Seit 1989 im SOS
Gemeinde Fronreute, Lk. RV TK 8123
Schutzstatus: NSG („Bibersee“; seit 1969; 4,9 ha), FFH, VSG
Eigentümer: Land Ba.-Wü, Forstamt Bad Waldsee; Pächter: privat
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (1997):
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
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12 % (8 ha) |
80 % (54 ha) |
30 % (15 ha) |
70 % (39 ha) |
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landw. Betriebe |
Betriebsgröße |
Viehbestand |
Viehbesatz |
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13 |
33,9 ha |
70,5 GV |
2,1 GV/ha |
Untersuchungen des Bibersees:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
unters. von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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Zahn/Schreiber(KONOLD) |
1982-84 |
Limnologie |
WBA |
1993-95 |
Limnologie |
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Uni Hohenh./Schuszter |
1986 |
Limnologie |
GWD RV |
1997 |
Sediment |
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WBA (Strehle) |
1987 |
Limnologie |
GWD RV |
1999 |
Oberflächenw. |
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WBA (Hering) |
1990-91 |
Limnologie |
Wurm |
2007 |
Limnologie |
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FFS (Dehus) |
1990 |
Fischbestand |
Entstehung: gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 16 000 Jahren in einem Toteisloch
Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei
Hydrologische Daten:
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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66 ha |
3,2 ha |
4,7 m |
2,9 m |
91 400 m3 |
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Zulauf über Drainagen und Grundwasser |
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Ablauf in Hühler Ach, Schussen |
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Sediment: mächtige Schlammablagerung; Sedimentdicke 7,5 m; 1997 Pges 0,5 mg/g TS, Glühverlust 29 %
Flora und Fauna: 1966 noch freistehend ohne Gehölz, bis 2005 von Gehölz umgeben;
1980er Jahre Nymphaea alba, Nuphar lutea, Myriophyllum spic., - vertic., Ceratoph.dem.;
Frühjahr |
Sommer |
Herbst |
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1989 |
Synedra acus, Dinobryon divergens |
Ceratium hir., Peridinium inc., Microcystis aeruginosa |
Ceratium hir., Mallomonas caud., Coelastrum reticula. |
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1990 |
Dinobryon divergens, Dinophyceen (Per.+Cer.) |
Dinophyceen (Cer.+Per.), Microcystis aeruginosa |
Mallomonas caudata, Mou-geotia spp., Ceratium hir. |
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1991 |
Dinobryon div., Fragilaria crot., Oscillatoria limosa, Synura uvella |
Synura uvella, Cyanophyceen, Dinophyceen (Cer.+Per.) |
Microcystis aeruginosa |
Blaualgenblüten (1999 Microcystis); große Zooplankter fehlen; viele Libellen (2003 u.a. Gomphus pulchellus, Erythromma viridulum, Cercion lindeni, Libellula fulva ; H. Hunger);
2004 Nymphaea alba, Nuphar lutea, Myriophyllum spicatum (Herz);
2007 durch früh einsetzende Algenvermehrung Makrophyten unterdrückt, daher nur Nuphar lutea, Nymphaea alba (Wurm); im Frühjahr coccale Blaualgen (Aphanothece, Microcystis), im Herbst Stephanodiscus hantzschii; keine Daphnien;
2010 im Sommer Algenblüte mit Microcystis sp.
Fische 1990: Rotauge, Rotfeder, Hecht, Aal, Karpfen, Barsch, Schleie, Brachse, Güster, Wels (Graskarpfen?); 2000 auch Zander und Ukelei
2003 trotz heißem Sommer sehr gute Sichttiefe
2007 im August ab 3 m anaerob; im Tiefenwasser H2S-Bildung, 2,2 mg NH4-N, 71 µg Ges.-P; an zwei Terminen zu viele coliforme Keime (230 bzw. 210/100 ml)
2010 einmal coliforme Keime, ab 23.08.10 Warnhinweis an Badende wg starker Blaualgenblüte
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:
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1984 |
1989 |
1991 |
1999* |
2007 |
Trophiestufe |
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anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l) |
19 |
4,7 |
0,36 |
1,4 |
2,05 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
74 |
27 |
54 |
46 |
31 |
meso-/eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
11 |
25 |
15 |
13 |
eutroph |
|
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Chlorophyll a - Spitze (µg/l) |
41 |
79 |
29 |
30 |
eutroph |
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Sichttiefe (m) |
2,4 |
1,7 |
2,1 |
1,6 |
eutroph |
* nur Oberflächenwasser; 2007 nur Oberfläche 27 µgTP/l
Trophiestufe: 1989 meso- bis eutroph, e1; 1991 eutroph, e2; 1999 und 2007 eutroph, e1
Veränderungen in den letzten Jahren/Ausblick:
Bis Ende der 1980er Jahre wurden zu hohe Nährstoffmengen in den See eingeleitet. Inzwischen hat sich seine Situation durch die Extensivierungsmaßnahmen deutlich gebessert, und er hat sich zum schwach eutrophen Gewässer rückentwickelt. Eine weitere Verbesserung ist aufgrund der in der Vergangenheit im Schlamm abgelagerten Nährstoffe (seeinterne Rückdüngung) nur allmähliche möglich (über Austragung)
Belastungshöhe: Über die oberirdischen Zuläufe wurden 1989 11,4 kg Phosphor eingetragen. Zusammen mit dem Eintrag über Luft (1,3 kg) ergibt sich eine Gesamtbelastung von 12,7 kg P/Jahr. Die Grenze der kritischen Oberflächenbelastung mit Phosphor, ab der mit einer fortschreitenden Eutrophierung zu rechnen ist (7 kg P/a), wurde 1989 um das 1,8 –fache überschritten
1994 wurden in den Bibersee 10,4 kg Phosphor eingetragen (9,1 kg + 1,3 kg aus Luft). Die Grenze der kritischen Oberflächenbelastung mit Phosphor, ab der mit einer fortschreitenden Eutrophierung zu rechnen ist (11 kg P/a), wurde somit 1994 unterschritten. Die Grenze der tolerierbaren Phosphorbelastung (= ½ der kritischen Phosphorbelastung), die unterschritten werden muss, um eine Eutrophierung auszuschließen (5,5 kg P/a), wurde zwar nicht erreicht, die Phosphorbelastung ist jedoch trotzdem auf einem vergleichsweise sehr geringen Niveau angelangt.
Belastungsquellen
– (keine Teilorte/Anwesen im EZG)
– intensive landwirtschaftliche Nutzung in Hanglage (viel Ackerbau; in den 1980er und 1990er Jahren z.T. Aufbringung von Klärschlamm); Eintrag über Drainagen
– geringer Badebetrieb
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü (früher BNL; 1991)
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– Maßnahmen nicht erforderlich, da keine Siedlungen im Einzugsgebiet
Landwirtschaft
– 1993 wurde für die Gemeinde Fronreute durch die Landsiedlung GmbH eine agrarstrukturelle Vorplanung durchgeführt
– 1995 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– durch die Gemeinde wurden mehrere Flächen aufgekauft
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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1990 |
6,3 |
1996 |
16,1 |
9130,- DM |
2002 |
12,1 |
4910,- € |
|
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1991 |
10,4 |
1997 |
21,8 |
13150,- DM |
2003 |
12,1 |
||
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1992 |
10,4 |
1998 |
21,7 |
14360,- DM |
2004 |
8,1 |
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1993 |
10,4 |
1999 |
25,6 |
2005 |
8,1 |
|||
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1994 |
10,4 |
2000 |
25,6 |
17380,- DM |
2006 |
6,3 |
2370,- € |
|
|
1995 |
15,9 |
9020,- DM |
2001 |
16,7 |
13490,- DM |
2007-11 |
0 |
Renaturierung
– die Erstellung eines Gewässerentwicklungsplans ist nicht erforderlich
– 1996 Bepflanzung einer seenahen Fläche durch die Gemeinde (als Ausgleich für Baumaßnahme), welche als Liegewiese genutzt wird
– 2005/06 und 2011 Pflege von etwa 70 % des Uferbereichs durch Entbuschung, Baumfällen
Sonstiges
– 1990 (Mai) Bau einer Ringleitung. Im darauf folgenden Jahr Algenblüten; die Makrophyten wurden verdrängt. Dies lag vmtl daran, dass dem See kühles, sauerstoffreiches Wasser durch die Ringleitung vorenthalten wurde, der O2-Gehalt in der Tiefe abnahm. Es kam zu Rücklösungsprozessen, die den Phosphor-Gehalt im See 1991 ansteigen ließen (? Algenblüte; der See „entlastete“ sich über Ablauf).
Ringleitung seither nur bei Starkregen geschlossen. Der Phosphor-Gehalt hat sich vermindert (die „Entlastung“ ist jetzt allerdings auch geringer), und Makrophyten sind wieder vorherrschend (insbesondere Myriophyllum spicatum) (1993). Der Schieber wird im Auftrag der Gemeinde weiterhin betätigt (2008).
– 2003 Anlegen eines Zugangs für die Badegäste (durch die Gemeinde)