Seit 2000 im SOS
Gemeinde Ebenweiler, Lk. RV TK 8023/22, 8122/23
am EZG zusätzlich beteiligt: Eichstegen, Guggenhausen, Unterwaldhausen, Hoßkirch
Schutzstatus: NSG („Ebenweiler See“; seit 1991; 115 ha), FFH, §32-Biotop
Eigentum: privat, Pächter: Angelverein Pfullingen
Landwirtschaftliche Struktur im Einzugsgebiet:
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Wald |
landw. Nutzfläche |
davon: Grünland |
davon: Ackerland |
davon: Sonderkulturen |
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40 % |
60 % |
60 % |
40 % |
Untersuchungen am Ebenweiler Weihers:
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untersucht von |
Zeitraum |
Gegenstand |
unters. von |
Zeitraum |
Gegenstand |
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ISF (Roßknecht;1992) |
1988 |
Limnologie |
Wurm |
2007 |
Limnologie |
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Wurm (Voruntersuch) |
2000 (6x) |
Limnologie |
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Wurm |
2002 |
Limnologie |
Literatur: BNL-Tübingen (NSG), Hölzinger 1987, Konold 1987, LfU 1994, Pfadenhauer 1985, Prinzinger 1991/99, Rossknecht 1992
Entstehung/Umgebung: als Schmelzwassersee vor ca. 15 000 Jahren in einer weiten vermoorten Talmulde, begrenzt von steilen Moränenrücken; nach seiner weitgehenden Verlandung wurde der E. See 1485 aufgestaut, daher Ebenweiler Weiher; im SO Damm;
der geschützte Bereich umfasst den Weiher, die angrenzende Röhrichtzone, Bruchwälder, ehemalige Streuwiesen sowie den umgebenden Grünlandgürtel; das damit eingeschlossene Ebenweiler Ried (ein Verlandungsniedermoor) ist vermutlich das mächtigste Niedermoor Oberschwabens mit einer bis zu 12,5 m dicken Torfschicht;
Bewirtschaftung: extensive Angelfischerei; kein Besatz; früher regelmäßig alle 3 Jahre abgelassen; seit 1964 nicht mehr, da Wasser für Sägewerk benötigt wurde; Verlandung im Uferbereich soll durch Pflege entgegengewirkt werden; Ablassen mit Winterung geplant seit 2007, aber immer wieder verschoben; Verschlammung angeblich gering, Fischbestand gut; nur Grundablass
Hydrologische Daten: Verlandungszone 64 ha
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EZG |
Wasserfläche |
max. Tiefe |
mittlere Tiefe |
Volumen |
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1268 ha |
7,0 ha |
3 m |
2,0 m |
141 000 m3 |
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Zulauf Mühlbach aus Dornenweiher und Bach aus dem Egger Ried; weitere Zuflüsse mit geringen Mengen (teils Quellen) aus W und S münden in der Südwestecke |
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Ablauf Mühlbach im Osten über Wehr, in Ortslage verdolt, Hühler Ach, Schussen |
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Flora und Fauna: im N und NW großer Verlandungsbereich mit Schilfröhricht und Großseggenried; am Westufer Schneidröhricht; Verbuschung, da Streugewinnung aufgegeben;
kalkhaltiges Wasser aus den Hängen führt zur Bildung von Kalkniedermooren; Bruchwald mit Erlen und Grauweiden (Endstadium);
1990 Nuphar lutea, etwas Nymphaea alba, Potamogeton crispus, Utricularia sp.; 2000 nur Nuphar lutea (Wurm); 2002 wieder Nuphar lutea , Potamogeton crispus, - obtusifolius, Characeen, Myriophyllum verticillatum (Wurm); 2004 „verkrautet“; Teichmuscheln; alljährliche Algenblüten, so auch 2005; keine großen Wasserflöhe;
2007 „verkrautet“ mit Myriophyllum verticillatum, Ceratophyllum demersum, Nuphar lutea, Nymphaea alba, Potamogeton lucens; Characeen und Potamogeton fast verschwunden; mäßige Algenblüten (Dinobryon divergens, Cryptomonaden, Oscillatoria); Teile der Makrophyten werden durch Überwucherung mit fädigen Jochalgen („Aufsitzeralgen“) zum Absterben gebracht; keine großen Wasserflöhe (Wurm);
2008 Myriophyllum verticillatum, Ceratophyllum demersum, Nuphar lutea, Nymphaea alba, Potamogeton crispus, - obtusifolius, Utricularia vulgaris, Spirodela polyrhiza (Bolender);
Fische: Hecht, Wels, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Bitterling, Schleie, Brachse, Aal, Graskarpfen (auch 2011); mehrfach Fischsterben
Vögel: wg. ausgedehnten Schilfbereichen und Streuwiesen Rastplatz (auf Vogelzug-strecke) und Rückzugsgebiet für viele seltene Vögel wie Rohrweihe, große Rohrdommel, Zwergrohrdommel, Wasserralle und Teichrohrsänger
2007 Sauerstoff bis Grund; nur geringe sommerliche P-Anreicherung
Pflanzennährstoffe und andere Trophieanzeiger im Jahresdurchschnitt:
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1988 |
2000* |
2002** |
2007 |
Trophiestufe |
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anorg. Gesamt-Stickstoff (mg/l) |
1,18 |
1,17 |
0,41 |
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Gesamt-PO4-Phosphor (µg/l) |
103 |
50 |
40 |
38 |
eutroph |
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Chlorophyll a (µg/l) |
30 |
37 |
16 |
16 |
eutroph |
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Chlorophyll a – Spitze (µg/l) |
85 |
33 |
27 |
eutroph |
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Sichttiefe (m) |
0,6 |
1,3 |
1,3 |
1,9 |
eutroph |
* nur 6 Messungen, nur Oberfläche; ** nur Oberfläche; 2007 nur Oberfläche 37µgTP/l
Trophiestufe: 2000 eutroph, e2; 2002 eutroph, e1-e2; 2007 eutroph, e1 (e2 wg. Verkrautung)
Belastungsquellen
– Watt, Ratzenreute, Meisterhaus, Käfersulgen, Kreenried, Teile von Bauhof, Luegen, Brunnen, Egg, Oberholz im EZG; Ende 1980er Abwasser geregelt (Stand 1999), aber noch Fehlanschlüsse im Ortsbereich Egg und Kreenried (Wurm 2002, 2007)
– intensive Acker- und Grünlandnutzung; zahlreiche entwässerte Niedermoorflächen, Ackerbau in Hanglage; fehlende Pufferstreifen an Zuläufen, die bei Regen mit Schlamm und Gülle belastet sind (insbesondere Zulauf aus Egg und Luegen);
– bis 1988 wurden in den feuchten Wiesen Entwässerungsgräben und Drainagen angelegt; die Gräben und der Mühlbach werden alle 3 Jahre im Winter geräumt
– Fischtümpel im Ried, Gänsezucht
– Badebetrieb, Freibad, Camping
Vorschläge zur Sanierung/Restaurierung
– zentraler Abwasseranschluss überprüfen; Fehlanschlüsse möglich
– Beseitigung punktueller Belastungsquellen v.a. in Egg und Kreenried
– Extensivierung kritischer landwirtschaftlich genutzter Flächen
– Wiedervernässung; Grabenräumung einstellen
– könnte in größeren Abständen abgelassen und evtl. gewintert werden, aber relativ stabiler Fischbestand, der anscheinend keine größeren Eingriffe benötigt; daher zuerst genauere Kenntnisse über Fischbestand; Absetzbecken anlegen, Mönch einbauen
– Renaturierungen
– Umsetzung Pflegeplan des RP Tü (1993; Ute Reinhard)
Umsetzung / Maßnahmen
Abwasser
– 2003 Eintrag aus Fahrsilo in Kreenried abgestellt
– 2008 Überprüfungen auf Fehleinleitungen in Egg und Kreenried durch LRA; bei einem Anwesen abgestellt
– 2009 Direkteinleitung von Waschküchenabwässern abgestellt; angeschlossen an öffentliche Kanalisation
Landwirtschaft
– 2000 Extensivierungsplanung für die landw. genutzten Flächen im EZG (Trautmann)
– Beratung der Landwirte im Hinblick auf eine Verminderung der Nährstoffausträge aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen
– extensivierte Flächen:
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Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
Jahr |
Hektar |
Kosten |
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2000 |
13,4 |
8050,- DM |
2004 |
47,9 |
2008 |
44,1 |
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2001 |
22,1 |
2005 |
57,5 |
2009 |
39,9 |
|||
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2002 |
28,4 |
7220,- € |
2006 |
60,8 |
19 100,- € |
2010 |
35,6 |
|
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2003 |
38,7 |
2007 |
47,8 |
13 700,- € |
2011 |
35,6 |
Renaturierung
– Pflegeplan des RP Tü wird durchgeführt
– 2001 Gewässerentwicklungsplan von Dr. Fitz, Salem
– 2001/02 hat die Naturschutzverwaltung einige randständige Grundstücke erworben
– geplant von der Gemeinde ist ein Flurneuordnungsverfahren zur Gewinnung von Gewässerrandstreifen entlang des Mühlbachs
Sonstiges
– 2002 fischereiliches Bewirtschaftungskonzept (Phillipson)
– 2007 Planung eines Schlammabsetzbeckens im Ablauf für das Ablassen des Weihers;
Mönch soll nach dem nächsten Ablassen gebaut werden; 2010 Antrag nach FrWw (Förderrichtlinien Wasserwirtschaft) gestellt; Bau geplant 2012![]()