Seenprogramm bei „Gläsernen Produktion“ im Bodenseekreis

Am 6.9.2015 hat sich das Seenprogramm mit einem Informationsstand auf dem Apfelwandertag Ettenkirch präsentiert, der im Rahmen der Aktion „Gläserne Produktion“ der Landwirtschaft großen Anklang gefunden hat.

 

Fortsetzung des Seenprogramms für weitere fünf Jahre

Foto: Heinz M. Strehle, Regierungspräsidium Tübingen

Ravensburg, Juli 2015

Im Rahmen eines Festaktes wurde das Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen im Neuen Schloss von Kißlegg am 1. Juli 2015 für weitere fünf Jahre fortgeschrieben.

Dabei wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg, den Landkreisen Biberach, Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen und 45 Kommunalverwaltungen getroffen.
In ihr wird die Zusammenarbeit geregelt, um die Betreuung von künftig 93 Seen und Weihern sowie die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen festzusetzen.

Foto rechts:

Von links nach rechts:
Burkhard Schneider, Leiter der Abteilung Wasser bei der LUBW;
Harald Sievers, Landrat des Landkreises Ravensburg;
Dietmar Enkel, Abteilungspräsiden der Abteilung Umwelt beim Regierungspräsidium Tübingen;
Christine Funk, Geschäftsführerin der PRO REGIO Oberschwaben GmbH;
Stehend:
Albrecht Trautmann, Koordinator des Seenprogramms bei der PRO REGIO Oberschwaben GmbH

 

Hitze und Trockenheit machen den Seen und Weihern Oberschwabens zu schaffen

Ravensburg, Juli 2015

Die letzten Tage und Wochen mit ihrer großen Hitze und den fehlenden Niederschlägen machen den Seen und Weihern Oberschwabens und ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen.

 

Hohe Wassertemperaturen (bis zu 30°C) setzen in den Seen und Weihern Prozesse in Gang, welche vor Fische belasten. Fischer klagen, dass die Fischbrut Schaden leidet.

Zu diesem Wärmestress kommen vor allem bei flachen Seen und Weihern noch stark schwankende Sauerstoffgehalte im Wasser im Wechsel von Tag und Nacht.

Damit hat es Folgendes auf sich: Sind genügend für Pflanzen verwertbare Nährstoffe in einem Oberflächengewässer, gedeiht die Algenbiomasse und nimmt an Umfang zu. Im Zuge dessen geben die oft mikroskopisch kleinen Algen im bei der Fotosynthese Sauerstoff an das umgebende Wasser ab. 

Algen und auch Wasserpflanzen müssen wie die meisten Organismen atmen. Dabei verbrauchen sie Sauerstoff. Während des Tages ist ihre Sauerstoffbilanz positiv, d.h. sie erzeugen bei der Fotosynthese mehr Sauerstoff als sie zur Atmung benötigen. Während der Nachtstunden verwandelt sich diese Bilanz ins Negative. Dies kann so gravierend sein, dass nahezu der gesamte im Wasser gelöste Sauerstoff schwindet. Darunter haben dann vor allem  Fische zu leiden, was in extremen Fällen zu Massensterben führen kann.

Während heißer, sonnenreicher Tage gesellt sich zu diesen Misslichkeiten noch ein weiterer Stressor unter denen Fische zu leiden haben.

Algen und viele höhere Wasserpflanzen nutzen nicht nur das Kohlendioxid, das aus der Atmosphäre in das Wasser eindiffundiert, sondern auch teilweise das, welches in gelösten Hydrogenkarbonaten enthalten ist.

Dazu importieren die Pflanzen- oder Algenzellen negativ geladene Hydrogenkarbonat-Ionen und schleusen, um die elektrische Neutralität in ihrer Umgebung wieder herzustellen, negativ geladene OH--Ionen in das Wasser aus. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Ionenaustauschreaktion.
Zwei Hydrogenkarbonat-Ionen wird in den Zellen ein Molekül Kohlendioxid für die Fotosynthese entzogen. Dabei entsteht ein negativ geladenes Karbonat-Ion. Das verbindet sich mit einem positiv geladenen Calcium-Ion zu einem schwer löslichen Calciumkarbonat-Molekül, das aus der Zelle ausgeschieden wird. Diesen Vorgang bezeichnet man als biogene Entkalkung. Der so entstandene Kalk reichert sich unter anderem an der Unterseite von Seerosenblätter an.
Problematisch bei der biogenen Entkalkung ist, dass mit der Anreicherung von OH--Ionen im Wasser der pH-Wert ansteigt.

Im Rohrsee haben wir dieser Tage einen pH-Wert von 9,8 bei einer Wassertemperatur von 31°C gemessen. Dies entspricht der Beschaffenheit einer Seifenlauge.

Von Angelfischern wurde uns mitgeteilt, dass in einigen Seen und Weihern Spezies der Gattung Myriophyllum in Massen aufträten. Man kann darüber spekulieren, ob dies mit dem gegenwärtigen Klima zusammenhängt.

Viele Seen und Weiher in Oberschwaben bewegen sich, was die Ausprägung ihrer Floren anbelangt, auf einer Grenzlinie zwischen makrophyten- und algendominierten Gewässern. Es gibt Hinweise dafür, dass die Festlegung, ob sich ein See oder Weiher zu einem makrophyten- oder algendominierten Gewässer bewegt, im Frühjahr erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt hat entweder die Makrophyten- oder die Algenflora die Nase vorn. In den Monaten Mai, Juni und teilweise auch Juli hatten wir starke Niederschläge. Die könnten dazu geführt haben, dass aufgrund des stärkeren Durchflusses in den Seen und Weihern die Algenffloren durch Ausspülung immer wieder ausgedünnt wurden, so dass sie im Konkurrenzkampf mit den Makrophyten unterlagen.

 

Massenaufkommen von Myriophyllum im Holzmühleweiher/Vogt

Entschlammung des Hengelesweiher in Isny

Saugbagger bei der Entnahme von Schlamm aus dem Hengelesweiher

November 2014

 


Der bei der Stadt Isny gelegene Hengelesweiher wurde teilentschlammt.

Ziel dieser Maßnahme war es, dem Wasserkörper des Weihers wieder ein größeres Volumen zu verschaffen, vor allem im bereits stark aufgelandeten Einlaufbereich. Dort haben die vom Maierhöfener Bach mitgeführten Sedimente schon eine kleine Insel gebildet.

Zum anderen will man im Schlamm des Weihers befindliche Pflanzennährstoffe, vor allem Phosphate, aus dem Gewässer entfernen und so das Algenwachstum verringern.

Netzwerktreffen Lebendige Seen Deutschland in der Lausitz

Ravensburg, den 15.10.2014

Das zweite Netzwerktreffen Lebendige Seen Deutschland fand vom 08.-10. Oktober 2014 in der Lausitz statt. Schwerpunkte dieses Treffens waren folgende Themen:

  • Auswirkungen der Agrarreform auf den Gewässerschutz
  • Anforderungen an die „Gute fachliche Praxis“ aus Sicht der Seensanierung
  • Renaturierung und Inwertsetzung von Tagebauseen
  • Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland

Neben Vorträgen und Diskussionen wurden die Probleme und Schwierigkeiten, aber auch die Möglichkeiten von Bergbaufolgelandschaften auf interessanten Exkursionen deutlich gemacht.

Das nächste Netzwerktreffen findet von 28. - 30. September 2015 am Schweriner See statt (Lebendiger See 2015).

Geologischen Karte der Lausitz
Teilnehmer des Netzwerktreffens
Landrat Dr. Harter Hoyerswerda spricht zu den Netzwerkpartnern
Ökologisch interessante Bergbaufolgelandschaft