Luftbild (Elfenweiher rechts im Bild; © Luftbildagentur Frank Hofmann), Tiefenkarte und Ausschnitt topografische Karte (das hydrologische Einzugsgebiet des Elfen- und Girasweihers ist rot umrandet)

Elfenweiher

Seit 2000 im SOS

Gemeinde Bergatreute, Lk. RV TK 8124

am Einzugsgebiet zusätzlich beteiligt: Wolfegg

Schutzstatus: NSG („Girasmoos“; seit 1973; 9,6 ha), FFH, §32-Biotop

Eigentümer: Stiftung Liebenau,  Pächter: Fischereiverein Bad Wurzach

Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet (Stand 2003):

Wald

landw. Nutzfläche

davon: Grünland

davon: Ackerland

davon: Sonderkulturen

35 %

55 %

68 %

32 %

Untersuchungen am Elfenweiher:

untersucht von

Zeitraum

Gegenstand

GWD RV (Voruntersuchung)

2000 (6x)

Limnologie

GWD RV

2001

Limnologie

GWD RV

2008

Limnologie

Literatur: BNL-Tübingen (NSG), Prinzinger 1991/99

Entstehung/Umgebung: vor 1900 angelegt; das geschützte Gebiet in einer ehemaligen Talschlinge der Wolfegger Ach umfasst den Elfenweiher sowie das angrenzende, durch Versumpfung und Hangvermoorung entstandene Girasmoos (Kalkflachmoor); eine Fischzuchtanlage im Nordosten des Geländes führt zu einer starken Düngung des ansonsten nährstoffarmen Moores; von Wald und Gehölzstreifen umgeben

Bewirtschaftung: Angelfischerei; bisher in einem ca. 5-jährigen Ablassturnus bewirtschaftet; 1996 im Sommer für drei Monate trocken wg. Bau eines Mönchs; 1997 abgelassen und gewintert; 2009 abgelassen und gewintert; Mönch

Hydrologische Daten:

EZG

Wasserfläche

max. Tiefe

mittlere Tiefe

Volumen

141 ha

2,2 ha

3,9 m

1,7 m

37 100 m3

2 Zuläufe aus Nordosten

Ablauf über Girasweiher, Mahlweiher, Wolfegger Ach, Schussen

Sediment: mächtige Schlammschicht vor dem Mönch

Flora und Fauna: früher viel Nymphaea alba;

2001 nur wenig Nuphar lutea, Nymphaea alba (Herz); ebenso 2008;

zunehmend Algenblüten, 2008 mit Tetraedron; keine Daphnien;

2009 Nuphar lutea, Nymphaea alba (Phillipson);

Fische: Rotauge, Schleie, Karpfen, Barsch, Wels, Zander, Hecht, Aal, Graskarpfen
nach dem Auftauen im Frühjahr müssen jeweils tote Fische abgesammelt werden (Einleitungen von Fischzuchtanlage?)

2008 massive Verschlechterung des Gesamtzustandes wg. sehr starker Belastung aus der Fischzuchtanlage; aufgrund starker Nährstoffeinträge aus der Fischzuchtanlage zu Beginn des Jahres bereits hoher P-Gehalt und dementsprechende Algenblüte; zum Sommer hin abnehmend, da deutlich geringere Einträge; im Herbst wieder ansteigend u.a. wegen wieder erhöhten Einträgen; Stilllegung der Fischzuchtanlage dringend erforderlich; auch die unterhalb gelegenen Weiher werden deutlich beeinträchtigt

 

Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:

2000*

2001**

Trophiestufe

2008

Trophiestufe

anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l)

4,5

3,75

Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l)

62

101

eutroph

168

hoch eutroph

Chlorophyll a (µg/l)

24

82

hoch eutroph

149

hypertroph

Chlorophyll a – Spitze (µg/l)

52

199

eu-/hypertroph

311

hypertroph

Sichttiefe (m)

1,6

1,2

hoch eutroph

0,9

hoch eutroph

* nur 6 Messungen, nur Oberfläche; ** nur Oberfläche; 2008 nur Oberfläche 149 µg TP/l

 

Trophiestufe: 2000 eutroph, e2; 2001 polytroph, p1; 2008 polytroph, p2

 

 

 

Belastungsquellen

– Klösterle, Forst, Neuforst, Teile von Alttann im EZG ( Einw.); Forst und Neuforst derzeit dezentral (Stand 1999)

– obh Fischzuchtanlage im Hauptschluss (gespeist aus Quellen und Bach);
gegründet 1906;

– früher beliebtes Badegewässer; Schlittschuhlaufen

 

Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung

– zentraler Abwasseranschluss

– Verminderung der Belastung durch Fischzuchtanlage

– Fichtenaufforstungen südlich des NSG entfernen

– fischereiliches Bewirtschaftungskonzept; Bau Absetzbecken u.h. Girasweiher für gleichzeitiges Ablassen beider Weiher; Wasserspiegel absenken, Schilfmahd im Zulaufbereich, anschl. wieder anstauen und durch Überstauung Schilf zurückdrängen

– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen

– Umsetzung des Pflegeplans des RP Tü; Renaturierung des Zulaufs

– Entschlammung

 

 

Umsetzung / Maßnahmen

Abwasser

– 2003 Neuforst angeschlossen, Forst weiterhin dezentral (so auch 2008)

– geplant seit 2001 ist die Umstellung der Fischteiche von Mast auf Zucht (geringere P-Belastung), 2008 weiterhin sehr hohe Belastung durch die Fischzuchtanlage

Landwirtschaft

– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)

– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen

– extensivierte Flächen:

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

Jahr

Hektar

Kosten

2003

1,8

2006

0,8

277,- €

2009

0

2004

1,8

2007

1,2

340,- €

2010

0

2005

1,8

2008

0,1

2011

0

Renaturierung

– Pflegeplan des RP Tü wird umgesetzt

– 2002 Gewässerentwicklungsplan (Bauer, Wolfegg)

Sonstiges

– 2001 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept für den Weiher (Phillipson)

– geplant seit 2003 Sömmerung und Entschlammung (noch nicht erfolgt)

– 2004 Bau eines Absetzbeckens für das Ablassen von Elfen- und Girasweiher (100 m3; 5000,- €)

– 2010 Planung für Dammsanierung (starke Unterspülung; Sicherheit nicht gewährleistet)

 

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