nur 6 Messungen; ** nur 5 Messungen; *** Sichttiefe auch durch Huminstoffe eingeschränkt

Trophiestufe: 2000 und 2001 eutroph, e1; 2008 eutroph, e2

Blastungsquellen:

– als Grünland genutzte Niedermoorflächen

– Badebetrieb

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– Extensivierung kritischer Flächen

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept, Schlammabsetzbecken im Ablauf

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– Maßnahmen nicht erforderlich, da keine Siedlungen im Einzugsgebiet (Brunnen entwässert nach außerhalb; hat biologische KKA)

Landwirtschaft

– Extensivierungsplanung 1994 in Zusammenhang mit dem Gewässerentwicklungsplan

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2001

1,3

763,- DM

2005

1,3

2009

1,0

2002

1,3

390,- €

2006

1,3

390,- €

2010

1,0

2003

1,3

2007

1,0

280,- €

2011

1,0

2004

1,3

2008

1,0

Renaturierung

– 1994 Gewässerentwicklungsplan durch Uni Hohenheim (keine Maßnahmen erforderlich)

Sonstiges

– 2000 Bewirtschaftungskonzept für die Brunnenweiher-Gruppe zur Regelung des Ablassens und Winterns (Phillipson); zur langfristigen Erhaltung der Weiher, Reduzierung der Schlammbelastungen sowie der Verbesserung der Lebensräume

– 2007 Planung eines Schlammabsetzbeckens für das Ablassen; Bau 2011 realiert

 

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