Luftaufnahme (Lothar Zier), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet ist rot umrandet)

Lanzenreuter Weiher (Einödweiher)

Seit 2005 im SOS

Stadt Ravensburg, Lk. RV TK 8223

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Schlier

Schutzstatus: LSG, §32-Biotop

Eigentümer: Land Baden-Württemberg;   Pächter: privat

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2005):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

35 %

60 %

50 %

50 %

Untersuchungen am Lanzenreuter Weiher:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

Wurm

2005

Limnologie

GWD RV

2009

Limnologie

Entstehung: im 15. oder 16. Jhd.; 1806 aufgelassen und erst 1963 wieder bespannt

Bewirtschaftung: Angelfischerei; Mönch defekt, daher Ablass nur mit Mönchneubau möglich

Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

47 ha

1,7 ha

2,6 m

1,7 m

29 500 m3

Zulauf aus Süden von Lanzenreute her und aus mehreren Gräben (meist trocken)

Ablauf (Oberflächenwasser) über Bach in Scherzach, Schussen


Flora und Fauna: im Sommer und Herbst alljährliche Massenentwicklung von Blaualgen; Erdkröten;

2001 Nuphar lutea und Polygonum amphibium, 2003 nur Myriophyllum spicatum (Bolender); 2005 etwas Nuphar lutea, Myriophyllum spicatum (Wurm);

2007 und 2009 (Bolender) Weiher fast vollständig mit Myriophyllum spicatum bedeckt, daneben Nuphar lutea, Polygonum amphibium;

Fische: Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Brachse, Hecht, Wels

 

2005 Zulauf meist trocken, jedoch im März hoher Nährstoffgehalt (1415 µg TP/l; bei geringer Wasserführung); dies förderte das Algenwachstum schon zu Beginn des Sommers; in Zukunft müsste Belastung sinken, da Fehlanschlüsse inzwischen behoben wurden; im Mai kurze Klarwasserphase durch Cladoceren (ansonsten keine); im September und Oktober stark ansteigender P-Gehalt im Freiwasser durch Akkumulation und P-Rücklösung; Algenblüte (Microcystis, Anabaena solitaria).

2009 Zulauf meist trocken, nur im März belastet (118 µg/l); Belastung aus Zulauf geg. früher zwar deutlich geringer, Wasserzufuhr und Nährstoffeintrag jedoch v.a. diffus aus dem Umfeld; „Algenblüte“ im Februar (174 µg Chlorophyll a/l) bei mäßigem P-Gehalt (24 µg TP/l) eventuell nur Ansammlung an der Probestelle; im Mai Blaualgen (Microcystis); auch Ablauf immer wieder trocken, Wasseraustausch also gering;

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt (Oberflächenwasser):


2005

Trophiestufe

2009

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

0,39


0,19


Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

47

eutroph

45

eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

26

eutroph

35

eutroph

Chlorophyll a - Spitze (µg/l)

55

eutroph

174

hoch eutroph

Sichttiefe (m)

1,0

hoch eutroph

1,5

eutroph

Trophiestufe: 2005 eutroph, e2; 2009 eutroph, e1

 

 

 

 

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen; Erwerb?

– Überprüfung der fischereilichen Bewirtschaftung und des Fischbestands; Ablassen und Wintern; Sanierung des Mönchs und des Dammdurchlasses

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2006

1,0

250,- €

2008

5,4


2010

5,4


2007

1,0

270,- €

2009

5,4


2011

5,4


Renaturierung

 

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2005 Einträge aus häuslichem Abwasser beseitigt

Landwirtschaft

– 2005 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

 

Sonstiges

– Entlang des Weihers und seines Zulaufs sollten breite Pufferzonen angelegt werden.

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