Bewirtschaftung von Weihern und ihr "Mönch"

Weiher sind künstlich angelegte und ablassbare Gewässer und können dadurch sehr zielgerichtet bewirtschaftet werden. Das Ablassen des Weihers wird durch einen sogenannten "Mönch" geregelt (der Begriff "Mönch" weist auf die klösterliche Herkunft diese Bauwerks hin). Die vereinfachte Form eines Ablassbauwerks ist der einfache Grundablass durch einen "Strempfel".

Jahrhundertelang wurden diese Weiher derart bewirtschaftet, dass sie in regelmässigen Abständen zur Entnahme des Fischertrages abgelassen, gewintert und - oder gesömmert (über Winter oder Sommer leer gelassen) wurden. Das Wintern und Sömmern diente dazu, den Weiherschlamm biologisch abzubauen, Fischparasiten zu reduzieren und ggf. auf dem Weihergrund Getreide oder Kartoffeln anzubauen.

Durch den Übergang von dieser teichwirtschaftlichen zu einer auf Freizeitaspekte ausgerichteten angelfischereilichen Nutzung in den letzten Jahrzehnten wurden die Weiher nur noch selten abgelassen, gewintert oder gar gesömmert. Zur langfristigen Erhaltung der ablassbaren Stillgewässer ist es dringend erforderlich, dass diese wieder nach den traditionellen Methoden bewirtschaftet werden.

Aus der Sicht des Aktionsprogrammes zur Sanierung oberschwäbischer Seen sollten Weiher wie folgt bewirtschaftet werden:

  • Erarbeitung von Bewirtschaftungsplänen
  • Führen genauer Besatz- und Fangstatistiken
  • Ausgewogener Besatz mit standortgerechten Fischen
  • Keine Zufütterung
  • Intensive Befischung der häufigsten Fischarten
  • Begrenzung der Zahl der Angler und Stege
  • Belassen von ungestörten Uferbereichen
  • Regelmässiges Ablassen der Weiher (alle 3-5 Jahre) mit anschliessender Winterung
  • Gelegentliches Sömmern der Weiher (alle 12 Jahre)